• vom 24.09.2014, 09:28 Uhr

Stadtleben

Update: 24.09.2014, 09:42 Uhr

Jüdische Gemeinde

Wunsch nach Frieden




  • Artikel
  • Lesenswert (6)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Alexia Weiss

  • Mit dem Neujahrsfest beginnen weltweit die Hohen Feiertage der Juden.

Das Gebet zu den Hohen Feiertagen ist für die Juden etwas ganz Besonderes. - © Corbis

Das Gebet zu den Hohen Feiertagen ist für die Juden etwas ganz Besonderes. © Corbis

Wien. Jedes Jahr im Herbst, kurz nach Schulbeginn, manchmal auch etwas später, je nachdem, was der jüdische Kalender anzeigt, feiern Juden weltweit die Hohen Feiertage, die heuer diesen Mittwoch Abend mit Rosch HaSchana, dem Neujahrsfest, beginnen und am 4. Oktober mit Jom Kippur, dem Versöhnungstag, enden. Kulinarisch wird vor allem Süßes serviert: Traditionellerweise sind das Äpfel, die man in Honig tunkt. Aber auch Süßspeisen mit Honig, wie etwa Honigkuchen, werden oft gereicht.


Der süße Honig soll dafür sorgen, dass das neue Jahr - in der jüdischen Zeitrechnung beginnt das Jahr 5775 - süß, also gut wird. Doch auch jeder Einzelne hat es in der Hand, hier etwas zu beeinflussen: Denn die Tage zwischen Rosch HaSchana dienen der Selbstreflexion. Was ist gut gelaufen im zu Ende gegangenen Jahr, wen habe ich gekränkt oder verärgert, wie kann ich das noch bereinigen, was will ich im kommenden Jahr besser machen, was wünsche ich mir?

Shalom Bernholtz führt das koschere Restaurant in der Seitenstettengasse und betreibt in Wien ein koscheres Catering. Für ihn als religiöser Jude stehe das Gericht, das zu Rosch HaSchana gehalten wird, im Mittelpunkt. Ein Gericht übrigens, das nicht nur über Juden gehalten werde, sondern über alle Menschen, wie Benholtz betont. Gute und schlechte Taten würden auf eine Waage gelegt. Je nachdem, was die Waage anzeige, so gestalte sich dann auch das darauf folgende Jahr. Das Feine sei: Bis Jom Kippur gebe es noch die Möglichkeit zur Verbesserung. Wie man sich das vorstellen könne? "Man kann sich entschuldigen, wenn man gestritten hat, oder Geld zurückgeben, wenn man jemandem noch etwas schuldig ist. Und in jedem Fall kann man Spenden für Arme geben."

Auch Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg betont: "Das neue Jahr ist die Möglichkeit, einen neuen Weg zu gehen." Wenn man in sich höre, wisse auch jeder, woran er oder sie dafür arbeiten müsse. Als Oberrabbiner habe er angesichts der aktuellen weltpolitischen Lage allerdings einen Wunsch, und zwar nicht nur für die Wiener jüdische Gemeinde: "Sehr viel Liebe und Frieden."

Damit ist der Oberrabbiner nicht alleine. Mally Shaked führt Besuchergruppen durch das jüdische Wien, vor allem aber durch den Stadttempel. Sie ist in Israel aufgewachsen, hat dann nach Österreich geheiratet. In die Synagoge gehe sie jeden Schabbat, erzählt sie, aber das Gebet zu den Hohen Feiertagen sei jedes Jahr wieder etwas ganz Besonderes. Da sei man Gott ganz nah. Sie liebt es, dass die Familie zu den Feiertagen zusammenkommt, gemeinsam gegessen und gesungen werde. Dieses Jahr wolle sie beim Gebet vor allem um Frieden bitten: "Frieden für Israel. Das ist das Wichtigste für mich."

weiterlesen auf Seite 2 von 2




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2014-09-23 17:14:05
Letzte Änderung am 2014-09-24 09:42:37



Vor Gericht

"Weiß selber nicht, was wahr ist"

- © apa/Hans Punz Wien. "Ich mache das nun seit 30 Jahren. Aber dieser Strafakt ist einzigartig", sagt Staatsanwältin Ursula Schrall-Kropiunig... weiter




Vor Gericht

"Früher oder später hätte es gekracht"

Der Weihnachtsmarkt in Ludwigshafen: K. soll ein Kind angestiftet haben, hier einen Anschlagsversuch zu unternehmen. - © apa/masterpress/Prosswitz Wien. Er soll der Staatsfeind Nummer 1, ein Top-Terrorist und hochgefährlich sein: der 19-jährige K., der sich seit Mittwoch vor einem... weiter





Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Atib-Auflösung wird keine einfache Sache
  2. "Wir haben keine weiße Weste"
  3. Der unkaputtbare Schilling
  4. Heißer Marathon
  5. Ein Turm und die Menschheit
Meistkommentiert
  1. Soros-Uni kommt nach Wien
  2. ATIB-Moschee im Visier der Behörden
  3. Der grüne Kronprinz
  4. Ein Turm und die Menschheit
  5. Stadt Wien saniert Bauordnung

Werbung


Uber

Wien macht gegen Online-Giganten mobil

- © WZ-Illustration:Fotolia/mast3r Wien. Andreas hatte es schon einmal einfacher. Mitten in der Nacht brettert der Taxilenker mit seinem alten Mercedes über die menschenleere... weiter




Max Catering

Der Geschmack von Schule

- © Max Catering Wien. Drei Männer mit hellblauer Plastikhaube auf dem Kopf stehen vor großen silbernen Kochformen. Einer hält einen Schöpfer so groß wie ein Fußball... weiter




Urban Gardening

Ein Garten für den Augarten

20180329CityFarm01 - © Simon Kraus/www.cityfarm.wien Wien. Hinter dem Tiergarten, dort, wo das Giraffenmännchen Kimbar mit den beiden Weibchen Rita und Carla seinen Alterssitz hat... weiter






Religion

Kein Osterhase, aber bunte Eier

Kein Osterhase, aber bunte Eier Wien. Während vorigen Sonntag in den katholischen Gotteshäusern Hochämter zum Ostersonntag gehalten wurden, war für die orthodoxe Christenheit an...

Religion

"Es braucht einfach viel Geduld"

"Es braucht einfach viel Geduld" Wien. Die Leiterin des Pastoralamts der Erzdiözese Wien, Veronika Prüller-Jagenteufel, nimmt demnächst Abschied: Die 52-Jährige wechselt Ende August...



Haus des Meeres

Klapperschlangen überraschen mit Nachwuchs

20180419Klapperschlange - © Haus des Meeres/Günther Hulla Wien. Das Uracoan-Klapperschlangenpärchen hat im Wiener Haus des Meeres in der Vorwoche mit Nachwuchs überrascht. Nachdem diese aus einem kleinen... weiter




Staatsbesuch

Ein Panda für Schönbrunn?

20180408panda - © APAweb/AP, Drew Fellman Peking/Wien. Bekommt Schönbrunn einen neuen Panda aus China? Bundespräsident Alexander Van der Bellen ist diesbezüglich jedenfalls guter Hoffnung... weiter






Werbung


Werbung