• vom 05.07.2016, 18:01 Uhr

Stadtleben


Donaukanal

Streit um Johann Strauß




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Von Bernd Vasari

  • Seit Jahren rostet die "Johann Strauß" auf dem Donaukanal vor sich hin. Nun wurde sie verkauft und soll bis Anfang 2017 in ein Touristencafé umgebaut werden. Wien hat indes Pfändung angemeldet.

Jahrzehntelang der Stolz der kaiserlichen Schifffahrt im 19. Jahrhundert, heute stark renovierungsbedürftig. - © Stanislav Jenis

Jahrzehntelang der Stolz der kaiserlichen Schifffahrt im 19. Jahrhundert, heute stark renovierungsbedürftig. © Stanislav Jenis

Wien. Eingeschlagene Fenster, Bauzäune und Holzlatten die den Weg versperren. Das historische Clubschiff "Johann Strauß", das auf dem Donaukanal bei der Salztorbrücke ankert, hat schon bessere Zeiten erlebt. Erbaut im Jahr 1853 war es jahrzehntelang der Stolz der kaiserlichen Donauschifffahrt. Auch danach galt es bis in die 1960er Jahre als das luxuriöseste Schiff der österreichischen Flotte.

Heute ist davon wenig übrig geblieben. Seit Jahren rostet es vor sich hin. 2013 wurde es sogar wegen "Gefahr im Verzug" gesperrt. Es schien nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis das nächste Hochwasser das Schiff in seine Einzelteile zerlegt.


Die Jahre des Verfalls dürften nun aber ein Ende haben. Wie die "Wiener Zeitung" vom ehemaligen Besitzer Norbert Weber erfuhr, hat er das Schiff vor kurzem verkauft. Den Namen des Käufers und die Verkaufssumme nannte der frühere Generalpächter der Copa Cagrana zwar nicht. Jedoch gewährte er Einblick in die Zukunftspläne seines Nachfolgers.

700.000 Euro müssen
investiert werden

So soll das 163 Jahre alte Clubschiff in ein traditionelles Wiener Kaffeehaus mit Walzermusik umgebaut werden. "Das Kaffeehaus wird sich vor allem an asiatische Touristen richten, die das historische Wien suchen", sagt Weber. "Hip und laut wie am Donaukanal sonst üblich soll es nicht werden. Es wird ein reines Touristencafé sein, das ganzjährig offen hat." Die Fertigstellung sei für das Frühjahr 2017 geplant.

Bis dahin muss das Schiff rund um erneuert werden. Laut dem Gutachter Gerhard Strasser, der das Schiff besichtigt hat, müsse allein 700.000 Euro investiert werden, damit das Schiff überhaupt zugelassen wird. Gemessen an dem derzeitigen Zustand habe es einen Schrottwert von 2000 bis 3000 Euro.

Wie schon bei der Copa Cagrana auf der Donauplatte liegt Norbert Weber auch in dieser Sache im Clinch mit der Stadt Wien. Diese meldete eine Pfändung des desolaten Schiffes vor Gericht an und wollte es versteigern lassen. Weber hat jedoch Einspruch erhoben. Das Verfahren ist nach wie vor am Laufen.

Laut Ferdinand Pay, Sprecher der zuständigen Finanzstadträtin Renate Brauner (SPÖ), gehe es um Abgabeschulden und Rückstände, die nicht bezahlt wurden.

Weber hingegen sieht sich einmal mehr von der Stadt verfolgt. "Alles, was ich mache, wird von der Stadt Wien behindert", kritisiert er.




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Dokument erstellt am 2016-07-05 18:05:56


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