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Update: 16.03.2015, 11:02 Uhr

Pfadfindermuseum

Teile einer Jugendbewegung




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Von Thomas Trescher

  • Im Pfadfindermuseum erzählt Hanns Strouhal die Geschichte der größten Jugendorganisation der Welt.

Dem Jamboree 1951 widmet Hanns Strouhal die aktuelle Ausstellung. Immer zu sehen sind Sammlungen von Halstüchern.

Dem Jamboree 1951 widmet Hanns Strouhal die aktuelle Ausstellung. Immer zu sehen sind Sammlungen von Halstüchern.© Luiza Puiu Dem Jamboree 1951 widmet Hanns Strouhal die aktuelle Ausstellung. Immer zu sehen sind Sammlungen von Halstüchern.© Luiza Puiu

Wien. Es war ein Schluck weiter Welt, ein Versprechen von Aufschwung. Davon gehört hatten schon die meisten, aber es war nichts weniger als ein Mythos. GIs, die amerikanischen Soldaten, hatten es immer getrunken, manchmal sogar an junge Menschen verschenkt. Aber kaufen konnte es im Österreich des Jahres 1951, das sechs Jahre nach der Befreiung in Besatzungszonen eingeteilt war, niemand. Bis zu jenem Augusttag, als die Welt in Bad Ischl zusammenfand.

Coca-Cola für alle

Information

Pfadfindermuseum
15., Loeschenkohlgasse 25
www.pfadfindermuseum.org


12.884 Pfadfinder aus 61 Ländern hielten dort ihr Jamboree ab, so heißen die alle vier Jahre stattfindenden internationalen Treffen der Jugendorganisation. Es gab sieben Unterlager, einen Brückenbauwettbewerb und zwei Lagerfeuerabende. Es wurden Pfadfinder-Abzeichen und Maultrommeln - das Symbol des Jamboree 1951 - verkauft; aber vor allem wurde dort aus Holzhütten zum allerersten Mal in Österreich Coca-Cola verkauft - an alle, nicht nur an GIs. Es war der amerikanische Traum zum Trinken. "Es leben noch welche, die damals dabei waren, und wenn man die fragt, was sie damals mit dem Taschengeld gemacht haben, sagen die nur: ,Coca-Cola gekauft‘", erzählt Hanns Strouhal, Leiter des Pfadfindermuseums in der Loeschenkohlgasse im 15. Bezirk. Dem Jamboree in Bad Ischl ist die aktuelle Ausstellung seines Museums gewidmet, inklusive eines Nachbaus einer Hütte, aus der damals Coca-Cola verkauft wurde.

Hanns Strouhal wird in die Geschichte als jener Mann eingehen, der die Pfadfinderhistoriker in Österreich geeint hat: "Es gab das 1978 gegründete Institut für Pfadfindergeschichte und seit 1990 das Pfadfindermuseum, aber die haben sich auf persönlicher Ebene nicht verstanden." Strouhal vom Institut schaffte es gemeinsam mit seinem Gegenüber vom Museum, beide Institutionen 2004 unter einem Dach zu vereinen. Natürlich war auch er früher Pfadfinder, aber es ist gar nicht so, als hätte er sich damals nichts sehnlicher gewünscht, als dorthin zu gehen. Er wollte "einfach wo dabei sein", und was noch erschwerend hinzu kam: "Viele Alternativen hat es auch nicht gegeben." Auch ins Museum ist er eher reingerutscht, "ich war nie so der Sammler, der größte Teil der Sammlung sind Geschenke und Nachlässe. Ich bin über die Geschichte eingestiegen."

"Learning by Doing"-Prinzip
Die Geschichte der Pfadfinder beginnt 1907. Gegründet wurden sie vom britischen Offizier Robert Batton-Powell, der auf der Brownsea-Insel das erste Pfadfinderlager abhielt und 1908 dann das Buch "Scouting for Boys" veröffentlichte, in dem erstmals vom "Learning by Doing"-Prinzip die Rede war.

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2015-03-12 16:53:06
Letzte Änderung am 2015-03-16 11:02:00


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