Wien. Als Unternehmerin in Wien zu arbeiten, ist nicht immer einfach. Man muss "im Grunde ohne Unterstützung" auskommen, weiß Patrice Fuchs davon ein Lied zu singen. Für die Revitalisierung des "Erdlochs", das ihr Lokal vorher war, bekommt sie höchstens 1000 bis 2000 Euro. Davon habe sie bis jetzt aber noch nichts gesehen, so die Jungunternehmerin. Kein Grund allerdings für sie, sich von ihren Träumen abhalten zu lassen. Und so stellte sie einiges auf die Beine: Von ihrem ersten Geschäft "Unter Umständen" bis zum "Popshop" und dem neuen Magazin mit Wien-Schwerpunkt: "Familie rockt".

Für manche Menschen gibt es nichts Schöneres als angestellt zu sein. Ein Jahr lang war die Wienerin es selbst. Cool war diese Zeit als ORF-Redakteurin, regelmäßig Geld auf dem Konto zu haben und das erste Mal Weihnachten mit Leichtigkeit feiern zu können. Doch irgendwann wurde das bisschen Leichtigkeit schal. "Ich wollte meinen eigenen Weg gehen", sagt die 39-Jährige. Tagaus tagein derselben Beschäftigung nachzugehen, liegt der gebürtigen Schwedin mit den pechschwarzen Haaren und dem blassen Teint nicht. Sie lässt sich nichts anschaffen. Sie macht einfach. Und das seit Jahren.

Vor acht Jahren hat sie ihr erstes Geschäft eröffnet, "Unter Umständen", ein Schwangerschaftsmodengeschäft für "lebensfrohe Mütter". Sechs Jahre darauf folgte "Popshop" in der Stiegengasse 16 im sechsten Bezirk, ein "Konzeptstore". Es ist ein Geschäft für all jene, die sich nach Geschirr aus Skandinavien sehnen, Vintage-Kleidern aus Japan, Vinyl aus zweiter Hand und Schokolade und Schaumgummi aus Schweden.

Und jetzt hat Fuchs ihr jüngstes Projekt an den Start gebracht: das Elternmagazin "Familie rockt!". Alle zwei Monate erscheint das Magazin in Wien mit einer Auflage von 20.000 Stück. Von hipper Babymode über Kochrezepte bis hin zu einer Hommage an cholerische Väter will die Zeitschrift alle jenen gute Laune machen, die Familie nicht als Zumutung verstehen. Schwedische Familienblogs haben sie inspiriert, sie hat von Frauen gelesen, die Mütter sind, in emanzipierten Beziehungen leben, Halbe-Halbe nicht nur vom Hörensagen kennen, sondern tatsächlich leben. Es muss nicht immer alles anstrengend und bitter sein, man kann manchmal einfach nur einmal machen und schauen, was passiert - und lachen. "Mir geht es um Humor. Wenn du Kinder hast und keinen Humor, dann ist das traurig", erklärt die zweifache Mutter ihre Mission als Blattmacherin.