- © apa/Georg Hochmuth
- © apa/Georg Hochmuth

Wien. Eine gute Nachricht vorweg: Die diesjährige Ballsaison ist um einige Wochen länger als die vergangene und dauert bis Ende Februar. Trotzdem werden passionierte Ballgänger vor die Qual der Wahl gestellt werden, sich zwischen zwei Bällen entscheiden zu müssen, weil diese aus Zeitmangel parallel zueinander stattfinden müssen. Tanzwütige werden das eine oder andere Mal zwischen den prächtigen Locations, an denen Wiens mehr als 150 große und kleine Bälle stattfinden, hin- und hergerissen sein. Folgend eine Auswahl der Highlights.

1. Zuckerbäckerball

Am 12. Jänner eröffnet in der Hofburg der Zuckerbäckerball den diesjährigen Tanzreigen. Wiens Konditoren zeigen nicht nur, was sie am Parkett können, sondern demonstrieren auch ihre Künste in der Schaubackstube oder bei den Zuckerbäcker-Awards. Wer sich eine der 3000 handgemachten Torten als süße Beilage zum Entspannungskaffee nach einem turbulenten Ballwochenende sichern möchte und vorab keine Tortengarantie erworben hat, kann noch bei der Tombola auf einen der süßen Preise hoffen. Der Erlös wird für wohltätige Zwecke gespendet.

2. Blumenball/Steirerball

Wer sich noch einige Kalorien vom Zuckerbäckerball abtanzen will, sollte am Freitag, dem 13. Jänner den Blumenball im Rathaus besuchen. Unter dem Motto "Blumenbilder" zaubern die Wiener Stadtgärtner aus über 100.000 Blüten Kunstwerke - wie gemalt. Bei der Blumentombola winkt grüner Schmuck für Haus und Garten. Und als Schutz gegen den vermeintlichen Unglückstag findet sich vielleicht zwischen dem prächtigen Blumenschmuck auch ein Kleeblatt als Glücksbringer. In der Hofburg geht es unterdessen am Steirerball zünftig zu - inklusive Kernöleierspeise und regionalen Weinen als Ballsnack.

3. Bauernbundball/WU-Ball

Am letzten Abend dieses ersten Ball-Hattricks, dem 14. Jänner liegt die Entscheidung zwischen Landwirtschaft und Wirtschaft. Es geht entweder trachtig auf dem Bauernbundball im Austria Center oder elegant am WU-Ball in der Hofburg zu. Bei Letzterem seien (angehende) Manager aber gewarnt. Der routinierte Griff zur Krawatte ist nicht angebracht. Es herrscht Maschenpflicht und Tricksen durch kunstvolles Andersbinden der Krawatte ist nicht drin. Man kann aber im Notfall an der Abendkassa eine vorgebundene Fliege erwerben.

4. Ball der Wiener Philharmoniker 

Am 19. Jänner beginnt das nächste lange Ball-Wochenende, diesmal mit dem Philharmonikerball. Zweifellos einer der schönsten Bälle der Saison, ist er jedoch nichts für Klaustrophobiker. Denn aufgrund seiner großen Beliebtheit kann es auf der Tanzfläche im Goldenen Saal des Musikvereins sehr schnell sehr eng werden.

5. Ball der Offiziere

Am 20. Jänner heißt es in der Hofburg dann, stramme Haltung anzunehmen - aber nicht zum Exerzieren, denn statt Gleichschritt ist Walzerschritt angesagt. Untermalt wird der Abend von der Gardemusik, die ihr Können auf vielen Wiener Bällen unter Beweis stellt.

6. Ball der Pharmacie 

Muss man sich von den beiden vorherigen Nächten erholen oder einen Kater besänftigen, kommt man oft um den Gang zur Apotheke nicht herum. Oder man geht gleich auf den Pharmacieball am 21. Jänner und vertreibt in der Hofburg Müdigkeit mit Musik - hilft besser als Aspirin und ist garantiert rezeptfrei.

7. Polizeiball/Bokuball

Gala- statt Dienstuniform heißt es am 27. Jänner, wenn Wiens Exekutive im Rathaus feiert. Gleichzeitig bietet die Universität für Bodenkultur in der Hofburg die Möglichkeit, Dirndl, Janker und Lederhosen unter dem Motto "Bienentanz und Blütenzauber" auszuführen.

8. Ärzte, Wissenschaften, Regenbogen oder Hiphop

Ins Schwitzen kommen Tanzbegeisterte am 28. Jänner, wenn sie sich für einen der vielen Bälle entscheiden müssen. Am traditionellen Ärzteball in der Hofburg unter Jazz- und Bluesklängen ins Chicago der 20er Jahre eintauchen oder ins Rathaus auf den Wiener Ball der Wissenschaften? Dort kann man mittels VR-Brillen zwischen den Tänzen Spaziergänge durch Carnuntum oder Stonehenge machen. Aphrodisiaka als Blumenschmuck regen so auch den ein oder anderen Flirt an. Alternativ gibt es noch den schrillen Regenbogenball im Parkhotel Schönbrunn oder den Hiphop-Ball im Kursalon Wien, wo Sneakers statt Stilettos angesagt sind.

9. Chinesischer Neujahrsball 

Wer Silvester verschlafen hat oder sich nicht mehr so ganz an den Jahreswechsel erinnern kann, hat die Chance, am 4. Februar in den neu aufgebauten Sofiensälen das chinesische Neujahr mit Quadrille und Drachentanz zu begrüßen. Praktisch: Da das chinesische Jahr des Hahns anbricht, kann das Zodiac-Tier einen gleich nach der durchfeierten Nacht wecken.

10. Kaffeesiederball 

Wiens Kaffeesieder servieren am 17. Februar in der Hofburg eine Mélange verschiedenster Tanzklänge und sorgen so für einen verlängerten Ballabend. Da der Ball immer mehr als gut besucht ist, findet man vielleicht auch als Einspänner eine Tanzpartnerin.

11. Opernball 

Der gesellschaftliche Höhepunkt der Ballsaison ist zweifellos der Opernball am 23. Februar. Da die Karten seit Monaten ausverkauft sind, verbringt man den Abend lieber in seiner privaten Wohnzimmer-Loge vor dem Fernseher. Die kostet auch keine 8.500 Euro aufwärts und man kann neben Fußfreiheit auch die Kommentare von Karl Hohenlohe und Christoph Wagner-Trenkwitz genießen - muss aber auch die detaillierten Analysen der Garderobe der Ballgäste ertragen.