• vom 06.03.2014, 17:47 Uhr

Stadtleben

Update: 06.03.2014, 18:05 Uhr

Diabetes

Des Wieners bitterer Zucker




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Von Ina Weber und Bernd Vasari

  • 40 Prozent der Wiener haben Krankheit Diabetes in der Familie.

Nicht nur oben drauf steckt der Zucker. - © fotolia/eyeQ

Nicht nur oben drauf steckt der Zucker. © fotolia/eyeQ

Wien. Wer nicht betroffen ist, dem kommt gar nicht in den Sinn, auch einmal krank werden zu können oder gar schon krank zu sein. Vor allem bei Diabetes-Erkrankungen scheint dies der Fall zu sein. Denn laut Walter Wintersberger vom Marktforschungsinstitut Spectra sprechen die Zahlen für sich: "89 Prozent jener, die angeben, nicht an Diabetes erkrankt zu sein, haben überhaupt keine Sorge, dass Diabetes eines Tages für sie ein Thema werden könnte." Dabei geben mehr als 40 Prozent der im Zuge einer Studie Befragten in Wien an, dass nähere Angehörige in der eigenen Familie von Diabetes betroffen sind. Und wie bekannt ist, hängt die Krankheit, die auch tödlich enden kann, nicht nur vom jeweiligen Lebensstil ab, sondern kann auch genetisch vererbt sein.


600.000 Diabetiker gibt es in ganz Österreich. "Im Jahr 2030 werden es 800.000 sein", schätzt Thomas Wascher, der Präsident der Österreichischen Diabetesgesellschaft. Das bedeute 10.000 Tote pro Jahr, "so groß wie Tulln". Gemeinsam mit der Pharmafirma MSD und der Sängerin Jazz Gitti präsentierten Wascher und Wintersperger am Donnerstag die aktuellsten Zahlen, die auf Basis einer im Herbst 2013 unter 500 Menschen in Österreich durchgeführten Umfrage auf dem Tisch liegen. Sie forderten eine Verankerung von Diabetes in den Rahmen-Gesundheitszielen der Republik. "Neun von zehn Österreichern halten Diabetes für eine ernste bis sehr ernste Erkrankung, wissen aber offenbar nicht warum. Denn drei von vier Befragten bringen Diabetes nicht mit den wirklich häufigen Folgen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall in Verbindung", so Wascher von der Österreichischen Diabetes Gesellschaft.

In Wien leiden laut Krankenanstaltenverbund rund 60.000 Personen an Diabetes. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird die Zahl bis 2030 um rund 40 Prozent wachsen. Neben der Vererbung kann die Krankheit viele Ursachen haben, etwa Übergewicht oder hoher Blutdruck. Wenn man Diabetes hat, kann der Körper nicht mehr genügend Insulin produzieren oder das vom Körper produzierte Insulin kann nicht mehr gut verwertet werden. Das Ergebnis: Der Blutzuckerspiegel steigt an und kann zu gesundheitlichen Problemen führen, im schlimmsten Fall zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall.

"Vor allem ein Problem im Osten von Österreich"
Bei Martha Putpul, besser bekannt als Jazz Gitti, war Diabetes wie sie sagt, vorprogrammiert. "Ich war ein dickes Kind und meine Mutter ist mit 42 Jahren an Diabetes gestorben." Die Sängerin lebte zehn Jahre lang in Israel, "dort hatte ich 80 Kilo. Als ich wieder nach Österreich zurückgekommen bin, hatte ich nach zwei, drei Monaten wieder fast hundert Kilo." Das sei vor allem ein Problem im Osten von Österreich. "In Tirol gibt’s niemanden, der einen Bauch hat", so die Sängerin. Heute könne sie mit fast 68 Jahren gut mit ihrer Krankheit umgehen. "Es geht mir gut, man muss auf seine Gesundheit schauen. Man kann Diabetes auch durch Burnout bekommen", sagt sie.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2014-03-06 17:50:05
Letzte Änderung am 2014-03-06 18:05:02


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