• vom 03.05.2016, 18:23 Uhr

Stadtleben


Schanigarten

Giftige Heizschwammerl




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  • Nach der Inneren Stadt stemmen sich nun weitere Bezirke gegen mögliche Außenheizungen in Schanigärten.

Die Wiener Schanigärten könnten in Zukunft auch im Winter geöffnet haben.

Die Wiener Schanigärten könnten in Zukunft auch im Winter geöffnet haben.© apa/Herbert Pfarrhofer Die Wiener Schanigärten könnten in Zukunft auch im Winter geöffnet haben.© apa/Herbert Pfarrhofer

Wien. (wint) Ein lauer Abend im Gastgarten gehört zum Wiener Sommer wie ein Sprung in die Alte Donau. An warmen Tagen verlagert sich das Innenleben der Gaststätten ins Freie. Bei einem kühlen Bier sitzt man am umfunktionierten Gehsteig und beobachtet Passanten. Die sogenannten Schanigärten sind eine Institution und Teil des Wiener Stadtbilds. Spätestens ab Mitte März werden sie vor Lokalen und entlang von Hauswänden aufgebaut.

In den Monaten von Dezember bis Februar galt bisher eine strikte Schanigarten-Sperre. Die Stadtregierung ließ nun aber mit einer geplanten Lockerung der Aufsperrerlaubnisse aufhorchen. Pünktlich zum Beginn der heurigen Schanigarten-Saison schlug Wirtschaftsstadträtin Renate Brauner (SPÖ) dazu vier mögliche Varianten vor, über die nun abgestimmt werden soll. Am Votum teilnehmen können alle Bezirksvorsteher sowie die Abteilungsleiter aller im Rathaus damit befassten Dienststellen.


Parteiübergreifender Widerstand
Doch schon vor der Abstimmung macht sich in der Wiener Lokalpolitik großer Unmut breit. Denn allen Vorschlägen ist eines gemein: Sie erlauben Freiluftheizungen. Die Gastgartenheizungen sind vielen Bezirken aber ein Dorn im Auge. Nach der Inneren Stadt machen nun auch andere Bezirksvorsteher gegen die Lockerung mobil. Vor allem der grün regierte Neubau, die ÖVP-geführte Josefstadt und der rote Alsergrund stellen sich offen gegen die Pläne Brauners.

Für Markus Figl, dem ÖVP-Bezirksvorsteher der Innern Stadt, sind die Heizschwammerl vor allem ökologisch problematisch. "In Zeiten von Klimawandel und Umweltbedenken ist das einfach verantwortungslos", zeigte er sich von Brauners Vorschlägen enttäuscht.

Aber auch abgesehen von den Freiluftheizungen spricht sich Figl konkret gegen die Aufhebung der Wintersperre aus. "Der öffentliche Raum gehört allen, warum soll er das ganze Jahr von privaten Personen beansprucht werden. Das ist nicht unser Umgang mit öffentlichem Raum", sagte er gegenüber der "Wiener Zeitung". Der 1. Bezirk wäre von einer neuen Schanigarten-Regelung am stärksten betroffen. Ein Viertel aller Gärten befinden sich in der City.

Aber auch in den anderen drei widerständischen Bezirken gibt es eine besonders hohe Dichte an Schanigärten. In Neubau, der Josefstadt und dem Alsergrund liegen gemeinsam rund 500 Gärten - das ist ein Anteil von 20 Prozent.

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Dokument erstellt am 2016-05-03 18:26:05



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