• vom 23.02.2016, 21:56 Uhr

Stadtleben

Update: 24.02.2016, 07:22 Uhr

Mercer-Studie

Der ewige Sieger




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  • Wien ist laut Mercer-Studie zum achten Mal in Folge die lebenswerteste Stadt der Welt.



Wien. Am lebenswertesten ist es immer noch in Wien: Auch 2016 führt die Bundeshauptstadt das weltweite Lebensqualitäts-Ranking des Beratungsunternehmens Mercer an - zum achten Mal in Folge. Andere Metropolen wie London, Paris oder New York haben es nicht einmal unter die Top 35 geschafft. Den letzten Platz der Städte-Hitparade belegt Bagdad.

Mercer, eine der größten Personalberatungsfirmen der Welt, führt einmal jährlich eine Studie durch, in der sie die Lebensumstände von Expatriates in insgesamt 230 Großstädten vergleicht. Zur Beurteilung jeder Metropole wurden 39 Kriterien analysiert, die aus Sicht von Mitarbeitern, die ins Ausland entsandt wurden, eine zentrale Rolle spielen.

Berücksichtigt werden politische, soziale, wirtschaftliche und umweltorientierte Aspekte. Dazu kommen laut Mercer Faktoren wie Gesundheit, Bildungs- und Verkehrsangebote sowie andere öffentliche Dienstleistungen. Für die aktuelle Studie wurde erstmals gesondert auch das Merkmal "persönliche Sicherheit" unter die Lupe genommen.

Denn, so heißt es von Mercer, die politische und soziale Stabilität am Einsatzort habe den größten Einfluss auf die Lebensqualität von Mitarbeitern, die von ihrem Arbeitgeber ins Ausland entsendet werden. Maßgebliche Kriterien zur Beurteilung seien beispielsweise innere Stabilität, Kriminalitätsraten und Leistungsfähigkeit der örtlichen Strafverfolgungsbehörden.

Am sichersten sind kleine Hauptstädte

Wobei hier Wien nicht an der Spitze steht: Am sichersten können sich Expatriates in - zum Teil deutlich kleineren - Städten wie Luxemburg, Bern, Helsinki und Zürich fühlen. Wien folgt im internationalen Ranking auf dem fünften Platz. Am unsichersten ist das Leben in Bagdad und Damaskus.

"Da viele Expats von ihrer Familie an den Arbeitsort im Ausland begleitet werden, steht für sie der Sicherheitsgedanke an erster Stelle", erklärte Mercer-Vertreterin Ulrike Hellenkamp: "In Österreich herrscht vergleichsweise wenig Kriminalität, die Strafverfolgung ist effizient, die sozialen und politischen Verhältnisse sind stabil. Wien wird daher als sehr sicher empfunden und landet im internationalen Vergleich ganz weit vorne."

Begeisterung bei Regierung im Wiener Rathaus

Die aktuelle Weltlage spiegelt sich dabei deutlich wider: Terrorismus und soziale Unruhen hatten zur Folge, dass einige europäische Städte im Ranking schlechter dastehen als im Vorjahr, also etwa Paris (71), London (72) oder Madrid (84). Die griechische Hauptstadt Athen stürzte gar von Position 85 auf den 124. Platz ab.

Erhöhte Risiken würden von Unternehmen Anstrengungen erfordern, für Sicherheit und Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu sorgen. Entsprechende Daten seien nötig, um "finanzielle Auswirkungen" eines geringeren Lebensstandards festzustellen oder die Notwendigkeit von Sicherheitsvorkehrungen zu treffen, hieß es.

Die Regierenden im Wiener Rathaus waren vom erneuten Spitzenplatz begeistert. Wien sei eine Stadt, die weltweit wie keine andere für ein Leben in Sicherheit, mit hohen sozialen Standards, mit preiswertem Wohnraum, mit hervorragender Infrastruktur und einem ausgezeichneten kulturellen Angebot für alle Bewohner und Gäste stehe, hielten Bürgermeister Michael Häupl und Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner (beide SPÖ) in einer Aussendung fest. Man versprach, den Wiener Weg, hin zu einer "pulsierenden, lebenswerten und sozial gerechten Metropole" auch künftig fortzusetzen.

Unzufriedenheit bei FPÖ und ÖVP

Allerdings gewinnt nicht jeder der Studie etwas Positives ab. "Die Herrschaften der SPÖ vergessen allerdings, dass es sich bei der Mercer-Studie um eine reine Manager-Studie handelt", kritisiert der freiheitliche Klub-Chef im Wiener Rathaus, Dominik Nepp. Er zieht als Referenz das Eurobarometer der Europäischen Kommission heran. Laut diesem seien lediglich 48 Prozent der Wiener der Meinung, dass man leicht einen Job bekommt - womit Wien auf Platz 14 der europäischen Hauptstädte, weit hinter Paris, London oder Brüssel gereiht sei. "In Sachen leistbares Wohnen haben überhaupt nur 18 Prozent der Wiener angegeben zufrieden zu sein - hier ist Wien deutlich hinter Rom oder dem als sehr teuer geltenden Brüssel gerankt."

Auch in der ÖVP gibt es Vorbehalte gegenüber der Mercer Studie. "Diese Studie gibt aber keinen umfassenden Einblick über die wahren Verhältnisse in Wien", sagte ÖVP Wien Klubobmann Manfred Juraczka und verwies auf "Rekordverschuldung, Rekordarbeitslosigkeit, Betriebsabsiedelungen".

Zufrieden, wenn auch mit Vorbehalten ist der Präsident Wien der Wirtschaftskammer Wien. "Die Studie befragt ausländische Spitzenkräfte, die in Wien leben - es ist großartig, dass sich diese hier wohlfühlen und zeigt die internationale Bedeutung, dennoch müssen wir uns den Wiener Realitäten stellen. Wien sollte nicht nur für Expats die lebenswerteste Stadt sein, Wien sollte auch die unternehmerfreundlichste Stadt sein", sagte Ruck. Er verwies auf eine andere Studie, derzufolge Wien an Attraktivität einbüße: "In der Studie von A.T. Kearny, wo es um den Wirtschaftsstandort geht, fällt Wien seit 2012 kontinuierlich." Nach der Prognose der Unternehmensberatung war Wien 2012 noch auf Platz 13, im Jahr 2014 lag man auf Platz 16, heuer bereits auf Platz 18.





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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2016-02-23 21:59:05
Letzte Änderung am 2016-02-24 07:22:18


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