Auf einer vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes (DÖW) als neonazistisch bezeichneten Homepage findet sich ein Aufruf zu einem "Protestmarsch gegen die Verausländerungspolitik der SPÖ in Wien". Bereits bei der ersten Protestaktion der Bürgerinitiative Dammstraße im September 2007 haben sich laut SOS-Mitmensch rund 120 Neonazis unbehelligt in die Demonstration eingereiht.

"Gerade jene politischen Vertreter, die so gerne Toleranz und Menschenrechte im Munde führen, sind bei politisch Andersdenkenden schnell mit totalitären Vorschlägen zur Stelle", meinte schließlich FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache zum Verbotsaufruf von SOS-Mitmensch und Grüne.

SPÖ-Integrationssprecher Omar Al-Rawi ist ebenfalls gegen ein Demonstrationsverbot: "Zu demonstrieren ist ein grundlegendes demokratisches Recht", sagte er zur "Wiener Zeitung". "Aber ich überlege mir, auf die Gegendemonstration zu gehen." Er finde es nämlich bedenklich, dass es in Wien eine Demonstration gegen eine Moschee gibt, während der Papst in Jerusalem als erstes katholisches Oberhaupt ein muslimisches Heiligtum, den Felsendom, betritt. "Die angekündigte Demo ist eine eindeutig islamfeindliche Aktion und hat nichts mit der Baugenehmigung für den Ausbau des Islam-Zentrums zu tun", betonte Al Rawi.

Lärm befürchtet

Das Islamische Zentrum in der Dammstraße 37 soll - voraussichtlich erst in zwei Jahren - um Wohnungen, einen türkischen Supermarkt, eine Koranschule und einen türkischen Kindergarten erweitert werden. Die Anrainer befürchten Lärm und ein erhöhtes Verkehrsaufkommen, wenn das Zentrum einmal da ist. "Eine Parallelgesellschaft zu bilden, ist nicht der Sinn von Integration", meint außerdem die Initiatorin der Demonstration, Hannelore Schuster - die im Übrigen nach eigenen Angaben keine rechts- oder linksradikale Teilnehmer bei der Demonstration haben will.