• vom 21.11.2018, 19:31 Uhr

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Pflichtkurs für Hundehalter kommt




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  • Wer sich einen Hund anschafft, muss künftig einen Einführungskurs machen.

Die Schulung müssen Erwerber aller Hunderassen absolvieren. - © dpa/Boris Roessler

Die Schulung müssen Erwerber aller Hunderassen absolvieren. © dpa/Boris Roessler

Wien. (apa/dab) Im Wiener Landtag soll heute, Donnerstag, die Novelle des Tierhaltegesetzes beschlossen werden. Sie sieht Verschärfungen bei der Haltung von Listehunden vor, auch müssen künftig alle Hundebesitzer einen Einführungskurs machen. Die zuständige Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) und der Tierschutzsprecher der Grünen, Rüdiger Maresch, stellen am Mittwoch die Eckpunkte der Novelle vor.

Eine Neuerung betrifft jede Person, die sich künftig einen Hund anschafft: Sie muss einen Einführungskurs absolvieren und den entsprechenden Sachkundenachweis vorlegen, damit sie das Tier anmelden kann.


Damit sei sichergestellt, dass sich Menschen, bevor sie sich einen Hund zulegen, darüber informieren, was das bedeutet, erklärte Sima. Ähnliche Regelungen gebe es bereits in anderen Bundesländern. "Wir glauben, dass das auch in Wien zumutbar ist."

Dieser Einführungskurs darf aber nicht mit dem Hundeführschein verwechselt werden. Den Hundeführschein muss der Halter eines Listenhundes - dabei handelt es sich um elf von der Stadt Wien festgelegte Hunderassen - machen. Auch jede Person, die mit einem solchen Hund spazieren geht oder ihn auch nur kurzfristig verwahrt, muss einen Hundeführschein besitzen.

Den Einführungskurs muss hingegen nur der Erwerber des Nicht-Listenhundes absolvieren. Wer mit dem Tier Gassi geht oder es verwahrt, braucht ihn nicht zu machen. Gegenüber einem Führschein für alle Hunderassen sei dies die geeignetere Lösung, sagte Maresch. Weitere Details, etwa über die Kosten und den Ablauf des Kurses, sind noch nicht bekannt. Mehrere Anfragen der "Wiener Zeitung" an das Büro von Sima blieben am Mittwochnachmittag unbeantwortet.

Beißkorbpflicht für
Listenhunde

Mit der Novelle zum Tierhaltegesetz werden auch einige Verschärfungen für Listenhunde eingeführt. Im öffentlichen Raum besteht künftig eine Beißkorbpflicht für Kampfhunde. In umzäunten Hundezonen dürfen sie sich frei ohne Leine und Maulkorb bewegen. In Hundeauslaufzonen ohne Zaun darf hingegen nur die Leine abgenommen werden.

Im Vergleich zu den ursprünglichen Plänen gibt es jedoch kleine Modifizierungen. SPÖ und Grüne hatten Nachverhandlungen geführt, nachdem sich die Grünen gegen die ursprünglichen Pläne quergelegt hatten. So sind nun etwa "strenge Ausnahmen" für die Leinen- und Beißkorbpflicht vereinbart worden, betonte Sima.

Eine Sonderregelung wird für Kampfhunde erlassen, die schon vor Inkrafttreten des Gesetzes - spätestens Ende Jänner 2019 - angeschafft wurden und die älter als drei Jahre sind. Ihre Halter können eine Einzelfallprüfung vor einer Kommission absolvieren, damit ihrem Tier der Beißschutz erlassen wird.

Das ist ausdrücklich als Übergangsregelung für schon bei ihrem Besitzer lebende Tiere gedacht und wird später nicht mehr möglich sein. Auch Therapie- und Assistenzhunde sowie als Rettungs- und Diensthunde eingesetzte Listenhunde sind von der Beißkorbpflicht ausgenommen.

Halter von Listenhunden dürfen auch nicht mehr als 0,5 Promille Alkohol im Blut haben, wenn sie mit ihrem Tier unterwegs sind. Sollte ein Besitzer seinen Listenhund zudem an eine Person ohne Führschein weitergeben, drohen ihm Strafen ab 200 Euro.

Freiheitliche üben
Kritik

Apropos Führschein: Die Bestimmungen, um einen solchen zu erhalten, werden verschärft. Prüfer können beispielsweise Wiederholungen oder zusätzliche Trainingseinheiten anordnen.

Die Freiheitlichen kritisieren die Neuerungen: "Das ganze Gesetz zielt offenbar darauf ab, Tierfreunden den Weg zum eigenen Hund so unangenehm wie möglich zu machen, sodass sie davon Abstand nehmen", sagte Landtagsabgeordneter Udo Guggenbichler (FPÖ).




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2018-11-21 17:43:26
Letzte Änderung am 2018-11-21 17:52:28



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