• vom 23.07.2008, 18:22 Uhr

Stadtleben

Update: 23.07.2008, 18:23 Uhr

Schutzwürdig oder nicht? Debatte um Döblinger Kleinod

Architektur-Juwel steht vor Abriss




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Von Christian Mayr

  • Grinzinger Jaray-Villa muss zwei Wohnblocks weichen.
  • Gustav Peichl schlägt Alarm: "Wäre eine Wahnsinnstat!"
  • Wien. Allen Ankündigungen der Stadtpolitik zum Trotz, Grinzing retten zu wollen, steht nun der nächste Abriss eines bedeutenden Objektes unmittelbar bevor: Die vom jüdischen Architekten Karl Jaray (1878-1947) konzipierte Villa in der Grinzinger Straße 39 soll zwei Neubaublocks mit insgesamt 14Wohneinheiten weichen. Gustav Peichl, Star-Architekt und einst Autor des Grinzing-Plans, schlägt im Gespräch mit der "Wiener Zeitung" Alarm: "Es wäre eine Wahnsinnstat, wenn das zerstört wird. Das Haus ist ein Unikat!"

Idylle in Grinzing soll bald zerstört werden: Villa von Karl Jaray vor Abbruch. Foto: privat

Idylle in Grinzing soll bald zerstört werden: Villa von Karl Jaray vor Abbruch. Foto: privat

Idylle in Grinzing soll bald zerstört werden: Villa von Karl Jaray vor Abbruch. Foto: privat

Idylle in Grinzing soll bald zerstört werden: Villa von Karl Jaray vor Abbruch. Foto: privat Idylle in Grinzing soll bald zerstört werden: Villa von Karl Jaray vor Abbruch. Foto: privat

Tatsächlich findet sich die Villa sowohl in der Kulturdatenbank der Stadt Wien als auch im Dehio-Sammelwerk. Ebenso gewürdigt wird der Architekt in der Datenbank des Architekturzentrums - das Haus in der Grinzinger Straße 39 zeichne sich durch das "höchst eigenwillige kurvilineare, hochgezogene Dach" aus und verfüge über "nostalgischen Charme". Die Villa steht jedoch nicht unter Denkmalschutz, und auch die städtische Schutzzone endet auf der gegenüberliegenden Straßenseite.


Denkmalamt winkt ab

Daher appelliert Peichl an Denkmalamt und Stadt Wien, den Abriss zu verhindern: "So ein Haus gibt es kein zweites Mal. Das ist so wie die Objekte von Hoffmann oder Loos in Wien." Auch zerstörten die Wohnblocks die Villen-artige Struktur in dieser Gegend: "Auf der einen Seite tritt Stadtrat Schicker als Retter Grinzings auf - in Wahrheit kümmert er sich aber um nichts", so Peichl.

Im Denkmalamt beteuert man, die Causa "sorgfältig" geprüft zu haben: "Es ist natürlich ein reizvolles Gebäude. Aber wir werden das bedeutendere Jaray-Wohnhaus in der Langackergasse 22, das 1925 entstanden ist, unter Schutz stellen", erklärt Referent Friedrich Dahm. Letztlich spiele Jaray auch nicht in der obersten Architekten-Liga mit.

Keine Stellungnahme gab es vorerst von Rudolf Schicker (SPÖ), dessen MA19 (Stadtbild) dem Abriss zugestimmt hatte.

Der Projektwerber, die Firma Swietelsky, zieht sich auf den Rechtsstandpunkt zurück: "Das Haus steht nicht unter Denkmalschutz und kann daher abgerissen werden." Dass der Abbruch bereits kommenden Montag beginnen soll, will man nicht bestätigen.



Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2008-07-23 18:22:45
Letzte Änderung am 2008-07-23 18:23:00

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