• vom 16.10.2018, 17:28 Uhr

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Update: 16.10.2018, 18:24 Uhr

MFC Corporate Services

Größte Pleite des Jahres




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  • Wiener MFC Corporate Services insolvent - 230 Millionen Euro Gläubigerforderungen.

Verheizt. Die MFC Corporate Services stand in enger Verbindung mit der ebenfalls insolventen deutschen Firma "German Pellets". - © APAweb, dpa

Verheizt. Die MFC Corporate Services stand in enger Verbindung mit der ebenfalls insolventen deutschen Firma "German Pellets". © APAweb, dpa

Wien. Die Wiener Firma MFC Corporate Services hat am 3. August Insolvenz angemeldet, bei der Prüfungstagsatzung am Dienstag am Handelsgericht wurden 230 Millionen Euro Forderungen der Gläubiger angemeldet. Damit handle es sich um das größte Insolvenzverfahren bisher im Jahr 2018, teilte der Gläubigerschutzverband KSV 1870 am Dienstag in einer Aussendung mit. Die größte angemeldete Forderung sei jene vom Insolvenzverwalter der insolventen Gesellschaften der deutschen German Pellets Gruppe in Höhe von rund 150 Millionen Euro.

Die weltgrößte Pelletsfirma German Pellets hatte Anfang 2016 Insolvenz angemeldet. Das Unternehmen hat einen starken Österreich-Bezug - die "Wiener Zeitung" berichtete. Im Zentrum des Firmengeflechts steht eine Privatstiftung in Wien. Die Anleger liehen German Pellets gut eine Viertel Milliarde Euro, davon 226 Millionen Euro in Form von Anleihen und zumindest 40 Millionen Euro über Genussrechte. Ein großer Teil des Anleihevolumens sei an Beteiligungsfirmen, Holdings und eine Stiftung weitergeleitet worden.


Größenordnung der Passiva lässt sich nicht abschätzen
In welcher Größenordnung die angemeldeten Passiva der Wiener Gesellschaft MFC Corporate Services letztlich vom Insolvenzverwalter anzuerkennen sein werden, lasse sich noch nicht abschätzen, da die Forderungsprüfungen des Insolvenzverwalters bis zur Prüfungstagsatzung noch nicht abgeschlossen werden konnten, so KSV 1870.

Das wesentliche Asset der Pleite-Gesellschaft MFC Corporate Services sei eine "prozessanhängige Forderung" gegen ein Versicherungsunternehmen von rund 73 Millionen Euro. Diese Forderung resultiere laut Schuldnerangaben aus Schäden, die dem Unternehmen durch das Verbringen bzw. die Veruntreuung von Pellets aus rund 40 Lagern entstanden seien. Der Insolvenzverwalter sei seit Insolvenzeröffnung mit der "äußerst komplexen" konkursmäßigen Abwicklung des Schuldnerunternehmens befasst. Ob bzw. in welcher Höhe die betroffenen Gläubiger letztlich eine Quote erhalten werden, hängt aus der Sicht des KSV1870 passivseitig insbesondere von der Berechtigung der Forderungen der German Pellets sowie aktivseitig von der Durchsetzbarkeit der Forderungen im anhängigen Versicherungsprozess ab.

Als Eigentümerin der MFC Corporate Services GmbH (historischer Firmenwortlaut: MFC Commodities GmbH) ist im Firmenbuch (Firmencompass) die MFC Holding Austria GmbH eingetragen, beide Gesellschaften weisen als Sitz ein Büro im Millennium Tower am Wiener Handelskai auf.

Tatsächlicher wirtschaftlicher Eigentümer kaum ermittelbar
Als Eigentümer der MFC Holding Austria werden die britische Gesellschaft Garda Investments Corporation (95,5 Prozent) und die M Financial Corporation mit Sitz auf Barbados (4,5 Prozent) angegeben. Der tatsächliche wirtschaftliche Eigentümer der MFC Holding Austria kann laut Firmenbuch "nicht oder nur teilweise" ermittelt werden.

"Das Unternehmen steht direkt oder indirekt im Eigentum des ausländischen Unternehmens Garda Investments Corporation, Vereinigtes Königreich von Großbritannien und Nordirland. Zur weiteren Beteiligungsstruktur oder zu den Mitgliedern der obersten Führungsebene liegen in diesem Zusammenhang keine weiteren Informationen vor", heißt es.

Durch die Forderungen gegen die MFC Corporate Services in Höhe von 230 Millionen Euro rutschte die Niki Luftfahrt GmbH auf Platz 2 der größten bisher im Jahr 2018 angemeldeten Pleiten. Deren angemeldete Verbindlichkeiten liegen laut KSV 1870 bei rund 153 Millionen Euro.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2018-10-16 17:39:51
Letzte Änderung am 2018-10-16 18:24:14




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