• vom 15.10.2014, 07:30 Uhr

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Jiddischer Kulturherbst

"Mischpoche" von Wien bis Tel Aviv




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  • Judith Weinmann-Stein bringt österreichisch-jüdische Kultur nach Israel. Das Publikum: vor allem Österreicher, die aus Wien fliehen mussten.

Oberrabbiner Eisenberg besingt die Familie.

Oberrabbiner Eisenberg besingt die Familie.© Jiddischer Kulturherbst Oberrabbiner Eisenberg besingt die Familie.© Jiddischer Kulturherbst

Wien. Der "Jiddische Kulturherbst" feiert heuer sein 20-jähriges Bestehen. Vom 18. bis 26. Oktober steht dabei im MuTh, dem Konzertsaal der Wiener Sängerknaben im Augarten im 2. Bezirk, jede Menge Jiddischkeit auf dem Programm. Den Reigen eröffnet diesen Samstag Roman Grinberg mit dem Programm "Yiches - Doyes - Shteygers", der Klänge aus seiner Heimat Bessarabien mit jenen Wiens mischt.


Zum Mikrofon greift auch Wiens Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg - er macht sich heuer, wie immer humorvoll, Gedanken zur Familie. "Mischpoche" nennt sich daher auch sein diesjähriger Auftritt, ein Begriff, der im Deutschen manchmal verwendet werde, wenn man nicht ganz so nett von seiner Familie spreche, "ich aber besinge und beschreibe die jüdische Familie, wie sie wirklich ist, nämlich ganz toll", so Eisenberg.

Wie immer mit dabei ist auch Oberkantor Shmuel Barzilai, dieses Jahr gemeinsam mit dem Jugendorchester "The School of Arts" aus Tel Aviv. Schwungvoll verspricht der Abend mit den "Varnichkes" zu werden, einer Formation aus Lemberg, die in Wien 2013 bereits im Rahmen des Europäischen Jüdischen Chorfestivals zu hören war. Auch sie mixen Altes mit Neuem, vieles gerät hier zur einer Art Hippie-Musik, anderes wirkt nostalgisch.

Wiener Kultur für Altösterreicher in Tel Aviv
Österreichisch-jüdische Kultur nach Tel Aviv zu bringen ist das Ziel der Wienerin Judith Weinmann-Stein. Sie will damit vor allem Altösterreichern eine Freude machen, jenen also, die in der NS-Zeit flüchten mussten - und heute schon sehr betagt sind. Von 3. bis 8. November tritt im Rahmen der "Österreichischen Kulturtage Tel Aviv" neben Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg, Roman Grinberg sowie Oberkantor Shmuel Barzilai auch die Schauspielerin Andrea Eckert (mit Texten von Schnitzler, Altenberg, Friedell zum Semmering) auf.

"Die älteste Dame, die sich heuer angemeldet hat, ist 102 Jahre alt", erzählte Weinmann-Stern beim Kick-off des Festivals Montag Nachmittag im Café Markusplatz im ersten Bezirk in Wien. Oberrabbiner Eisenberg fügte hinzu: "Diese Menschen damals, sie sind nicht mit einem Erste-Klasse-Ticket aus Österreich weggegangen, sie sind geflüchtet. Und obwohl sie keine schönen Erinnerungen an Österreich haben, haben sie dennoch eine emotionale Bindung an Wien."




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Dokument erstellt am 2014-10-14 16:35:08
Letzte Änderung am 2014-10-14 16:45:51



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