Wien. Zwecks Arena-Baus lässt sich das Rathaus jedenfalls nicht lumpen: 250 Millionen Euro nannte Finanzstadtrat Peter Hanke am Mittwoch als maximalen Kostenrahmen. Wobei noch offen ist, ob man Finanzierung und Betrieb selbst in die Hand nimmt oder private Partner ins Boot holt. Beides sei möglich, so der Ressortchef - der aber klarstellte: "Wir können uns das als Stadt und Wien Holding leisten."

Der Stadtbudget-Chef rechnet mit 130 Veranstaltungstagen und rund einer Millionen Besuchern pro Jahr in der neuen Halle. Bescheidenheit will man bei diesem Großprojekt nicht an den Tag legen. "Diese Arena wird als Veranstaltungsort international Furore machen", ist Hanke überzeugt. Er will den Neubau in Neu Marx als einen der Top-3-Standorte Europas - vergleichbar mit London oder Köln - etablieren.

Der noch unbebaute Teil des früheren Schlachthofareals hatte sich bei der Standortauswahl gegen neun weitere Konkurrenten durchgesetzt. Zur Auswahl standen noch die Locations Austria Center Vienna, Messe Wien, Donaukanalplatte (etwaige Überplattung zwischen Augarten- und Salztorbrücke), Hauptbahnhof, Donaufeld, Seestadt Aspern, Dusika-Stadion, Oberlaa und Rothneusiedl. Sämtliche Kandidaten wurden unter Zuziehung diverser Experten auf diverse Kriterien wie Verkehrsanbindung, Platzkapazität oder technische Erschließung abgeklopft.

Nur drei Standorte erfüllten alle Mindestanforderungen, wobei Neu Marx in einer nachfolgenden Detailanalyse dieser Shortlist mit 268 von 300 möglichen Bewertungspunkten als klarer Sieger hervorgegangen sei, wie Holding-Geschäftsführer Kurt Gollowitzer ausführte. Das zweitplatzierte Dusika-Stadion kam auf 204 Zähler, Donaufeld erreichte mit 128 Punkte Rang 3. Die neue Halle sei wichtig, damit auch künftig internationale Top-Stars - Gollowitzer nannte Billy Joel, U2 und Eminem - die Bundeshauptstadt mit Auftritten beehren.

70 Unternehmen
im Media Quarter

Bürgermeister Ludwig sprach von einem "sehr eingeübten Standort" und verwies auf die mittlerweile langjährige Bespielung der angrenzenden Marx-Halle und das etablierte Media Quarter, wo gut 70 Unternehmen mit etwa 1000 Beschäftigten ansässig sind. Die Marx-Halle werde durch den künftigen Nachbarn übrigens keineswegs obsolet, versicherte Hanke. Er wünscht sich vielmehr eine gute Kooperation der beiden Locations.

In Sachen Verkehrsanbindung betonte Hanke, dass die beiden U-Bahn-Stationen Erdberg und Schlachthausgasse (beide U3) nur jeweils rund 400 Meter von der Großarena entfernt seien. Etwaige Taktverdichtungen bei der S-Bahn oder den umliegenden Bus- und Straßenbahnverbindungen seien denkbar. Was Parkmöglichkeiten anbelangt, werde man die positiven Erfahrungen mit der Tiefgarage bei der Stadthalle einfließen lassen, hieß es.