• vom 11.03.2018, 07:00 Uhr

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Elektroroller

Flüsterleiser Elektrotrend




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  • Elektroroller sind fast geräuschlos und in Europas Hauptstädten selten, aber immer beliebter.



Wien. (aum) Das schrille Kreissägengeräusch bleibt aus. Stattdessen gibt es ein leises Surren. Qualm und Gestank? - Fehlanzeige. Elektromopeds stehen in den Startlöchern, den europäischen Markt zu erobern. In China der absolute Kassenschlager, führten die benzinlosen Mofas in Europa eher ein Schattendasein. Das könnte sich schon bald ändern. Denn von Paris über Berlin bis nach Wien halten die E-Scooter, wie sie neudeutsch genannt werden, Einzug über Vermietungen. Einer von ihnen ist in Wien gerade dabei, seine Flotte zu verdreifachen.

"Wien ist eine Stadt, die den Sharingprojekten gegenüber sehr aufgeschlossen ist", erklärt Michael Lenz, Mitbegründer des Elektroroller-Verleihs Go Urban. Der Markt sei mit den Carsharingunternehmen Car2Go und DriveNow bereits aufgeschlossen gewesen, als er vor gut einem halben Jahr sein Unternehmen startete.


"Wien ist eine sehr gute Fallstudie", pflichtet ihm Joseph Constanty bei, der beim chinesischen Hersteller von Elektrorollern, NIU, Direktor für Internationales ist. NIU beliefert Go Urban mit seinen Rollern. In der Stadt sei man aufgeschlossen und kaufkräftig.

Das Prinzip von Go Urban ist dasselbe wie beispielsweise bei Car2Go. Nach der Anmeldung wird am Handy oder auf dem Computer der nächste Abstellort eines Vehikels ausfindig gemacht und losgefahren. Zur Verfügung stehen die Mofas in allen Innenstadtbezirke sowie Teilen des 18. und 13. Bezirks. Fahren kann man damit überall in Wien, solange es sich nicht um Autobahnen oder Schnellstraßen handelt und man den Motorroller auch wieder in die Innenbezirke zurückbringt. Fixe Ausleihstationen gibt es nicht. Dort, wo der Roller abgestellt wird, kann ihn der Nächste wieder ausleihen.

Erweiterung des Einsatzgebiets und Flottenvergrößerung
Michael Lenz begann mit 50 Rollern. Mittlerweile läuft das Projekt so gut, dass er expandieren muss. "Es ist schwer, Wien mit nur 50 Mopeds abzudecken", so Lenz. 700 zahlende Kunden hat das Unternehmen. Im November - einem traditionell schwachen Monat für Mopeds - habe er 40 Buchungen am Tag verzeichnet. "Vor allem der siebte Bezirk ist ein Wahnsinn. Sobald dort ein Roller abgestellt wird, ist er auch schon wieder weg", sagt Lenz. Nun schafft er 150 zusätzliche Roller an und will auch weitere Gebiete in Wien erschließen. Speziell das Gebiet zwischen Gürtel und Wattgasse. Wohl nicht zufällig verkehrt in dieser Gegend mit dem 43er die ausgelastetste Straßenbahn des Wiener Verkehrsnetzes.

Überhaupt stoße der öffentliche Verkehr in Wien - zumal bei der U-Bahn - an seine Grenzen, sagt Lenz. Ihm schwebt es vor, mit Go Urban Teil einer integrierten Lösung zu sein, die im Verbund mit dem öffentlichen Netz steht. Eine solche Kooperation hat bereits DriveNow mit den Wiener Linien, wo Jahreskartenbesitzer den Carsharer zu vergünstigten Konditionen nutzen können und dieser auch bei der Routenplanung der App Wienmobil berücksichtigt wird. Man stehe wegen einer Zusammenarbeit bereits in Kontakt mit den Wiener Linien erklärt Lenz.

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Schlagwörter

Elektroroller, Gor Urban

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Dokument erstellt am 2018-03-09 17:45:04



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