Wien. Birgit Hebein ist die Spitzenkandidatin der Wiener Grünen und zukünftige Vizebürgermeisterin. Sie wurde in einer parteiinternen Briefwahl gewählt. Die 51-Jährige ist seit 2010 Gemeinderätin der Grünen im Rathaus. Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou hat kürzlich angekündigt, sich bis zum Sommer kommenden Jahres zurückziehen.

Neben Hebein standen Rathaus-Klubchef David Ellensohn, Gemeinderat Peter Kraus, der Meidlinger Bezirksrat Benjamin Kaan und die Ärztin Marihan Abensperg-Traun zur Wahl. Zwei Wochen lang hatten Parteimitglieder sowie registrierte externe Wähler Zeit, an der Wahl teilzunehmen. Stimmberechtigt waren rund 3.400 Personen.

Hebein ist im Gemeinderat Sprecherin für Soziales und Sicherheit. Davor war sie fünf Jahre lang Bezirksrätin und Klubobfrau in Rudolfsheim-Fünfhaus. Außerdem war Hebein von 2000 bis 2002 bei der Grünen Gewerkschaft AUGE aktiv. Vor ihrer politischen Karriere arbeitete die diplomierte Sozialarbeiterin unter anderem im Bahnhofssozialdienst der Caritas Wien und bei der Arbeitsgemeinschaft für Wehrdienstverweigerung.

Für Armutsbekämpfung und soziale Gerechtigkeit

Hebein engagiert sich vor allem in den Bereichen Armutsbekämpfung und soziale Gerechtigkeit. Als Beispiele für ihre Arbeitsschwerpunkte nennt sie die Ausbildung junger Menschen, den Umgang mit Obdachlosen sowie die Mindestsicherung. Als Sozialsprecherin war Hebein im vergangenen Jahr maßgeblich an den Verhandlungen über das neue Wiener Mindestsicherungsmodell beteiligt.

Auch im internen Wahlkampf legte sie ihren Fokus auf die Sozialpolitik.
"Ohne soziale Sicherheit gibt es keinen sozialen Frieden", betonte sie.
Als politisches Ziel rief sie aus, "den Menschen die Möglichkeit zu
geben, ihr Schicksal selbst zu bestimmen". Außerdem setzte Hebein auf
die Tatsache, dass sie die einzige Frau unter den etablierten Kandidaten
war: "the future is female" lautete das Motto ihres Wahlkampfspots. Als
"hartnäckige Verhandlerin", zäh und erfahren beschreibt sie sich
selbst.

Hebein wurde am 13. Jänner 1967 in Villach geboren. Ihre
Jugend verbrachte die Tochter eines Maurers und einer Hausfrau in einem
kleinen Dorf in Kärnten. Heute lebt sie mit ihren beiden Kindern im
fünfzehnten Bezirk.

Ihre Wahl kann als Reaktion auf die Kritik an der Abgehobenheit mancher Funktionäre und die Vorwürfe mangelnden sozialen Engagements verstanden werden.