• vom 07.11.2018, 17:01 Uhr

Stadtleben

Update: 07.11.2018, 17:18 Uhr

Krankenanstalten

Rudolfstiftung bald frei von Asbest




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  • Sanierung laut Krankenanstaltenverbund zu 80 Prozent abgeschlossen. Es bestehe kein Gesundheitsrisiko.

Eine Kontamination von Personen könne ausgeschlossen werden, wird im Krankenanstaltenverbund betont. - © KAV/Votava

Eine Kontamination von Personen könne ausgeschlossen werden, wird im Krankenanstaltenverbund betont. © KAV/Votava

Wien. Im Krankenhaus Rudolfstiftung finden seit den 1990er Jahren abschnittsweise Asbestsanierungen statt. Nach Medienberichten, dass diese zum Teil unsachgemäß durchgeführt worden seien, versicherte der Krankenanstaltenverbund bei einer Pressekonferenz am Mittwoch, dass kein Gesundheitsrisiko für Patienten und Mitarbeiter bestehe. 80 Prozent der Asbestsanierungen wurden bisher abgeschlossen.

Im Jahr 1977 wurde das 17 Stockwerke zählende Spital im 3. Bezirk eröffnet. In den 1970er Jahren galt Asbest noch als gängiges Baumaterial und wurde vor allem zum Brandschutz und zur Wärmedämmung eingesetzt. Seit 1990 sind der Einsatz und die Herstellung des krebserregenden Materials in Österreich verboten. Seither werden schrittweise Asbestsanierungen in der Rudolfstiftung durchgeführt.

2014 seien im Zuge einer Stationssanierung Mängel bei der Asbestsanierung festgestellt worden. Seither würden die Asbestsanierungen ausschließlich in der Form von Generalsanierungen der betroffenen Räume beziehungsweise Stationen durchgeführt. Eine Kontamination von Personen könne ausgeschlossen werden, wird im KAV betont.

"Komplettsperre nicht nötig"

"Es ist ein mehrjähriger Prozess, immer unter dem Aspekt, dass der Betrieb parallel aufrechterhalten werden muss", sagte Herwig Wetzlinger, stellvertretender KAV-Generaldirektor. "Eine komplette Sperre ist weder üblich noch notwendig noch technisch machbar", betonte auch der Sachverständige Robert Sedlacek.

Er könne ausschließen, dass während der Sanierungen jemals eine gesundheitliche Gefährdung bestanden hätte, versicherte Sedlacek. "Die Messungen, die wir laufend machen, zeigen keine Belastung."

Bisher wurden 80 Prozent der durch Asbest verunreinigten Gebäudeteile saniert. In den kommenden fünf bis sechs Jahren werden zehn weitere Stationen, darunter Neurologie, Gynäkologie und Urologie, einer Generalsanierung unterzogen. Dafür werden die Stationen jeweils fünfeinhalb Monate gesperrt. Einen Monat der Renovierung nimmt die Befreiung von Asbest in Anspruch. Der Betrieb werde ohne Einschränkung in einer Ausweichstation fortgeführt, sagte Marco Dorn, Technischer Direktor der Rudolfstiftung.

Aktuelles Gutachten

Ein aktuelles Gutachten, das der KAV am Mittwoch veröffentlichte, bestätigt, dass die Sanierungen ordnungsgemäß durchgeführt worden seien. Es könne festgestellt werden, dass "kein relevantes Risiko für die Gesundheit der Raumnutzer (Spitalspersonal und Patienten) weder ohne noch während und nach den Sanierungsarbeiten vorlag", heißt es darin. Außerdem sei "mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass zum derzeitigen Zeitpunkt in der Krankenanstalt Rudolfstiftung keine Belastung der Raumluft mit asbestformen Fasern vorhanden ist". Kritik daran, dass zwei Gutachten aus dem Jahr 2014 nicht veröffentlicht wurden, ließ Wetzlinger nicht gelten. Es handle sich um alte Gutachten, die lediglich als technische Handlungsanleitung gedacht seien und nicht von einem Asbestexperten erstellt worden seien.

Die Renovierung der Rudolfstiftung - unabhängig von der Asbest-Reinigung - ist zur Hälfte abgeschlossen, berichtete Wetzlinger. Derzeit wird etwa die Notfallaufnahme erneuert.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2018-11-07 17:13:18
Letzte Änderung am 2018-11-07 17:18:30


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