• vom 03.10.2008, 17:17 Uhr

Stadtleben

Update: 05.10.2008, 18:15 Uhr

Liesing: Islamischer Friedhof eröffnet




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Von Stefan Beig

  • Fertigstellung war für 2003 geplant.
  • 3,4 Hektar große Fläche stellte Stadt Wien zur Verfügung.
  • Wien. "Wir wollen dort begraben sein, wo auch unsere Kinder begraben sein werden", betonte Anas Schakfeh, Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ), anlässlich der Eröffnung des Islamischen Friedhofs in Wien. Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) nannte das Projekt ein "sichtbares Zeichen des friedlichen Miteinanders der Religionen und Menschen in Wien".

Jahrelang war der Friedhof eine Baustelle. Die feierliche Eröffnung am Freitag fand fünf Jahre später statt als ursprünglich geplant. Zunächst stellte die Stadt Wien der IGGiÖ im Jahr 2001 ein 34.500 Quadratmeter großes und rund 1,7 Millionen Euro teures Liesinger Industriegebiet gratis zur Verfügung. Auch für die Aufschließung und die Mauer, die zusammen 600.000 Euro kosteten, war die Gemeinde zuständig.


Spenden vom Ausland

Die IGGiÖ übernahm die Errichtung der Friedhofsbauten, deren Fertigstellung für 2003 angekündigt war. Doch dann hielten archäologische Grabungen, die Insolvenz der Baufirma und Geldprobleme den Bau auf. Der Wiener Gemeinderat (SPÖ) und IGGiÖ-Integrationsbeauftragte Omar Al Rawi bemühten sich, die nötige Million Euro für die Errichtung der Gebäude aufzutreiben. Im August 2003 sagte der Opec-Fund 200.000 Euro für die Gebetshalle zu, im November 2004 machte Katar weitere 500.000 Euro locker, von Saudi-Arabien kamen 100.000 Euro, den Rest lieferten Spender im Inland.

Nach Sicherung der Finanzierung kam es 2006 zu einem Brandanschlag auf den Rohbau. Wenig später wurden dessen Wände mit 53 Kreuzen beschmiert. Mit dem Fertigstellungstermin Anfang Oktober konnte Wien gerade noch die Konkurrenz aus Vorarlberg überholen. Dort wird 2009 in Altach eine islamische Begräbnisstätte mit 300 Plätzen eröffnet werden.

Der Friedhof in Wien-Liesing sollte ursprünglich 2800 Toten Platz bieten, durch Verdichtung konnte nun die Zahl gesteigert werden: Die Angaben schwanken zurzeit zwischen 4000 und 5000 Verstorbenen, die mit Blick in Richtung Mekka bestattet werden. Dominiert wird der Komplex von einer hohen Aufbahrungshalle mit kalligraphischen Schriftzeichen und einem Kronleuchter.

Die übrigen Bundesländern haben bereits islamische Gräber auf den kommunalen Friedhöfen. Auf dem Zentralfriedhof in Graz ist ein "islamisches Gräberfeld" reserviert. In Lebring südlich von Graz gibt es einen islamischen Friedhof aus der K.u.K.-Zeit.



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Dokument erstellt am 2008-10-03 17:17:56
Letzte Änderung am 2008-10-05 18:15:00


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