• vom 20.01.2015, 06:00 Uhr

Stadtleben

Update: 21.01.2015, 09:06 Uhr

Migration

Transporter gen Norden




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Von Eva Zelechowski

  • Zwischen Wien und Polen bieten polnische Privatfirmen Fahrten mit Kleinbussen an - eine Alternative mit vielen Vorzügen.

Breslau (Wrocław) im Süden des Landes ist eine von vielen polnischen Städten, die Kleinbusunternehmen fast täglich ansteuern. - © Wiener Zeitung / Eva Zelechowski

Breslau (Wrocław) im Süden des Landes ist eine von vielen polnischen Städten, die Kleinbusunternehmen fast täglich ansteuern. © Wiener Zeitung / Eva Zelechowski

Wien. Ein Kurzstreckentrip steht an. Erste Frage: Bahn oder Bus? Vielen fällt die Entscheidung leicht: Im Zug ist man nicht auf seinen Sitz festgenagelt, kann sich die Füße vertreten und im Speisewaggon eine warme Mahlzeit zu sich nehmen. Welche überzeugenden Argumente bietet der Reisebus? Enge Sitzplätze, gerade einmal mit einem WC ausgestattet, bahnt er sich behäbig seinen Weg ans Ziel. Vom fehlenden Buffet ganz abgesehen. Eine weitere Alternative gibt es, zumindest für Reisende zwischen Wien und Polen. Mit vor allem zwei Vorteilen: Preis und Komfort.

Vor etwa 15 Jahren hat sich auf der Route zwischen Österreich und Polen eine neue Reiseverkehrs-Branche formiert. Inzwischen bieten viele kleine private Transportunternehmen auf ausgewählten Strecken Verbindungen mit Kleinbussen an. Von Wien nach Warschau, Krakau, Breslau, bis ins nördliche Danzig. Die Haltestellen befinden sich meist in der Nähe von Bahnhöfen. Dort wird man nicht nur abgeholt. Seine Fahrgäste fahren die Busse auch an die gewünschte Adresse in der Zielstadt. Manchmal werden die Passagiere direkt von zu Hause abgeholt. Reisebus und Taxi in einem. Die "Wiener Zeitung" hat sich auf einen solchen Trip von Wien nach Breslau gemacht.


Setzt an direkter Wunschadresse ab
Los ging es in der Nähe des Hauptbahnhofs in einer Seitengasse. Eine Stunde vor der Abfahrt wartet ein 20-Personen-Fahrzeug mit Anhänger auf die Reisenden. "Name? Haben Sie eine Reservierung?" "Natürlich!", so eine Studentin. Auf der Liste des Busfahrers ist eine "Agnieszka" angeführt, neben der Adresse ihrer Großmutter im südpolnischen Breslau, die sie zwei Wochen zuvor telefonisch bei der Reservierung angegeben hat. "Frau Agnieszka, da haben wir sie", sagt der Fahrer. Förmliche Anrede plus Vorname - das ist bei den Polen Usus. Er macht ein Hakerl und tippt die Adresse ins Navigationsgerät ein.

Die sechsstündige Fahrt in die niederschlesische Hauptstadt kostete 30 Euro. Die Fahrzeit mag für 450 Kilometer lange sein, doch man kann nur in Österreich und Tschechien auf der Autobahn fahren. Die restlichen 180 Kilometer in Polen bieten eine charmante Fahrt durch beschauliche Dörfer. Zum Vergleich: Mit dem großen Reisebus ist man für 50 Euro acht Stunden unterwegs. Garstiger Nachteil: Mitten in der Nacht wird man auf dem Bahnhof abgesetzt.

Als Agnieszka es sich auf einem Fensterplatz bequem gemacht hat, lacht sie laut auf. Eine Freundin, die zufällig am selben Tag in die alte Heimat fährt, betritt den Kleinbus. Besonders an Freitagen und vor Feiertagen, wenn viele Polen ihre Verwandten besuchen, treffen sie auf bekannte Gesichter.

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Schlagwörter

Migration, Busreise, Polen, Unternehmen

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2015-01-19 16:44:05
Letzte Änderung am 2015-01-21 09:06:06


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