• vom 02.10.2015, 18:02 Uhr

Stadtleben


Wien

"Die Räume werden enger"




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Von Reinhard Göweil

  • Im sozialen Wohnbau muss die Politik den "öffentlichen Raum" einfach zulassen, meint Architekt Albert Wimmer.



Wien. Neben der Flüchtlings-Unterbringung gibt es im Wiener Wahlkampf ein Thema, das viele Bürger umtreibt - und damit die politischen Parteien auch: leistbares Wohnen. Bürgermeister Michael Häupl hat im Februar angekündigt, dass neue Gemeindebauten errichtet werden. Mittlerweile gibt es drei fixe Standorte (siehe Grafik oben). Architekt Albert Wimmer, der mit Hauptbahnhof, Krankenhaus Nord und Eurogate recht stadtprägend unterwegs ist, sieht im Wohnbau die Politik, aber auch die Bauindustrie besonders gefordert. "Die Gemeinde wird hier die Erwartungen der Menschen erfüllen müssen. Die neuen Gemeindebauten müssen das Muster für alle anderen sein, die in Wien Wohnbau betreiben. Wohnen muss billiger werden." Gleichzeitig muss auch auf die Bedürfnisse der Menschen Rücksicht genommen werden. "Experimente müssen erlaubt sein. Der öffentliche Raum muss den Menschen zur Verfügung stehen. Es geht darum, die neuen Bassenas zu erkennen, wo sich die Leute treffen und miteinander reden." Für Wimmer, der sich beim Wettbewerb um den Gemeindebau in der Fontanastraße beteiligt, ist es nicht genug, billige Wohnungen zu bauen.

So steht in jedem Stadtentwicklungsgebiet zentral ein Park mit mindestens fünf Hektar zur Verfügung, aber die werden für Wimmer zu stark reglementiert. Die dort Wohnenden müssen sich diese öffentlichen Flächen zu eigen machen können, so sein Credo.


"Die Räume werden enger", bedauert der Architekt. "Die Bürokratie kontrolliert viel zu viel. Eine Stadt, vor allem eine schnell wachsende wie Wien, ist nicht in Fünf-Jahres-Zyklen zu betrachten, da braucht es längeren Atem."

Der Architekt, der gerade im Architekturzentrum Wien (Museumsquartier) gemeinsam mit Dieter Henke, Rüdiger Lainer, Walter Stelzhammer sowie Marta Schreieck ausstellt, will mit seinen Kollegen den Wohnbau als gesellschaftliche Aufgabe definieren. "Die öffentliche Hand, oder ein privater Investor, stellt Räume zur Verfügung, die von einer Zivilgesellschaft erobert werden können."

Parteien haben bei leistbarem Wohnen ähnliche Ideen
Das klingt zwar so ganz anders als die nüchterne Feststellung, dass die Miete bei den Gemeindebauten 7,50 Euro nicht überschreiten darf, aber städtische Planung sei eben ein Prozess, auch ein emotionaler.

Viele Architekten beklagen, dass die heftigen planerischen Diskussionen in den 1990er Jahren unter dem damaligen Wohnungs-Stadtrat Hannes Swoboda fast vollständig verschwunden sind. Die Politik interessiere sich zu sehr für die Zahl der fertiggestellten Wohnungen, aber nicht um deren soziale Qualität, so die Kritik vieler Architekten.

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Schlagwörter

Wien, sozialer Wohnbau

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Dokument erstellt am 2015-10-02 18:05:05



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