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Update: 08.03.2018, 07:44 Uhr

Flüchtlinge

Spielend integriert




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Von Valentine Auer

  • Anfang März nimmt das soziale Musikinstitut "Doremi" seinen Betrieb auf.



Bei Doremi sind Flüchtlinge mit Österreichern gemeinsam in einem Kurs.

Bei Doremi sind Flüchtlinge mit Österreichern gemeinsam in einem Kurs.© Alexander Gotter Bei Doremi sind Flüchtlinge mit Österreichern gemeinsam in einem Kurs.© Alexander Gotter

Wien. Von klassischen Instrumenten wie Klavier, Gitarre oder Flöte über die orientalischen Saiteninstrumente Saz und Oud bis hin zum Gesang - sowohl orientalisch als auch Jazz und Pop. Das sind die Fächer, die künftig im neuen sozialen Musikinstitut "Doremi" unterrichtet werden. Der Verein "Open Piano for Refugees" will damit Musikunterricht für alle - unabhängig von Herkunft oder Einkommen - leistbar machen und gleichzeitig Geflüchtete, einkommensschwache und einkommensstarke Menschen zusammenbringen.

Von der öffentlichen Bühne zum privaten Musikunterricht

Zu Beginn war das Ziel, eine öffentliche Bühne für Pianisten zu schaffen und an öffentlichen Plätzen Menschen zum Musizieren und Kommunizieren anzuregen. Im Sommer 2016 stellte das Team rund um "Open Piano for Refugees" das erste Piano auf den "Platz der Menschenrechte". Alle, die wollten, konnten dort spielen. In den folgenden Monaten und Jahren wurden weitere Standorte in Österreich, Deutschland und der Schweiz zur öffentlichen Bühne. "Das Konzept hat sehr viel lachende Gesichter und gute Stimmung auf der Straße erzeugt. Die Menschen haben sich kennengelernt und kommuniziert", sagt Barbara Plank von "Open Piano for Refugees" erfreut. Barbara Plank ist seit Ende 2016 beim Projekt dabei und arbeitet neben ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin am "Institut für Soziale Ökologie".

Positiver Nebeneffekt der offenen Bühnen ist der karitative Charakter. So wurden Spenden lukriert, die an Musikprojekte für Geflüchtete gehen sollten. Einziges Problem: Ebensolche Initiativen waren schwer zu finden. Daher begann der Verein im Winter 2016 mit einem eigenen weiteren Projekt. Mit zu Beginn 20 Schülerinnen und zwei Lehrerinnen startete die "Piano School for Refugees". Nun soll dieses Projekt mit dem Musikinstitut "Doremi" sowohl zahlenmäßig als auch mit unterschiedlichen Instrumenten ausgeweitet werden. Und der Bedarf ist da: Für das erste Semester, das Anfang März startet, haben sich mehr als 90 Personen angemeldet. Plätze gibt es derzeit nur für maximal 60 Personen.

Leistbarer Unterricht und Integration

Das Hauptanliegen von "Doremi" ist, Musikunterricht leistbar zu machen. Das soll mit dem Konzept "pay as much as you can" umgesetzt werden. "Die Leute sollen so viel zahlen wie sie können, nicht so viel wie sie wollen", betont Plank. Nebenbei soll der Musikunterricht zum nachhaltigen Integrations-Instrument werden, erklärt Plank weiter: "Wir wollen Menschen zusammenbringen, deswegen findet der Unterricht als Paarunterricht statt. Es werden zwei Schüler gemeinsam unterrichtet - jeweils eine geflüchtete oder finanziell benachteiligte Person mit einer österreichischen einkommensstärkeren Person". Zudem findet der Unterricht auf Deutsch statt, so sollen Sprachkenntnisse spielerisch erlernt und gefestigt werden.



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Dokument erstellt am 2018-03-07 18:14:44
Letzte Änderung am 2018-03-08 07:44:00




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