• vom 31.03.2018, 07:36 Uhr

Service

Update: 11.04.2018, 10:51 Uhr

Recycling

Das Eckige darf jetzt ins Runde




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Von Mathias Ziegler

  • Die Öko-Box ist nun auch in Wien endgültig Geschichte. Getränkekartons werden nun in der Gelben Tonne mitgesammelt.



Noch fehlen die Tetra-Paks auf den Aufklebern.

Noch fehlen die Tetra-Paks auf den Aufklebern.© WZ Noch fehlen die Tetra-Paks auf den Aufklebern.© WZ

Wien. "Einfach zusammenfalten und in den Gelben Sack schmeißen. Auswaschen brauchen Sie es gar nicht." So lautet die Antwort einer Recycling-Hotline in Niederösterreich auf die Frage, was nach dem Ende der Öko-Box mit Tetra-Paks passiert. 25 Jahre lang sammelten Österreichs Haushalte ihre Getränkekartons in den Faltkisten der Altstoff Recycling Austria (ARA). Nach den übrigen acht Bundesländern ist jetzt auch in Wien endgültig Schluss damit.

Tetra-Paks dürfen nun auch hier in die Gelbe Tonne geworfen werden. Eine Sortieranlage trennt dann Kartons und Flaschen, und aus den recycelten Zellstoffen, die rund 80 Prozent der Verpackung ausmachen, wird Wellpappe. Einige Wiener Haushalte sollen in einer Testphase auch ihr Altmetall in die Gelbe Tonne werfen.

Wiener Recycling-Sammlung soll neu durchdacht werden

Die Einstellung der Öko-Box erklärt ARA-Abteilungsleiter Erwin Janda mit den hohen Sammelkosten und Doppelgleisigkeiten, denn in den übrigen Bundesländern werden Tetra-Paks zum Teil schon länger in der Gelben Tonne beziehungsweise im Gelben Sack gesammelt. Die Anfang der 1990er Jahre entstandene Öko-Box wurde erst 2014 von der ARA übernommen, "weil die Produzenten der Getränkekartons das Recycling zunächst nicht im gemeinsamen Haus mit der ARA machen wollten". 2015 wurde der Markt geöffnet und damit auch die Gelbe Tonne. Nur bei den Getränkekartons behielt die ARA ihr Monopol, weil sich offenbar kein Mitbewerber die Sammlung antun wollte. Kein Wunder: "Der Erlös durchs Recycling trägt vielleicht den Transport, aber es kostet viel mehr Geld, als man damit verdienen kann - das gilt auch für die Gelbe Tonne", so der ARA-Experte.

Trotzdem wurde das Service in Wien so lange wie möglich aufrechterhalten, auch wenn es zuletzt nur noch etwa zehn Prozent der Haushalte nutzten. Zwar kamen so noch immer jährlich 400 Tonnen zusammen, mehr als die zehnfache Menge an Getränkekartons landete aber im Restmüll. "Wir wollen nun gemeinsam mit der Stadt Wien schauen, inwieweit wir das Recycling ab 2019 überhaupt neu regeln können", sagt Janda. Daher auch der Altmetall-Pilotversuch. Janda ist noch zurückhaltend mit der konkreten Empfehlung, tatsächlich die Gelbe Tonne für Tetra-Paks zu nutzen. "Wir wollen noch nichts vorwegnehmen. Wer weiß, wie die Sammelinseln nächstes Jahr aussehen werden." Nur so viel: "Im Altpapier haben Getränkekartons definitiv nichts verloren."




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Dokument erstellt am 2018-04-11 10:42:10
Letzte Änderung am 2018-04-11 10:51:17



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