• vom 03.01.2019, 08:00 Uhr

Stadtleben


Immobilien

"Wir besorgen alle Eigenmittel kollektiv"




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Von Matthias G. Bernold und Magdalena Jöchler

  • Im Sonnwendviertel haben sich Menschen zusammengeschlossen, um ein Wohnhaus ohne Bauträger zu errichten.



Die Bewohner freuen sich auf ihr künftiges Eigenheim.

Die Bewohner freuen sich auf ihr künftiges Eigenheim.© privat Die Bewohner freuen sich auf ihr künftiges Eigenheim.© privat

Wien. Derzeit ist es wenig mehr als die Idee von einem Haus, die da im östlichen Winkel des Sonnwendviertels in Favoriten aus dem Boden wächst. Immerhin der Keller ist schon fertig und demnächst das Erdgeschoß, das eines Tages ein Fahrrad-Café samt Werkstatt beherbergen soll. Die Baustelle gehört zum Projekt "Bikes and Rails", eines von mehreren Baugruppen-Häusern, die derzeit in Wien entstehen oder bereits fertig sind. Baugruppe heißt, vereinfacht gesagt: Wohnraumerrichtung, die nicht von großen Bauträgern oder Genossenschaften durchgeführt wird, sondern von den künftigen Bewohnern selbst.

Zum Zweck der Planung und Errichtung schließen sich die Wohnwilligen meist in Form eines Vereins zusammen. Das Ziel ist, leistbaren Wohnraum schaffen, der nicht den Begehrlichkeiten des Immobilienmarktes unterworfen ist. Bei der Finanzierung greifen viele österreichische Baugruppen auf ein Modell zurück, das aus Deutschland stammt: Baugruppen dort gründeten das "Mietshäuser-Syndikat", eine Art Dachverband, der Anteile an Häusern und Immobilien hält. Das österreichische Pendant dazu ist "habiTAT", zu dem auch die Baugruppe "Bikes and Rails" gehört.



Während die Mitglieder der Baugruppe "ihr" Haus nach eigenen Vorstellungen planen und später bewohnen, verbleibt das Haus im Eigentum von Baugruppe und Dachverband. Privateigentum an den einzelnen Wohnungen ist ausgeschlossen, ebenso deren Veräußerung mit Gewinn. 27 Erwachsene und 15 Kinder sollen 2020 ins Haus von "Bikes and Rails" einziehen. Wie das Miteinander in einer Baugruppe funktioniert, berichten Manuel Hanke und Ingrid Schacherl, zwei künftige Bewohner.


"Wiener Zeitung": Sie haben den Zuschlag für das Projekt aufgrund Ihres Mobilitätskonzepts bekommen. Was steht da drinnen?

Ingrid Schacherl: Ursprünglich war das Sonnwendviertel als autofreier Stadtteil geplant. Eine Idee, die später leider immer weiter verwässert wurde. Wir haben für unser Projekt ein Konzept ausgearbeitet, das diesem ursprünglichen Gedanken folgt und es den Bewohnern möglichst einfach macht, das Leben mittels Fahrrad und öffentlichen Verkehrsmitteln zu meistern. Wir haben vor dem Haus viele Radabstellplätze und eine Ladestation für E-Bikes. Wir werden ein bis zwei Lastenräder für die Bewohner ankaufen und die Möglichkeit anbieten, Lastenräder auszuborgen. Zudem haben wir unseren Aufzug so dimensioniert, dass auch Räder mit Anhänger hineinpassen. Damit wir die Blumenerde mit dem Fahrrad direkt auf den Dachgarten bringen können.

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2019-01-02 17:02:18
Letzte Änderung am 2019-01-02 18:56:57



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