• vom 05.11.2018, 21:59 Uhr

Stadtleben

Update: 09.11.2018, 13:08 Uhr

Moshe Jahoda

Gedenkort wird zu Moshe-Jahoda-Platz




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  • Platzbenennung und Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag des Novemberpogroms.

Jahoda war maßgeblich an der Errichtung des Mahnmals in Penzing beteiligt.

Jahoda war maßgeblich an der Errichtung des Mahnmals in Penzing beteiligt.© E. Weingartner Jahoda war maßgeblich an der Errichtung des Mahnmals in Penzing beteiligt.© E. Weingartner

Wien. (rös) An der Kreuzung Turnergasse und Dingelstedtgasse wurde in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 der Turnertempel, eine der bedeutendsten Synagogen Wiens, in Brand gesetzt. Nun wurde ein Gedenkplatz geschaffen, der als ungewohnt und irritierend empfunden werden soll und der die Geschichte, die sich hier vor 80 Jahren abgespielt hat, wieder sichtbar und spürbar machen soll. Maßgeblich an der Errichtung des Mahnmals an der Stelle des Turnertempels war der am 19. Oktober 2016 verstorbene Moshe Jahoda beteiligt.

Morgen, Mittwoch, erfolgt auf Einladung der Bezirksvorstehung Rudolfsheim-Fünfhaus die feierliche Benennung des Platzes an der Stelle des Gedenkorts Turnertempel (Ecke Turnergasse/Dingelstedtgasse) nach Moshe Jahoda. Im Beisein von Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler, Bezirksvorsteher Gerhard Zatlokal, IKG-Präsidenten Oskar Deutsch, Jahodas Familie aus Israel sowie zahlreichen Weggefährten und Freunden wird gleichzeitig der Ereignisse des Novemberpogroms 1938 gedacht.

Im Rahmen eines Podiumgesprächs in der Turnhalle in der Herklotzgasse 21 wird der Frage nachgegangen, welche Schlüsse und Lehren wir aus den Ereignissen vor 80 Jahren ziehen können, wie Erinnerungsarbeit in Österreich bis heute gewirkt hat und was uns Zeitzeugen mitgeben können.

Jahoda wurde am 11. Mai 1926 als Hans Jahoda in der Geibelgasse in Penzing geboren. Sein Großvater Simon Brück war Ehrendiener im Turnertempel, Moshe selbst sang dort im Chor. Als Kind wurde er Augenzeuge der Gewaltmaßnahmen gegen Juden. Er konnte 1939 als 13-Jähriger mit einem Kindertransport nach Palästina entkommen. Seine Eltern und seine kleine Schwester Gerti wurden 1942 nach Theresienstadt deportiert und 1943 im KZ Auschwitz ermordet.

Zeit seines Lebens war Moshe Jahoda vielfältig engagiert. Ein besonderes Anliegen war ihm die Entschädigung der Shoa-Opfer weltweit. So war er etwa federführend an den Restitutionsverhandlungen mit der Republik Österreich beteiligt.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-11-05 16:58:14
Letzte Änderung am 2018-11-09 13:08:01


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