• vom 13.02.2008, 17:08 Uhr

Stadtleben


Die Instandsetzung des 135 Jahre alten Wasserspeichers soll bis 2010 abgeschlossen sein

Neue Wanne in der Wanne




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Von Alexa Jirez

  • Wasserbehälter am Wienerberg wird generalsaniert.
  • Reservoir versorgt innere Bezirke täglich mit Hochquellwasser.
  • In Favoriten haben etwa 20 Bauarbeiter gerade ordentlich zu tun. Der Wasserbehälter am Wienerberg, der im Jahre 1889 fertiggestellt wurde, ist in die Jahre gekommen und bedarf einer Generalsanierung.

Gemeinsam mit dem Behälter auf der Schmelz versorgt das Reservoir am Wienerberg die Bezirke innerhalb des Gürtels mit Hochquellwasser. Durch die erhöhte Lage benötigt man keine Pumpen, um das Wasser in die Innenstadt zu leiten. Allein durch die Schwerkraft gelangt das Trinkwasser auch noch ins Dachgeschoß eines mehrstöckigen Wohnhauses im 1. Bezirk. Derzeit hat der Wienerberger Wasserbehälter ein Fassungsvolumen von 30.000 Kubikmeter. Durch die Sanierung soll die Kapazität auf 41.500 Kubikmeter erhöht werden.


Der neue Wasserbehälter wird ab Herbst 2008 nach dem "Wanne-in-Wanne-System" errichtet: "Dieses ist in Österreich einzigartig", betont der zuständige Projektleiter der MA31 (Wiener Wasserwerke), Norbert Kricha. Grundsätzlich ist so ein Wasserbehälter wie ein riesiges Schwimmbecken mit einem Dach.

Bei der Sanierung wird das Dach entfernt und ein neues Becken aus Stahlbeton eingesetzt: "Dieses Verfahren ist effizient und nachhaltig, da die bereits bestehende Konstruktion genützt wird. So fällt auch weit weniger Bauschutt an", weiß Kricha. Da es in der Stadt nicht möglich ist, einfach ein neues Wasserwerk zu bauen, werde das vorhandene Gelände genützt, so der Experte.

Das neue Reservoir besteht aus einer Bodenplatte und bis zu 50 Zentimeter starken Stahlbetonwänden, die in den alten Behälter eingesetzt werden. Anschließend kommt wieder ein Dach darauf. Dieses wird am Schluss erneut mit Erde beschüttet - fertig ist der neue Behälter.

Das größere Volumen wird durch den höheren Wasserspiegel gewährleistet. Die neue Wanne wird nämlich einen halben Meter höher sein, die Grundfläche hingegen bleibt gleich.

Neue Rohrsysteme

Um Verkehrsbehinderungen zu minimieren, wird vor allem in der Nacht gearbeitet. Das Sanierungskonzept umfasst auch die Neuverlegung der Rohrstränge. Diese Arbeiten haben am 12. Februar begonnen und sollen bis April abgeschlossen sein. Bis zu einen Meter Durchmesser hat so ein Transportrohr, das die Wasserbehälter miteinander verbindet. "Die Wasserbehälter sind lediglich Speicher für den Bedarfsfall, um eine lückenlose Wasserversorgung auch zu den Spitzenzeiten zu gewährleisten", erklärt der Bauleiter. Die Riesenrohre werden in einer offenen Künette mit fünf Metern Tiefe und mehr als vier Metern Breite vergraben. Dabei werden auch jene Rohre ausgetauscht, die 2006 zu einem veritablen Wassergebrechen führten: Im November 2006 brach bei der Spinnerin am Kreuz ein Rohr. 4500 Kubikmeter Wasser ergossen sich auf die Triester Straße. Die Sanierung für den Wienerberger Behälter war damals laut MA31 zwar bereits anvisiert, aber der Zwischenfall "hat die Entscheidung erleichtert, hier Maßnahmen zu ergreifen", sagt Kricha. Das Projekt soll bis 2010 abgeschlossen sein und wird ungefähr 12,5 Millionen Euro kosten.

Die Wiener Wasserwerke können täglich fast 600.000 Kubikmeter Wasser liefern. Der Löwenanteil kommt von den beiden Wiener Hochquellwasserleitungen mit bis zu 400.000 Kubikmetern pro Tag. Der Anteil an Grundwasser beim jährlichen Gesamtaufkommen liegt lediglich bei unter fünf Prozent.



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2008-02-13 17:08:14
Letzte Änderung am 2008-02-13 17:08:00

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