• vom 14.03.2016, 17:08 Uhr

Stadtleben

Update: 15.03.2016, 13:08 Uhr

U6-Station

Otto Wagners Erbe




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Von Alexandra Laubner

  • Die Generalsanierung der historischen Otto-Wagner-Stationen geht Anfang April mit der Währinger Straße in die nächste Etappe. Jedes Detail muss mit dem Denkmalamt abgestimmt werden - auch die Mistkübel.

Die Bahnsteigsäulen wurden bereits durch Provisorien ersetzt.

Die Bahnsteigsäulen wurden bereits durch Provisorien ersetzt.© Burghardt Die Bahnsteigsäulen wurden bereits durch Provisorien ersetzt.© Burghardt

Wien. Wer genau hinsieht, bemerkt es: Die gusseisernen Bahnsteigsäulen in der U6-Station Währinger Straße wurden durch provisorische grüne Stützpfosten ersetzt. Die Originalteile aus der Zeit Otto Wagners wurden bereits im Vorfeld der Sanierung ausgebaut und in ein Stahlwerk transportiert, wo diese sandgestrahlt und entsprechend den Vorgaben des Denkmalamtes beschichtet werden.

Die Vorarbeiten für die Restaurierung der 120 Jahre alten historischen Otto-Wagner-Station sind im Gange. Das sieht man auch an den freiliegenden Kabeln und den den Vermessungspunkten, die an den Wänden in der U-Bahnstation markiert sind. "Neben der Bauwerkanalyse und der Bestandsaufnahme, was alles erneuert werden muss, wurde die Station auch zur Gänze neu vermessen", erklärt Johann Loreth von den Wiener Linien, der die U6-Generalsanierung als Projektleiter verantwortet. Jeder Schritt muss mit dem Bundesdenkmalamt abgestimmt werden. "Der Bescheid des Denkmalamtes ist für uns genauso wichtig wie die Baubewilligung", sagt Loreth. Für das Prozedere planen die Wiener Linien, wie bei der bereits abgeschlossenen Sanierung der U6-Station Alser Straße, ein Jahr ein.


Die von dem Architekten Otto Wagner (1841-1919) ab 1884 geplante Stadtbahnlinie, die einige Stationen der heutigen U4, U6 und der S-Bahnlinie 45 umfassen, stehen unter Denkmalschutz. Dass die historischen Bauten noch vorhanden sind, gleicht einem Wunder. "Die Pavillons am Karlsplatz wurden bereits abgerissen und mussten dann wieder aufgebaut werden. In den 1960er und 1970er Jahren war der Jugendstil in Wien nicht sehr angesehen", weiß Wolfgang Salcher vom Bundesdenkmalamt.

Auch für die von Otto Wagner 1894/1895 entworfene Brücke über die Zeile zwischen der Gumpendorfer Straße und der Längenfeldgasse gab es im Rahmen des U-Bahnbaus 1980 einen von der Stadt Wien gültigen Abrissbescheid. Bürger und Architekten protestieren und retteten das Jugendstil-Bauwerk. Heute sei das Bewusstsein für die Otto-Wagner-Stationen, die Wagners Übergang vom Historismus zum Jugendstil kennzeichnen, größer, sagt Salcher. "Otto Wagner hat ein Kunstwerk mit einem unglaublichen Corporate Design geplant."

Jede Station ist ein Einzelwerk
"Man würde meinen, jede Station sieht gleich aus. Das ist aber überhaupt nicht so, das war auch für uns im Rahmen der Generalsanierung ein Lernprozess. Die Gusseisensäulen beispielsweise und auch die Ornamente an den Fassaden sind nicht ident. Jede Station ist eigentlich ein Einzelwerk", so Salcher.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2016-03-14 17:11:04
Letzte Änderung am 2016-03-15 13:08:05


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