• vom 31.07.2009, 12:37 Uhr

Stadtleben

Update: 01.10.2017, 02:22 Uhr

Museumsstücke

Bright Side of the Moon




  • Artikel
  • Lesenswert (0)
  • Drucken
  • Leserbrief




Von Johann Werfring

  • In Wien wurden zu Beginn des 19. Jahrhunderts erstmals serienmäßig Mondgloben hergestellt. Heute gilt Wien weltweit als Zentrum der Globenkunde.

Jan Mokre, Leiter des Globenmuseums der Österreichischen Nationalbibliothek, zählt weltweit zu den Kapazitäten der Globologie.

Jan Mokre, Leiter des Globenmuseums der Österreichischen Nationalbibliothek, zählt weltweit zu den Kapazitäten der Globologie.© Foto: Johann Werfring Jan Mokre, Leiter des Globenmuseums der Österreichischen Nationalbibliothek, zählt weltweit zu den Kapazitäten der Globologie.© Foto: Johann Werfring

Das Globenmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek ist eine einzigartige Institution. Neben Erd-, Himmels-, Mond- und Planetengloben beinhaltet die rund 600 Objekte umfassende Sammlung allerlei globenverwandte Instrumente, Armillarsphären (Modelle unserer Orientierungssysteme der Himmelssphäre), Planetarien (Modelle unseres Sonnensystems) und Tellurien (Instrumente zur Veranschaulichung der Bewegungen der Erde um die Sonne und des Mondes um die Erde). In jüngerer Zeit gewinnen in der Sammlung auch digitale Globen zunehmend an Relevanz.

Bereits in den 1930er Jahren gab es in Wien Ideen zur Gründung eines Globenmuseums. Nachdem ein solches von staatlicher Seite zunächst nicht ins Leben gerufen wurde, gründete der Privatforscher Dipl. Ing. Robert Haardt (1884 bis 1962) gegen Ende der 1940er Jahre in seiner Wiener Privatwohnung das weltweit erste Globusmuseum. 1953 ging Haardts Traum mit der Gründung des Globenmuseums der Österreichischen Nationalbibliothek doch noch in Erfüllung.


"Das Globenmuseum verfügt heute über eine sehr lebendige Sammlung", betont dessen Leiter Jan Mokre. Immer wieder werden auf Auktionen und diversen Kunstmärkten interessante Objekte ausfindig gemacht und dem Sammlungsfundus einverleibt. Vor einigen Jahren hat Jan Mokre im Globenmuseum das "Kabinett der Sammlerinnen und Sammler" installiert, wo repräsentative Ausschnitte aus bedeutenden Privatsammlungen zu sehen sind. In diesem Rahmen wird unter anderem der älteste in Österreich befindliche Globus, namentlich der Erdglobus von Gemma Frisius aus dem Jahr 1536, zur Schau gestellt.

Erster Mondglobus, der bereits einen Teil der Mond-Rückseite zeigt, Moskau 1961.

Erster Mondglobus, der bereits einen Teil der Mond-Rückseite zeigt, Moskau 1961.© Foto: Johann Werfring Erster Mondglobus, der bereits einen Teil der Mond-Rückseite zeigt, Moskau 1961.© Foto: Johann Werfring

Zum 40-Jahr-Jubiläum der ersten Mondlandung interessieren sich derzeit viele Besucher für die raren Mondgloben des Museums. Der früheste Globus des Erdtrabanten stammt aus dem Jahr 1797; er wurde in London hergestellt. Die Serienherstellung begann Anfang des 19. Jahrhunderts in Wien. Aufgrund der gebundenen Rotation des Mondes um die Erde konnte damals nur die der Erde zugewandte Seite des Mondes eingezeichnet werden.

Supermächte im Wettstreit

Erst die sowjetischen und US-amerikanischen Raumfahrtunternehmungen erhellten nach und nach die "dunkle Seite des Mondes". Nach der Umrundung des Erdtrabanten durch die sowjetische Weltraumsonde "Luna 3" im Oktober 1959 gab es erstmals fotografische Aufnahmen von der Rückseite des Erdmondes. Diese Daten bildeten die Grundlagen für den ersten in Moskau (serienmäßig) produzierten Mondglobus, der zumindest einen Teil der bis dahin unbekannten Rückseite des Mondes wiedergab (kleines Bild). Infolge des lunaren Wettstreits der rivalisierenden Supermächte UdSSR und USA waren kurz darauf auch die letzten unerforschten Bereiche des Mondes kartographisch erfasst.

Globenmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek
1010 Wien, Herrengasse 9
Di, Mi und Fr bis So 10–18 Uhr,
Do 10–21 Uhr, Tel. (01) 534 10/710
www.onb.ac.at/globenmuseum.htm

Print-Artikel erschienen am 30. Juli 2009
in der Kolumne "Museumsstücke"
In: "Wiener Zeitung", Beilage "ProgrammPunkte", S. 7




Schlagwörter

Museumsstücke, Globenmuseum

Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2009-07-31 12:37:05
Letzte ńnderung am 2017-10-01 02:22:43


Vor Gericht

"Die Männer haben sich eine ausgesucht"

Die Frauen hätten freiwillig als Prostituierte gearbeitet, meint der Hauptangeklagte. Laut Anklage wurden sie dazu gezwungen. - © Getty/Drenner Wien. Ein Menschenhändler soll Herr H. sein. 77 junge Frauen aus China hat seine Bande laut Anklage mit falschen Versprechungen von Herbst 2011 bis... weiter




Vor Gericht

Prozess um chinesische Sexstudios

Die Frauen wurden laut Anklage zur Prostitution gezwungen, damit sie ihre angeblichen "Schulden" abbezahlen. - © getty/Edward Holub Wien. Wurden die jungen Frauen ausgebeutet? Zwang man sie zur Prostitution? Oder arbeiteten sie freiwillig? Um diese Fragen drehte sich am Dienstag... weiter





Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Gefährliches Eis
  2. Fernbusse könnten "Hafen" beim Hauptbahnhof bekommen
  3. Bröckelnde Nostalgie
  4. Und sie läuft und läuft . . .
  5. "Die Männer haben sich eine ausgesucht"
Meistkommentiert
  1. "Wir wollen 2033 auf dieser Bahn fahren"
  2. Grüne Wirtschaftskrise
  3. Ludwig tritt am 24. Mai die Nachfolge von Häupl an
  4. Forum gegen Antisemitismus beklagt Allzeithoch
  5. "Es ist wie Lego für Große"

Werbung


Tradition

Bröckelnde Nostalgie

Das Café Sperl läuft - noch - gut. - © Stanislav Jenis Wien. Sie gehören zu Wien wie der Stephansdom, das Riesenrad und das imperiale Erbe mit den Ringstraßenbauten: die traditionellen Kaffeehäuser... weiter




Weltraumforschung

"Es ist wie Lego für Große"

Die Kugelform und die Anordnung der Segel sorgen dafür, dass die starken Mars-Stürme kein Problem darstellen. - © privat Wien. Während sich Moritz Stephan, Julian Rothenbuchner und Stefan Rietzinger im kalten Wien auf die bevorstehende Matura vorbereiten... weiter




Krapfen

Krapfenmacher seit 1486

Anpatzgarantie für Ungeübte: Der Krapfen gehört zum Wiener Fasching wie die Pummerin zum Steffl. - © fotolia Wien. Er ist rund, süß und meistens ist man bereits nach dem ersten Bissen voll mit Staubzucker und Marmelade. Der Krapfen ist aus dem Fasching nicht... weiter





Wiener Prater

Die Erben der Zaubermeister

Franz Steidlers Bauchrednerpuppe steht jetzt im Circus- und Clownmuseum. - © Circusmuseum Wien. "Sebastian von Schwanenfeld, Basilio Calafati und Anton Kratky-Baschik: Das sind drei legendäre Zaubererkünstler... weiter




Prater

Erstes Kino als Kunstform

- © Kadotheum Wien Wien. "Karl Juhasz war das Gegenteil vom Hutschenschleuderer Liliom", meint Robert Kaldy-Karo, der Direktor des Wiener Circus- und Clownmuseums... weiter




250 Jahre Wiener Prater

Mit Courage und Löwenherz

- © Clownmuseum Wien. "1966 gab es im Prater mehrere Gründe zum Feiern", erzählt Robert Kaldy-Karo, der Direktor des Wiener Circus- und Clownmuseums, 50 Jahre später... weiter





Tiere in Wien

Kleines Kamel im Schnee

20180222Vikunja - © Tiergarten Schönbrunn/Norbert Potensky Wien. Am Samstag hat im Tiergarten Schönbrunn ein Vikunja das Licht der Welt erblickt. "Vikunjas sind die kleinste Kamelart... weiter




Tiergarten Schönbrunn

"Oscars der Panda-Welt" gehen an den Wiener Tiergarten

++ HANDOUT ++ "OSCARS DER PANDA-WELT" AN TIERGARTEN SCH...NBRUNN VERGEBEN - © APAweb / Daniel Zupanic Wien. Die Pandas in Schönbrunn locken nicht nur zahlreiche Besucher in den Wiener Tiergarten, sie sind nun auch international ausgezeichnet worden... weiter






Werbung


Werbung