• vom 18.09.2017, 16:50 Uhr

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Update: 18.09.2017, 17:33 Uhr

EPU

Finanziell fast allein gelassen




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Von Martina Madner

  • Ein-Personen-Unternehmen haben zu wenige Sicherheiten, um Kredite zur Finanzierung zu erhalten.





Wien. "Das entspricht genau unserem Konzept, möglichst frühzeitig auf Integration zu setzen. Dann kann man mit dem Asylbescheid gleich loslegen und sich Arbeit suchen", ist die SPÖ-Landtagsabgeordnete und Social City-Initiatorin Tanja Wehsely von Christian Penz’ Unternehmenskonzept begeistert. "Und man hat auch was in der Hand, wenn er doch negativ sein sollte", ergänzt Finanzstadträtin Renate Brauner.

Schließlich geht es bei Penz’ Social Enterprise, das den Namen Nut & Feder trägt, um eine Holzwerkstatt, in der Asylberechtigte arbeiten und Asylwerber ausgebildet werden. Nut & Feder ist neben der Generationenwohnungsvermittlung WGE, dem Stadtmagazin Das Biber, dem digitalen Bauernmarkt markta und der Sachspendenvermittlung fairmittlerei eines von fünf Kleinstunternehmen, die sich an diesem Tag in der Social City Wien den Politikerinnen vorstellen.


Eigentlich war auch Bundeskanzler Christian Kern angekündigt. Dieser entschloss sich aber kurzerhand, die SPÖ-Forderungen zu den Mietpreisen zum Thema zu machen. So aber verschwand die Studie zu den Einpersonen-Unternehmen der Stadt nicht im Bundeswahlkampf. Und auch die neue Finanzhilfe für EPU, Imfino, ein gemeinsam mit der Erste Bank entwickeltes Spin-off der Social City Wien, kam zur Geltung.

Ein-Personen-Unternehmen
mit niedrigem Einkommen

"Das typische EPU in Wien ist weiblich, migrantisch und hochqualifiziert", sagt Renate Brauner über die 47.600 Ein-Personen-Unternehmen in Bezug auf eine Studie, die die KMU Forschung Austria für die Stadt erstellt hat. Mit den Daten aber belegte sie, dass zwar 40 Prozent der EPU einen Universitätsabschluss haben, Frauen aber mit 40 Prozent und Migranten mit einem Drittel in der Minderheit sind.

Das typische EPU in Wien gehört also einem Mann ohne Migrationshintergrund, der eine Unternehmensdienstleistung wie zum Beispiel Beratung oder Werbung anbietet. Im Durchschnitt erwirtschaftet er 17.889 Euro Netto-Einkommen jährlich, das entspricht einem Angestelltengehalt von 1622 Euro brutto monatlich. Er verdient damit sogar mehr als die Ein-Personen-Unternehmen in weiblicher Hand: Diese haben 13.923 Euro Netto-Medianeinkommen pro Jahr. Wegen dieses "deutlichen Unterschieds" und weil 60 Prozent der EPU bereit wären, Mitarbeiter einzustellen, wenn sie solche finanzieren könnten, schließt Brauner: "Der Zugang zu Finanzierungen ist die zentrale Voraussetzung dafür." In der Studie ist von der "Notwendigkeit von Angeboten an Risikokapital und Wachstumsfinanzierungen" die Rede, die EPU benötigen. Tatsächlich geht es bei Imfino aber um ein Finanzprodukt zur Zwischenfinanzierung. Konkret kann man sich rund 4000 Euro für 45 Tage ausleihen, muss zwar eine Transaktionsgebühr von 1,5 Prozent, aber keine Zinsen bezahlen.

"Vielleicht später mal interessant, aber zu wenig Geld für eine Start-up-Finanzierung", sagt Theresa Imre, Gründerin von markta. Sie hat sich um Förderungen der Stadt Wien beworben und startet zusätzlich eine Crowdfunding-Kampagne. Zu wenig Geld sind die 4000 Euro aber auch für die Vorfinanzierung der Produktion der neuen sich selbst bewässernden Nut&Feder-Hochbeete. "Normalerweise nimmt der Handel Produkte nur in Kommission, da muss man die Kosten vorab selbst auslegen und erhält erst nach dem Verkauf Geld. Dafür aber wären 20.000 Euro nötig", sagt Penz. Er hatte Glück: Der kooperierende Baumarkt glaubt an das Start-up und kaufte die ersten Hochbeete vorab.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-09-18 17:00:08
Letzte Änderung am 2017-09-18 17:33:07



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