• vom 13.03.2018, 09:36 Uhr

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Update: 13.03.2018, 10:28 Uhr

Wohnen in Wien

Keine Angebote für Wienwert AG - Insolvenz kommt




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  • Nach ihrer Mutter, der Wienwert Holding, meldet auch die Wienwert AG Insolvenz an. Gläubiger der Mutter können kaum noch auf Geld hoffen.

Insolvenz. Nach der Holding folgt nun auch die Wienwert AG. - © apa/H. Fohringer

Insolvenz. Nach der Holding folgt nun auch die Wienwert AG. © apa/H. Fohringer

Wien. Bereits Anfang Februar hatte das Mutter-Unternehmen, die Wienwert Holding AG, einen Insolvenzantrag gestellt. Nun steht auch die Wienwert AG unmittelbar vor der Insolvenz. Es habe kein verbindliches Angebot für das Unternehmen gegeben, teilte die das Unternehmen am Montagabend mit. Die im April 2016 begonnene Sanierung sei damit endgültig gescheitert. Vorstand Stefan Gruze will den Insolvenzantrag für die Wienwert AG schon heute, Dienstag, einbringen.

Wegen Unsicherheiten rund um die Holding sei allen das Risiko zu hoch gewesen, sagte Gruze im Gespräch mit der Austria Presse Agentur: "Es hat sich niemand über den Rucksack der Vergangenheit drübergetraut." Die potenziellen Käufer hätten befürchtet, dass sich Anleihegläubiger der Holding an der Wienwert AG schadlos halten könnten.


Der Luxemburger Fonds "Wohnen Plus", der einen Syndikatsvertrag mit der Wienwert AG hat, hat die drei gemeinsamen Projektgesellschaften zur Gänze übernommen und führt sie vorerst weiter. Um einen marktkonformen Preis für die Anteile zu finden, sei ein öffentliches Bieterverfahren vorgesehen, teilte die Bundespensionskasse mit, einziger Investor bei "Wohnen Plus".

Die mögliche Quote im Insolvenzverfahren der Wienwert AG sei ein Bewertungsthema und müsse vom - noch zu bestimmenden - Insolvenzverwalter festgelegt werden.

Kaum Hoffnung für
900 Anleihegläubiger

Die Gesamtverbindlichkeiten der bereits insolventen Wienwert Holding beliefen sich auf rund 45 Millionen Euro, davon entfallen 35 Millionen Euro auf rund 900 Anleihegläubiger. Diese müssen nun um ihr Geld fürchten, denn die Tochter Wienwert AG, die mit mit 9,8 Millionen Euro in den Büchern der Holding steht, hatte als einzig nennenswerte Besicherung für ihre Forderungen gegolten.

Rund um die Übertragung der Marke Wienwert von der Holding an die AG hat es Ungereimtheiten gegeben, die zu Ermittlungen der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) geführt haben. Es geht um die Frage, ob mit der Transaktion der Holding Vermögen entzogen wurde. Gruze hatte den Transfer mit einem Gutachten gerechtfertigt. Die WKStA ermittelt seit November wegen des Verdachts auf Untreue und Bilanzfälschung gegen die Manager der insolventen WW Holding und deren Tochter Wienwert. Anfang März wurde bekannt, dass die Ermittlungen nach weiteren Anzeigen ausgeweitet wurden.




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Dokument erstellt am 2018-03-13 09:41:46
Letzte Änderung am 2018-03-13 10:28:22



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