• vom 09.10.2014, 17:38 Uhr

Stadtleben

Update: 10.10.2014, 19:57 Uhr

Wein

"2014 ist sicher kein einfaches Jahr"




  • Artikel
  • Lesenswert (6)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Johann Werfring

  • Weinlese im kleinsten Weingarten der Stadt am Schwarzenbergplatz.

V.l.n.r.: Hans Schmid, Besitzer des Weinguts Mayer am Pfarrplatz, Wiens Dompfarrer Toni Faber sowie Weinlesehelfer Herbert Schilling, Obmann des Landesweinbauverbandes Wien, und Bürgermeister Michael Häupl bei der Arbeit. - © Martina Lex

V.l.n.r.: Hans Schmid, Besitzer des Weinguts Mayer am Pfarrplatz, Wiens Dompfarrer Toni Faber sowie Weinlesehelfer Herbert Schilling, Obmann des Landesweinbauverbandes Wien, und Bürgermeister Michael Häupl bei der Arbeit. © Martina Lex

Wien. Im Vorgarten des Hauses Schwarzenbergplatz 2 findet alljährlich ein besonderes Ritual statt. Zu Kaisers Zeiten hatte dort ein aus Siebenbürgen stammender Hausmeister ein paar Rebzeilen gepflanzt. Heute wird dieser "Kleinste Weingarten Wiens" liebevoll gehegt und gepflegt. Besitzer ist das bekannte Weingut "Mayer am Pfarrplatz".

Begonnen hatte der Brauch der "Bürgermeisterlese" im Jahr 1999 mit einem sehr guten Jahrgang. Bürgermeister Häupl, der auch heuer wieder Hand an die Reben legte, erinnerte sich daran, wie er einst schon als Bub Weinlesehelfer gewesen ist.


Der Weingarten am Schwarzenbergplatz ist mit einem Gemischten Satz bestockt. In den vergangenen Jahren hat diese althergebrachte Wirtschaftsweise in Wien eine unglaubliche Renaissance erlebt. Der "Wiener Gemischter Satz" hat im Wiener Weinbau mittlerweile einen bevorzugten Stellenwert: 151 Hektar von insgesamt 518 Hektar sind derzeit in Wien mit "Wiener Gemischtem Satz" bepflanzt, das entspricht 30 Prozent der Wiener Weißweinfläche respektive einem Viertel der Gesamtweinbaufläche.

Wind und Hagel machten den Winzern zu schaffen

Im Vergleich zum erwähnten 1999er Jahrgang gestaltet sich das heurige Weinjahr nicht gerade einfach. Wind und Hagel machten den Weinbautreibenden erheblich zu schaffen. Aber die Winzer sind gefordert, auch mit den Widrigkeiten der Natur zurande zu kommen.

Gerhard J. Lobner, Geschäftsführer der Weingüter Mayer am Pfarrplatz und Rotes Haus (beide Betriebe befinden sich im Besitz von Hans Schmid), zieht mitten in der Ernte Zwischenbilanz: "2014 ist sicher kein einfaches Jahr. Man muss sehr intensiv durch die Weingärten gehen, die Entwicklung genau beobachten und dann schnell entscheiden. Was die Qualität angeht, sind wir aber dennoch zuversichtlich. Die Gradationen beim Gemischten Satz sind bereits sehr hoch, der Grüne Veltliner braucht noch ein bisschen Zeit und beim Riesling hängt es ganz stark von der Lage ab: Manche muss man bereits lesen, andere sind nach wir vor gesund und dürfen noch weiter reifen."

Was den Ertrag des Weingartens am Schwarzenbergplatz anlangt, so ist damit - wie schon zuletzt - ein wohltätiger Aspekt verbunden: Aus den Trauben wird in Hans Schmids Weingut "Mayer am Pfarrplatz" ein "Wiener Gemischter Satz" gekeltert und anschließend zu Gunsten der Aktion "Licht ins Dunkel" versteigert.




Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2014-10-09 17:41:05
Letzte Änderung am 2014-10-10 19:57:15


Prozess

Kritik an Verurteilung von Sigrid Maurer

GERICHTSVERHANDLUNG WEGEN †BLER NACHREDE: MAURER / WINDHAGER - © APAweb / Hans Punz Wien. Die Kritik ließ nicht lange auf sich warten. "Eine rechtspolitische Sauerei" sei das Urteil, sagte Medienanwalt Michael Pilz... weiter




Vor Gericht

Der vergessene Patient

Die Tür zum Zimmer von M. stand immer offen, hinein ging die Heimhilfe aber kaum. - © stock.adobe.com Wien. Als die Sanitäter kamen, war Herr M. nicht mehr ansprechbar. Verwahrlost lag er im verschmutzten Bett der Ehewohnung... weiter





Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Die Gras-Greißler
  2. Keiner will’s gewesen sein
  3. Stadt im Traume
  4. Freispruch von Vergewaltigungsvorwurf
  5. Mit Essen die Umwelt retten
Meistkommentiert
  1. Shoah-Gedenkmauer fix
  2. Jetzt schon vorweihnachtlich
  3. Nichts zu machen?
  4. Zu schnell für den Gehsteig
  5. Wiener Linien suchen Mitarbeiter per Pizzakarton

Edip Sekowitsch

"Der Setschko war ein Fighter"

Den Sekowitschweg gibt es seit 2012 - doch jetzt wurde er offiziell eingeweiht und gesegnet. - © Schmölzer Wien. Wenn man ihn danach fragte, redete Edip Sekowitsch bereitwillig über seine alte Leidenschaft. Nur vom Äußeren her hätte dem Besitzer eines... weiter




Holzhochhaus

Hoch hinaus mit Holz

Das weltweit höchste Holzhochhaus entsteht in der Seestadt Aspern. - © RLP Ruediger Lainer und Partner Wien/Dornbirn. Das weltweit höchste Holzhochhaus soll in der Seestadt Apern entstehen. Seit mehr als einem Jahr wird an dem Bauwerk aus 24 Stockwerken... weiter




Geschichte

Bitte à la Giraffe!

Wildlife Animals - © Chris Van Lennep Wien. Die Geschichte fängt harmlos an: 1828 erhielt Kaiser Franz I. (II.) vom Vizekönig von Ägypten eine Giraffe, die dieser wiederum im Tiergarten... weiter






Bevölkerung

Weniger Zuwanderung, mehr Alte

Weniger Zuwanderung, mehr Alte Wien. Nach Jahren der Zuwächse wird die Wiener Bevölkerung künftig nur mehr mäßig wachsen, zudem werden die Bewohner älter...

Literatur

Stadt im Traume

Stadt im Traume Wien. Eigentlich ist Andreas Schindl Dermatologe. Er studierte Medizin in Wien und Photobiologie in Padua. Aber nebenbei schreibt er auch gerne: In...




Werbung