• vom 30.07.2015, 11:18 Uhr

Stadtleben


Penzing

Wer war Elisabeth Petznek?




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Von Ina Weber

  • . . . und wie hat sich der 14. Bezirk entwickelt? Ein neu erschienenes Buch gibt Auskunft.

Die "rote Erzherzogin" Elisabeth Marie mit ihrer Tochter Stephanie im Jahr 1910.

Die "rote Erzherzogin" Elisabeth Marie mit ihrer Tochter Stephanie im Jahr 1910.© Quelle: ÖNB/ Bildarchiv Wien Die "rote Erzherzogin" Elisabeth Marie mit ihrer Tochter Stephanie im Jahr 1910.© Quelle: ÖNB/ Bildarchiv Wien

Wien. Wer den 14. Bezirk hinausfährt, vorbei am Waldbad Penzing in der Linzer Straße, die Hüttelbergstraße hinauffährt und nach kurzer Zeit links Richtung Bujattigasse abbiegt, der befindet sich in der Elisabeth Petznek-Gasse. Nicht viele werden wissen, dass sich hinter dem Namen Elisabeth Petznek die ehemalige "rote Erzherzogin" verbirgt. Sie war die einzige Tochter von Kronprinz Rudolf und somit die Enkelin von Kaiser Franz Joseph und Kaiserin Elisabeth "Sissi".

Elisabeth Petznek wohnte in ihrer zweiten Lebenshälfte im 14. Bezirk. Im Jahr "1929 verkaufte sie Schloss Schönau und erwarb ein kleines Palais mit einem großen Park in der Linzer Straße, wo sie ab 1930 mit Leopold Petznek wohnte", schreiben die Autorinnen Barbara Dmytrasz und Gisela Vorrath in ihrem neu erschienenen Buch "Lebensbezirk Penzing - Auf der Sonnenseite des Wientals". Sie geben einen umfangreichen Überblick über die Geschichte und Gegenwart des viertgrößten Bezirks von Wien.


"Die rote Erzherzogin" - Erzherzogin Elisabeth Marie von Österreich - war eine unermüdliche Kämpferin für die Sozialdemokratie und fiel schon früh aus der ihr zugedachten höfischen Rolle. Aus Widerstand zu ihrer Mutter heiratete sie - nicht standesgemäß - Otto Fürst zu Windisch-Graetz. Sie verzichtete dafür auf ihre Erbrechte. Die Ehe verlief jedoch unglücklich und die Erzherzogin zog sich mit ihren Kindern zurück. Im Jahr 1920 lernte sie ihren zukünftigen Ehemann, den sozialdemokratischen Lehrer und Abgeordneten Leopold Petznek kennen. Noch heute steht ihr Wohnhaus, die Biedermeiervilla Windischgrätz, in der Linzer Straße.

Im Bezirksteil Hütteldorf befinden sich aber noch weitere Prunk- beziehungsweise nennenswerte Gebäude: wie das Miller-von-Aichholz-Schlössel, heute Europahaus, das auffallende Wohnhaus von Therese und Konrad Mühlbauer, entworfen von Ernst und Anna Plischke, und die bekannte von Architekt Otto Wagner geplante Ernst- Fuchs-Villa.

Die beiden Autorinnen gliedern den Inhalt nach den Bezirksteilen des 14. - Penzing, Breitensee, Baumgarten, Hütteldorf und Hadersdorf-Weidlingau - und geben Einblick in soziale und politische Themen des Bezirks. Politiker aus Penzing waren Felix Slavik (1970 bis 1973 Bürgermeister von Wien), Christian Broda (ehemaliger SPÖ Justizminister) oder Johanna Dohnal (erste Frauenministerin Österreichs). Neben der Historie über Pracht- und Gemeindebauten und Persönlichkeiten samt zahlreicher interessanter Abbildungen, werden auch die düsteren Seiten wie die Kinder vom Spiegelgrund aufgeschlagen.

Aber auch aktuelle Fotos, Lokale, Parkanlagen und Schwimmbäder finden sich in dem 189-seitigen Band wieder.




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Dokument erstellt am 2015-07-30 11:23:04



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