• vom 12.10.2012, 17:16 Uhr

Stadtleben

Update: 12.10.2012, 18:11 Uhr

Müll

"Es gibt Sollbruchstellen"




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Von Barbara Sorge

  • Geplante Obsoleszenz - wenn Geräte nach der Gewährleistung kaputt werden.

"Wiener Zeitung": Wann ist Ihnen erstmals aufgefallen, dass es geplante Obsoleszenz gibt?

Sepp Eisenriegler: 1998. In dem Moment, wo wir begonnen haben, war klar, dass es Sollbruchstellen gibt. Es war aber nicht so offensichtlich, die Erfahrung damit war nicht so groß und es hat niemanden gegeben, der einen Hype um dieses Thema erzeugt hat. Im Prinzip kenne ich das Thema, ohne gewusst zu haben, dass es so heißt, seit 20 Jahren. Es hat schon damals elektrische Zahnbürsten gegeben, bei denen man keinen Akku tauschen konnte.

Was empfehlen Sie Konsumenten, um nicht Opfer geplanter Obsoleszenz zu werden?

Das Erste ist einmal, qualitativ hochwertige, langlebige, leicht reparierbare Produkte zu kaufen. Das Zweite ist, sich entsprechend beraten zu lassen, wenn man sich nicht sicher ist, ob der Preis das richtige Signal ist, um ein qualitativ hochwertiges Produkt zu kaufen. Da stehen auch wir gerne zur Verfügung. Es gibt aber auch die Umweltberatung, den Verein für Konsumenteninformation (VKI) oder die Konsumentenabteilung der Arbeiterkammer.

Was für Beispiele für geplante Obsoleszenz kennen Sie?

Zum Beispiel Laptops. Da ist bei Geräten der billig- bis mittelpreisigen Kategorien die Grafikkarte in die Hauptplatine eingepresst. Damit ist nach zwei bis drei Jahren, wenn durch Überhitzung die Grafikkarte kaputt wird, eine Reparatur unwirtschaftlich, weil man das ganze Motherboard tauschen müsste. Bei höherpreisigen Geräten ist hingegen die Grafikkarte gesockelt und die kann man tauschen.

Bei den Billig-Waschmaschinen sind die klassischen Sollbruchstellen die Stoßdämpfer, die zu schwach sind, die 1600 Schleudertouren auszugleichen. Dann wird das Lager kaputt, und weil das in einen Kunststoffbottich eingepresst ist, kann man nicht nur das Lager tauschen, sondern muss den Bottich mittauschen. Und das wird teuer. Bei Flat-TVs sind es die Elektrolyt-Kondensatoren. Sie sind zu schwach, um der Hitzeentwicklung standzuhalten. Dabei würde der Einbau eines hitzetauglichen Kondensators bei der Produktion höchstens zwei Cent mehr kosten.




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2012-10-12 17:41:03
Letzte Änderung am 2012-10-12 18:11:11



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