• vom 27.02.2014, 17:26 Uhr

Stadtleben

Update: 28.02.2014, 08:44 Uhr

Bauvorhaben

Eislaufen im Schatten von 73-Meter-Turm




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Von Stephanie Schüller

  • Areal um Eislaufverein soll ab 2016 umgestaltet werden.

Das Projekt für den Eislaufverein von Isay Weinfeld.

Das Projekt für den Eislaufverein von Isay Weinfeld.© wertinvest Das Projekt für den Eislaufverein von Isay Weinfeld.© wertinvest

Wien. Wien wächst, das ist nicht zu übersehen. Doch nicht nur in den Randbezirken, wie der Seestadt, tut sich etwas. Auch in der Innenstadt soll in den nächsten Jahren viel gebaut werden. Zum Beispiel an der Grenze zwischen dem ersten und dritten Bezirk.


Das Areal rund um den traditionsreichen Wiener Eislaufverein (WEV) wird umgestaltet. Seit zwei Jahren laufen die Vorbereitungen, am Donnerstag wurde nun das Siegerprojekt des Architekturwettbewerbes im Hotel Intercontinental vorgestellt.

Der Plan steht
Isay Weinfeld ist der Name des brasilianischen Architekten, der einen wichtigen und sensiblen Teil der Stadt bearbeiten wird. Neben dem Hotel Intercontinental und dem WEV prägt auch das Konzerthaus das Areal zwischen Stadtpark und Schwarzenbergplatz. Außerdem grenzt es an das Unesco-Weltkulturerbe Wiener Innenstadt. Die Situation des Areals sei laut Wiener Planungsdirektor Thomas Madreiter schon "seit Langem nicht mehr befriedigend." Mit Isay sei laut Jury jemand gefunden worden, der "das Potenzial des Standortes und der Architektur anerkennt, modifiziert und erweitert".

Der große Freiluft-Eislaufplatz soll bleiben, auch das Hotelgebäude bleibt bestehen. An der Rückseite des Hotels soll ein 73 Meter hoher Neubau entstehen. Das Eislaufgelände soll zur Lothringenstraße hin frei bleiben und einen offenen Platz bilden. Das Areal gegen den Heumarkt wird mit einem viergeschoßigen geschlossenen Bauwerk begrenzt.

Projekt stößt auf Kritik
"Der Wiener Eislaufverein soll erhalten bleiben, doch aus der Winternutzung des Areals soll eine Ganzjahresnutzung werden", sagt Madreiter. Der Eislaufverein erhält eine ganzjährig nutzbare Indoor-Trainingshalle, für die umliegenden Schulen wird ein Turnsaal gebaut. Die Anzahl der Hotelzimmer wird gleich bleiben, 2200 Quadratmeter sind für temporäre Wohnungen mit Hotelservice vorgesehen. Zusätzliche 7700 Quadratmeter werden für Wohnungen genutzt. Auch für Büro- und Kongressmöglichkeiten ist Platz.

Ob das Projekt genauso umgesetzt werden kann, ist noch unklar. Die Flächenwidmungsphase sowie Gespräche mit der Unesco stehen erst bevor. "Ich glaube nicht, dass es darum geht, die Unesco von irgendwelchen Argumenten zu überzeugen, sondern dieses schlüssige Projekt einfach mit ihnen zu diskutieren", so Madreiter. Aus dem Publikum erheben sich am Donnerstag Stimmen gegen das Projekt. Die Bürger seien nicht in das Projekt miteinbezogen worden, klagen einige Besucher. Auch Vertreter der Initiative Denkmalschutz fordern im Internet dazu auf, das "Verbauungsprojekt stark zu redimensionieren."

Vom 28. Februar bis zum 9. März informiert eine Ausstellung im Hotel Intercontinental über das Projekt. An jedem Tag stehen von 17 bis 19 Uhr Projektbeteiligte für persönliche Gespräche zur Verfügung. Laut Daniela Enzi, Projektentwicklerin des Investors WertInvest, freue man sich auf eine "rege Diskussion." Nach Abschluss des Flächenwidmungs- und Baubewilligungsverfahrens soll im Frühjahr 2016 der Baubeginn starten. Der WEV wird in der Zwischenzeit ein Ausweichquartier beziehen.




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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2014-02-27 17:26:05
Letzte Änderung am 2014-02-28 08:44:00



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