• vom 30.12.2011, 11:18 Uhr

Stadtleben

Update: 03.01.2012, 13:54 Uhr

Kaffeehaus

Ableben Hawelkas ein großer Verlust für die Wiener Kaffeehausbranche




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  • Branche trauert um einen großen Cafétier
  • Cafe Hawelka sei für viele Künstler "Wohn- und Arbeitsstätte" gewesen.
  • Kulturstadtrat würdigt die "einzigartigen Buchteln",
  • ORF ändert Samstagfrüh sein Programm und zeigt Hawelka-Doku.

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20111230hawweell© (c) AP 20111230hawweell© (c) AP

Wien. Die Wiener Kaffeesieder sind aufgrund des gestrigen Ablebens von Leopold Hawelka tief betroffen. "Die gesamte Wiener Kaffeehausszene trauert mit den Angehörigen um einen Menschen, der die Geschichte der Wiener Kaffeehauskultur sehr stark beeinflusst hat", so Berndt Querfeld, Obmann der Fachgruppe Wien der Kaffeehäuser der Wirtschaftskammer Wien und Berufsgruppenobmann der Kaffeehäuser Österreichs in einer Aussendung.

Leben und Ehrungen
Bereits im Jahr 1939 erwarb Hawelka gemeinsam mit seiner Frau Josefine das Kaffeehaus in der Dorotheergasse Nr. 6 und arbeitete mit großem Fleiß, wodurch es ihm gelang, eine Institution zu erschaffen. Für seine herausragende Arbeit erhielt Hawelka zahlreiche Auszeichnungen wie z.B. die silberne Ehrenmedaille für besondere Verdienste der Kammer der Gewerblichen Wirtschaft (1989), den Wiener Tourismuspreis (1999) oder das Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich (2000). Anlässlich seines 100. Geburtstags im April 2011 überreichte ihm die Präsidentin der Wirtschaftkammer Wien, KommR Brigitte Jank, die "Goldene Kammermedaillle" und das "Goldene Kaffeesiederkännchen", welches von der Kaffeesiederbranche für besondere Verdienste um das Wiener Kaffeehaus vergeben wird.


"Den Wiener Cafétiers bleibt Leopold Hawelka als großes Vorbild in Erinnerung. Weiters sind wir ihm zu großem Dank verpflichtet, da er die Wiener Kaffeehauskultur weit über die Grenzen Wiens bekannt und beliebt gemacht hat. So hat auch seine Arbeit zu einem großen Teil dazu beigetragen, dass die Wiener Kaffeehauskultur von der UNESCO zum Kulturerbe ernannt wurde", so Querfeld.

Stadtrat Mailath: "Stück Wiener Kultur"
Der Wiener Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny (S) hat den verstorbenen Cafetier Leopold Hawelka als "Kaffeehauslegende" und "ein Stück Wiener Kultur" gewürdigt. Hawelkas Kaffeehaus in der Wiener Innenstadt sei ein Treffpunkt für die Kunst- und Literatenszene der Nachkriegszeit gewesen, erinnerte Mailath-Pokorny in einer Aussendung.

"Das 'Hawelka' war für viele Künstler gerade in ihrer Anfangszeit Wohn- und Arbeitsstätte. Ein Ort für Kreativität, Gedankenaustausch und auch zum Wohlfühlen. Mit seiner typisch Wienerischen Gastfreundschaft, seiner Atmosphäre, Patina und auch wegen seiner einzigartigen Buchteln ist das Hawelka auch heute noch ein Kaffeehaus mit großer Anziehungskraft", so Mailath.

ORF zeigt am Samstag Doku über Cafetier-Familie

In memoriam Leopold Hawelka ändert der ORF sein Programm und zeigt am Samstag eine TV-Dokumentation über die legendäre Cafetier-Familie. Zu sehen ist "Königin Josefine - Die Hawelkas und ihr Cafe" um 9 Uhr 05 in ORF 2. Der 2002 entstandene Film von Andrea Eckert porträtiert die beiden Lokalgründer, Leopold und seine Gattin Josefine Hawelka, und würdigt ihr zur Institution gewordenes Cafe und seine Gäste. Auch im Anschluss um 10 Uhr steht das Kaffeehaus im Mittelpunkt. Hans Moser und Paul Hörbiger treiben im Streifen "Wiener Gschichten" aus 1940 als Wiener Zahlkellner ihr Unwesen.




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2011-12-30 11:21:25
Letzte Änderung am 2012-01-03 13:54:13


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