• vom 18.11.2014, 18:05 Uhr

Stadtleben

Update: 04.02.2015, 15:04 Uhr

Glaube in Wien

Religion hochgerechnet




  • Artikel
  • Kommentare (4)
  • Lesenswert (14)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Christian Rösner

  • 2046 beträgt der Anteil der Katholiken in Wien nur 30 Prozent, jener der Muslime wird sich mit 21 Prozent fast verdoppeln.



Wien. Wenn man keine aktuelle Datengrundlage hat, dann kann man sie sich ausrechnen: Die Österreichische Akademie der Wissenschaften hat im Zuge des Wirel-Projektes die Struktur der Religionszugehörigkeit in Wien bis 2046 hochgerechnet. Das Ergebnis: Im Jahr 2046 beträgt der Anteil der Katholiken in Wien nur noch 30 Prozent, jener der Muslime wird sich bis dahin mit 21 Prozent fast verdoppelt haben.

"Voraussetzung ist natürlich, dass sich nicht sehr viel in Sachen Fertilität, Migration, Mortaliät, aber auch bei der Säkularisierung verändert sowie bei der Weitergabe von Religion von den Eltern an die Kinder", erklärt Projektmitarbeiter Ramon Bauer in einem Gespräch mit der "Wiener Zeitung".


Zuwachs nicht über Migration

Information

Konferenz
"Religion in Vienna: Urban Trends in a European Context"
20. und 21. November
Albert-Schweitzer-Haus
Garnisongasse 14-16
1090 Wien

Den steigenden Anteil der Muslime relativiert der Experte allerdings: "Es gibt tatsächlich einen starken Anstieg bis in die Mitte der 2030er-Jahre auf knapp 20 Prozent, aber dann geht er wieder sehr stark zurück und flacht ab." Überdies würde der Zuwachs nicht über Migration passieren, denn die Migration sei im Sinken begriffen: "Wien und die Türkei haben eine fast ausgeglichene Migrationsbilanz. Das heißt, so viele wie kommen, gehen auch wieder." Es gebe einfach nur mehr potenzielle Eltern unter den Muslimen als bei den Katholiken. Aber auch seien rückläufige Tendenzen zu beobachten, da die Geburtenzahlen bei Muslimen seit Jahrzehnten zurückgehen würden, erklärt Bauer.

Und auch bei den Katholiken sei bereits jetzt der Zenit an Austritten erreicht. "Wir gehen davon aus, dass es eine gewisse Gruppe gibt, die nicht säkularisieren wird. Es gibt sozusagen einen harten Kern, der selbst bei großen Skandalen nicht austreten würde", meint Bauer. Säkularisierung bei Moslems könne man allerdings in der Forschung nicht beurteilen, schließlich gebe es keine Stelle, wo ein Moslem hingeht und sagen kann: Ich trete jetzt aus, betont der Experte.

Zahlenbasis aus 2001

Insofern ist Bauer nicht so glücklich damit, dass sich jetzt die Medien nur auf die Zahlen von Katholiken und Moslems stürzen; das sei schließlich nichts Neues. Neu sei, dass die orthodoxe Gruppe mit knapp 10 Prozent sehr stark ist – Tendenz steigend. Etwa weil es sich um vergleichsweise junge Religionen handle und muslimische Jugendliche zu den religiösesten ihrer Altersklasse gehören.

weiterlesen auf Seite 2 von 2




4 Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2014-11-18 09:48:51
Letzte Änderung am 2015-02-04 15:04:19


Buwog-Prozess

Die Bewegungen des Karl-Heinz Grasser

- © apa/Fohringer Wien. Karl-Heinz Grasser ist verärgert - wegen eines Dokuments. "Es ist nicht das Papier wert, auf dem es gedruckt ist", schimpft er... weiter




Vor Gericht

Ende mit Fluchtversuch

Für den Angeklagten, der sich auf freiem Fuß befand, klickten noch im Gerichtssaal die Handschellen. - © dpa/Patrick Pleul Wien. Zwölf Jahre Haft. So lautet das - nicht rechtskräftige - Urteil gegen einen Zeitungszusteller, der eine Jugendliche in seinem Auto missbraucht... weiter





Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. "SPÖ hält Unterlagen zurück"
  2. Wer keine Urbanität mag, soll aufs Land ziehen
  3. Plüsch auf vier Rädern
  4. Wirtschaftskammer fordert antraglose Steuererklärung
  5. Start in die heiße Phase
Meistkommentiert
  1. Wer keine Urbanität mag, soll aufs Land ziehen
  2. Wien folgt Melbourne als lebenswerteste Stadt der Welt
  3. Die Grünen geben ihre Institution auf
  4. Vassilakous Nachfolger
  5. ÖVP beantragt Sonder-Gemeinderat

Edip Sekowitsch

"Der Setschko war ein Fighter"

Den Sekowitschweg gibt es seit 2012 - doch jetzt wurde er offiziell eingeweiht und gesegnet. - © Schmölzer Wien. Wenn man ihn danach fragte, redete Edip Sekowitsch bereitwillig über seine alte Leidenschaft. Nur vom Äußeren her hätte dem Besitzer eines... weiter




Holzhochhaus

Hoch hinaus mit Holz

Das weltweit höchste Holzhochhaus entsteht in der Seestadt Aspern. - © RLP Ruediger Lainer und Partner Wien/Dornbirn. Das weltweit höchste Holzhochhaus soll in der Seestadt Apern entstehen. Seit mehr als einem Jahr wird an dem Bauwerk aus 24 Stockwerken... weiter




Geschichte

Bitte à la Giraffe!

Wildlife Animals - © Chris Van Lennep Wien. Die Geschichte fängt harmlos an: 1828 erhielt Kaiser Franz I. (II.) vom Vizekönig von Ägypten eine Giraffe, die dieser wiederum im Tiergarten... weiter





Leinenpflicht

Hunde-Sünder im Visier: Schwerpunktkontrollen starten

Stadträtin Ulli Sima. - © apa/Hochmuth Wien. Wiens Hundehalter werden wieder verstärkt in die Pflicht genommen. Gestern, Donnerstag, startete die Wiener Polizei gemeinsam mit dem... weiter






Werbung