• vom 21.05.2014, 11:00 Uhr

Stadtleben

Update: 31.05.2016, 10:25 Uhr

Labyrinthe

Im Wandelgang




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Von Barbara Sorge

  • Immer wieder trifft man im Wiener Stadtbild auf Labyrinthe - ein Symbol für das Leben, ein "maximaler Umweg" und eine Möglichkeit für Entschleunigung mitten in der Stadt.

Das Steinlabyrinth im Kurpark Oberlaa wurde in Abstimmung mit Ilse Seifried angelegt - "es wird mich überleben", sagt sie stolz. - © Barbara Sorge

Das Steinlabyrinth im Kurpark Oberlaa wurde in Abstimmung mit Ilse Seifried angelegt - "es wird mich überleben", sagt sie stolz. © Barbara Sorge

Wien. Sieben Mal kehrt man um. Sieben Mal führt der Weg in eine andere Richtung. Leitet Gehende zuerst direkt auf das Zentrum zu, um sie dann zum am weitesten entfernten Punkt zu führen. Wenn man dranbleibt, kommt man ans Ziel, ins Zentrum des Labyrinths. Man könnte es schneller haben, wenn man die Begrenzungen des Weges missachtet und einfach in die Mitte geht. Weg und Grenzen, das sind nur zwei von vielen Themen, die Ilse Seifried im Labyrinth gespiegelt sieht.

Langsam geht sie durch "ihr" Labyrinth. Das Steinlabyrinth im Kurpark Oberlaa wurde 2008 gebaut und 2009 eröffnet. Das zuvor (2004) in der Nähe angelegte Blumenlabyrinth - das erste öffentlich zugängliche und begehbare Labyrinth in Wien - wurde wegen der aufwendigen Pflege aufgelassen. "Diese Anlage wird mich überleben", sagt Seifried stolz zur Neuanlage. Auch wenn sie es gerne gesehen hätte, dass dieses wie die Vorgängerstruktur gegen den Uhrzeigersinn gedreht worden wäre.


Dass Labyrinthe ihr Lieblingsthema sind, merkt man sofort. Stundenlang kann die gelernte Sprachheilpädagogin über Labyrinthe und deren 5000-jährige Kunst- und Kulturgeschichte, Bedeutung und Hintergründe erzählen. Immer wieder sei sie auf diese Struktur gestoßen, sagt sie, bis sie 1997 begann, sich in die Materie zu vertiefen und, wie es ihre kommunikative Art ist, diese auch mit Ausstellungen, Seminaren und Workshops zu verbreiten. Damit ist sie in diesem Bereich - gemeinsam mit dem Tiroler Labyrinthe-Bauer Gernot Candolini - eine Vorreiterin in Österreich.

Information

Nähere Informationen zu Labyrinthen unter www.das-labyrinth.at

Für interessierte Leser gibt es eine "Einführung ins Labyrinth" am Freitag, 20. Juni, von 15 bis 18 Uhr.

Labyrinthe-Hype zur Jahrtausendwende
Ende der 1990er Jahre gab es einen Labyrinthe-Hype, zwischen 2000 und 2010 wurden viele gebaut. Inzwischen sei zwar das breite Interesse vorbei, aber das Thema sei gut "eingewurzelt", sagt Seifried, die anlässlich der kommenden Langen Nacht der Kirchen am Freitag österreichweit etwa 20 Veranstaltungen rund um Labyrinthe gezählt hat.

Vor der Christuskirche am Matzleinsdorfer Platz ist 2006 ein weiteres Labyrinth entstanden. Pfarrer Michael Wolf hat es angelegt und nutzt es für religionspädagogische Führungen am Friedhof. "Es handelt sich um ein christliches Labyrinth - es ist das Labyrinth von Chartres in Originalgröße nachgezeichnet. Bei den Führungen ist die Beschreitung des Lebensweges, der durch das Labyrinth repräsentiert wird, Ausgangs- und auch Abschlusspunkt. Es ist kein Irrweg, sondern er führt direkt in die Mitte. Durch die Kreuzungen und Windungen schafft er immer wieder die Möglichkeit, dass man sich orientiert." Dieses Jahr wird es erneuert, 20 Kilo rote Farbe und 15 Kilo weiße Farbe werden dazu nötig sein.



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Schlagwörter

Labyrinthe, Ilse Seifried

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2014-05-20 17:56:04
Letzte Änderung am 2016-05-31 10:25:14


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