Wien. Die Idee ist ganz einfach: Wer viel kocht, schmeißt auch viel weg. Das ist aus vielen Gründen eine Verschwendung und nicht zuletzt ein finanzieller Verlust. Das Thema fängt in jedem Haushalt an: Wer ärgert sich nicht über sich selbst mit jeder verschimmelten Mandarine, die im Mistkübel landet, weil man einfach zu viel eingekauft hat oder irgendwie dann doch zu wenig Lust auf Zitrusfrüchte gehabt hat?

Wer sich ausrechnen möchte, welchen monetären Wert jeder Abfall ausmacht (und sich dabei noch mehr ärgern möchte), der vergleicht den Wert des Einkaufs mit dem Wert des unverarbeiteten Abfalls. Dazu gehören Schalen, eventuell unschöne Fruchtteile, verdorbene Ware und ganz einfach Essenreste, die nicht gegessen wurden.

Diese simple Rechnung potenziert sich freilich und wird umso haarsträubender, je größer die Küche ist. Die Initiative United Against Waste (UAW) hat sich dieser im Detail doch recht komplizierten Rechnung verschrieben und hat nun nach einigen Jahren Recherche ein System entwickelt, mit dem Großküchen anhand von eigens entwickelten Kennzahlen und ohne viel Aufwand den eigenen Abfall analysieren, berechnen und in weiterer Folge vermeiden können. Das System nennt sich Moneytor (eine Abwandlung des Wortes Monitoring), wird seit 2018 im Normalbetrieb an knapp 90 Standorten in Österreich genutzt (35 davon in Wien) und kann schon erste Erfolge in der Müllvermeidung verbuchen.

Einsparungsmöglichkeiten aufzeigen

Eines haben die Initiatoren erkannt: Das Thema Lebensmittelabfallvermeidung wird vielen Betrieben erst über das Geldeinsparungsargument zugänglich und begreiflich gemacht. Andreas Zotz, Koordinator von United Against Waste, hat errechnet, dass in Österreich 3000 Großküchen betroffen sind, in denen laut Schätzungen pro Jahr insgesamt 60.000 Tonnen Lebensmittelabfälle anfallen. Das bedeutet einen Verlust von 12.000 Euro bei kleineren Betrieben wie Firmenküchen und bis zu 164.000 Euro bei Krankenhäusern.

Derzeit wird die Initiative UAW mit diversen Teilprogrammen von 12 teilnehmenden Großküchenbetreibern auf 96 Standorten aktiv mitgetragen und unterstützt. Dazu zählen öffentliche Betriebe wie Krankenhäuser und Pflege- und Seniorenwohnheime der KAV in Wien, aber auch private Catering- und Betriebsküchen von Eurest, Sodexo und der SV Group.