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Update: 07.06.2018, 13:27 Uhr

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Wiener Kinosommer mit klassischen Locations und einem Comeback




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Von WZ Online, APA

  • Nach einer Zwangspause findet "Kino unter Sternen" dieses Jahr wieder statt, das Lichtspielvergnügen im Schloss Neugebäude nicht.

Das Kino unter Sternen am Karlsplatz ist dieses Jahr wieder Teil der Freiluftkinos. - © Kino unter Sternen/Markus Frühmann

Das Kino unter Sternen am Karlsplatz ist dieses Jahr wieder Teil der Freiluftkinos. © Kino unter Sternen/Markus Frühmann

Wien. Die Wiener Kinosommersaison beginnt: Auch heuer kann wieder an zahlreichen Orten der Stadt dem cineastischen Vergnügen - und oft auch einem gastronomischen Begleitprogramm - gefrönt werden. Fixstarter wie das "Kino am Dach", das "Volxkino" oder das "Kino wie noch nie" im Augarten sind wieder mit dabei. Ein Comeback erlebt nach einjähriger Pause das "Kino unter Sternen" am Karlsplatz.

Schon angelaufen ist die inzwischen 15. Ausgabe von "Kino am Dach" am Gürtel über der Hauptbücherei am Urban-Loritz-Platz - heuer unter dem Motto "Grenzenloses Kino". Bis in den September hinein gibt es täglich eine Vorstellung, wobei man auf Vielfalt bedacht ist. Zu sehen sind internationale Neuheiten wie "Transit", "Arthur & Claire" oder "Lucky", österreichische Ware von "Indien" über "Funny Games" und "Murer - Anatomie eines Prozesses" bis zu Klassikern à la "Pulp Fiction", "Easy Rider", "Alien", "Taxi Driver" oder "No Country For Old Man". Insgesamt stehen mehr als 100 Filme am Programm, Start ist jeweils um 21 Uhr, ab 1. August jeweils um 20.30 Uhr. Tickets kosten acht Euro.

Aufblasbare Leinwand tourt wieder durch die Bezirke

Gratis hingegen ist der Eintritt zu den Vorführungen des "Volxkino", das inzwischen rund drei Jahrzehnte auf dem Buckel hat und in den Startlöchern scharrt. Bis Mitte September macht die mobile Leinwand wieder Halt in der ganzen Stadt. Los geht es am heutigen Donnerstag am Mexikoplatz. Gezeigt werden Kurzfilme rund um das Thema Migration, Exil und Flucht. Danach gibt es einen Liveauftritt u.a. der Rapperin Esra Özmen alias EsRAP.

Danach geht es durch die Bezirke, wobei neben Spielfilmen abseits des Blockbuster-Kinos und oftmals im Originalton auch Musikfilme oder Dokus präsentiert werden. Aufgeführt wird an öffentlichen Orten - auf Märkten, an Plätzen oder zwischen Gemeindebauten. Einen kleinen Schwerpunkt gibt es zum Thema "100 Jahre Republik". Wiederzuentdecken gibt es beispielsweise Edwin Zboneks Film "3. November 1918" aus dem Jahr 1965 mit dem noch sehr jungen Peter Matic: Offiziere aus den Ländern des Habsburger Reiches erfahren von einem Matrosen vom Ende des Krieges bzw. der Monarchie und machen sich auf den Weg in ihre Heimatländer, einer neuen ungewissen Zukunft entgegen.

Der Klassiker mit Klassik am Rathausplatz

Noch etwas warten muss man auf das größte Open-Air-Kino der Stadt. Das Filmfestival am Rathausplatz startet heuer am 30. Juni. Traditionell steht hier die Klassik im Mittelpunkt. Aufzeichnungen von Opern und Operetten wie "La Boheme", "Der Nussknacker" oder "Wiener Blut" flimmern ebenso über die Leinwand wie Popkonzerte von Roger Cicero, Die Fantastischen Vier, Beth Ditto oder Nelly Furtado. Die Filme starten jeweils bei Dunkelheit - also anfangs um 21.30 Uhr, mit Verlauf des Sommers dann um 21 Uhr bzw. gegen Ende des Programms schon um 20.30 Uhr. An Freitagnachmittagen (17 Uhr) gibt es außerdem Kinderopernmitschnitte. Zur Auswahl stehen u.a. "Hänsel und Gretel", "Die Zauberflöte" oder "Cinderella".

10 Jahre Augartenkino

Seinen zehnten Geburtstag feiert dieses Jahr das "Kino wie noch nie" am Augartenspitz - wohl eines der schönsten Sommerkinos in Wien. Das genaue Programm wird erst Mitte Juni vorgestellt, allerdings haben die Organisatoren schon ein paar Schwerpunkte avisiert. So wird der im April verstorbene Regisseur Milos Forman mit fünf seiner Filme gewürdigt - darunter sein Musicalstreifen "Hair". Apropos Hippies: Eine Programmschiene mit dem Titel "Make Love, Not War" wird cineastisch dem Lebensgefühl von 1968 nachspüren. Und die Reihe "Cinema Sessions" verknüpft diesmal heimische Stummfilmklassiker mit zeitgenössischer Musikuntermalung. Wegen Schlechtwetters den Lieblingsfilm zu verpassen, muss man hier nicht befürchten. Sämtliche Werke werden am Folgetag im Metro Kinokulturhaus wiederholt.

Jede Menge Katzencontent im Museumsquartier

Ein fertiges Programm gibt es auch für das "frame[o]ut"-Festival im Museumsquartier noch nicht. Dieses geht heuer vom 13. Juli bis zum 1. September an 16 Spielabenden - jeden Freitag im Haupthof, jeden Samstag im Hof 8 bei den Boulebahnen - über die Bühne. Spielfilme, Dokus, Kurz- und Experimentalfilme werden ab 21.30 Uhr gezeigt, musikalische Acts und Fragerunden mit Filmteams runden die Vorstellungen ab. Großer Publikumsmagnet wird wohl das "Cat Video Festival Vienna" sein, das erstmals Teil des "frame[o]ut" ist und am 25. August mit jeder Menge Katzen-Content lockt.

Wiedergeburt mit Film Festival Mumbai-Gewinner

Eine Art Wiedergeburt feiert indes das "Kino unter Sternen" am Karlsplatz - nachdem 2017 aus budgetären Gründen eine Pause eingelegt werden musste. Heuer wird vom 29. Juni bis 21. Juli Programm bei freiem Eintritt geboten, wobei der Schwerpunkt auf dem "Fremden" in seinen unterschiedlichen Facetten liegt. Ein großer Teil der gezeigten Filme kommt aus Österreich. Zu sehen sind sowohl moderne Klassiker wie Ulrich Seidls erster Langfilm "Good News" (1990) oder brandneue Ware - wie etwa Stefan Bohuns "Bruder Jakob, schläfst Du noch?", der heuer beim Film Festival in Mumbai als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet wurde.

Die internationalen Vertreter im Line-up kommen zum Beispiel aus der UdSSR ("Ceremuski", 1963) oder vom österreichisch-amerikanischen Regisseur Otto Preminger. Der hat es in "Carmen Jones" 1954 gewagt, den Publikumshit "Carmen" neu zu interpretieren und dabei mit ausschließlich farbigen Schauspielern zu arbeiten. Vor dem Beginn des Hauptabendprogramms (um 21.30 Uhr) werden beim Sternen-Kino ab 20.30 Uhr tagtäglich Prominente zum Vorgespräch gebeten. Die Regisseure Andreas Prochaska, Ruth Beckermann oder Barbara Albert werden dabei genauso auftreten wie der Chef des benachbarten Wien-Museums, Matti Bunzl.

Musikfilme in der Arena

Auch in der im "Normalbetrieb" eher für Konzerte genutzten Arena werden vom 16. bis 22. August wieder Filme gezeigt - die sich aber zum Gutteil ebenfalls der Musik widmen. Im beschaulichen Innenhof des ehemaligen Schlachthofs läuft etwa "Patti Cakes", die Geschichte eines übergewichtigen Mädchens, das gerne Rapperin werden möchte. Die neue deutsch-britische Produktion "Shut Up and Play the Piano" wiederum heftet sich auf die Spuren des wandelbaren Rappers und Jazzmusikers Chilly Gonzales. Auch der jüngste "Mad Max"-Streifen oder das berührende Mutter-Kind-Drama "Die beste aller Welten" gehören zum cineastischen Arena-Open-Air-Programm.

Science Fiction und Kurzfilme

Speziell an Science-Fiction-Fans richten sich einmal mehr die "Margaretner Filmnächte". An sechs Abenden, von 11. bis 16. Juni, wird im Bruno-Kreisky-Park cineastisch in die Zukunft geblickt. Eröffnet wird mit Christopher Nolans "Interstellar", der Eintritt ist frei. Alle Filme bis auf "Brazil" werden in deutscher Synchronfassung gezeigt.

Ein Kurzfilmfestival, das keinesfalls nur kurz dauert, ist das "dotdotdot". Es lädt vom 3. Juli bis zum 24. August in den idyllischen Garten des Volkskundemuseums. In den acht Wochen werden insgesamt 150 Filme gezeigt - und zahlreiche Workshops, Konzerte sowie Filmgespräche stattfinden. Den Programmschwerpunkt "We're in this together now!" verstehen die Festivalmacher unter anderem als Aufforderung, "mehr zu lieben". Auch für ganz junge Gäste wurde eine eigene Schiene ("4plus") kreiert. Der Eintritt ist frei oder auch nicht. Denn die Organisatoren von "dotdotdot" lassen die Besucher selbst wählen, wie viel sie bzw. ob sie überhaupt für ein Ticket bezahlen möchten.

Kein Kino im Schloss und am Naschmarkt

Die Frage nach dem Ticketpreis stellt sich im Schloss Neugebäude in Simmering nicht mehr. Dort bleibt heuer die Leinwand finster - oder genaugenommen: Sie wird erst gar nicht aufgebaut. Die zuletzt dort tätige Betreiberin hatte nach Unstimmigkeiten mit den Vermietern der Location das Handtuch geworfen. Und ebenfalls verzichten muss das Publikum dieses Jahr auf das "Kino am Naschmarkt", das heuer ausfällt.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-06-07 11:13:35
Letzte Änderung am 2018-06-07 13:27:32



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