• vom 06.08.2016, 12:00 Uhr

Stadtleben

Update: 08.08.2016, 12:14 Uhr

Graffiti

Wieder belebter Graffiti-Spirit




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Von Niklas Hintermayer

  • Beim heutigen "Battle-Jam" messen sich erstmals die besten sechs Teams Österreichs im Graffiti-Sprühen.

In Wien gibt es mehr legale Flächen für Graffiti-Künstler als in anderen Metropolen. 13 sind es an der Zahl. - © Tobias Holub

In Wien gibt es mehr legale Flächen für Graffiti-Künstler als in anderen Metropolen. 13 sind es an der Zahl. © Tobias Holub

Wien. In Sachen Graffiti ist Wien ein hartes Pflaster. Vor allem in den vergangenen Jahren hatten es die Straßenkünstler auf Grund der Prominenz eines gewissen "Puber" nicht leicht. Keine Häuserwand blieb von seinem Namen verschont.

"Es gab eine sehr schlechte mediale Berichterstattung über Graffiti, auch wegen Puber. Außerdem haben die ÖBB, die Wiener Linien und die Polizei gezielt gegen Sprayer medial Stimmung gemacht", erklären Paul Hoffmann und Thomas Jöchtl: "Viele Menschen assoziieren Graffiti nur mit Schmierereien auf ihrer Hauswand. Das muss man aber differenziert sehen, weil es findet auch auf legalen Wänden statt." Die beiden jungen Männern sind Teil der Szene und sie wolllen das Image der Sprayer verbessern. Aus diesem Grund laden sie diesen Samstag zum "Battle Jam - Austrian Graffiti Competition". Dabei treten die sechs bekanntesten Teams Österreichs im Sprühen gegeneinander an. Die Gewinner werden von einer Jury ermittelt, ihnen winkt der Pokal für die "Graffiti Crew of the Year". Schauplatz der bunten Graffitis: DasWerk am Donaukanal. In einer "Chill Out Area" können die Besucher live dabei mitfiebern, wie die Schriftzüge entstehen.


Den Sprayern ist es ein großes Anliegen, diese Kunst wieder populärer zu machen. "Wir wollen nicht, dass der Spirit von Graffiti verloren geht", konstatiert Hoffmann. So gründeten sie Anfang des Jahres mit Maira Kerschner den Verein "Graffiti Affairs", konkretes Ziel dabei: Die "Battle Jam" zu veranstalten. "In Österreich gab es so ein Event noch nicht. Wir wollen dadurch diese Kunstform für ein breites Publikum zugänglich machen", unterstreicht Hoffmann die Beweggründe. Schließlich sei dieser freie Zugang einer der Grundgedanken von Graffiti, jeder könne sich im Malen ausprobieren.

Beim Wettbewerb müssen sich die Teams in vier Kategorien beweisen. Dabei wird jeweils ein Wort vorgegeben, dass die Sprüher möglichst originell auf den Wänden umsetzen sollen.

Graffiti-Kosmos
Jöchtl grinst wenn er Kategorie-Begriffe wie "Throwup" oder "Sketch" erklären muss: "Ein Throwup ist ein sehr schnelles Graffiti, das dauert ein paar Minuten. Ein Sketch ist einfach eine Skizze." Der Wettbewerbsgedanke spiele bei der "Battle Jam" natürlich eine Rolle, jedoch sei die Veranstaltung auch dafür gedacht, "dass sich bekannte Crews wieder einmal sehen", sagt der Wahlwiener. Grundsätzlich gäbe es in Österreich eine produktive Graffiti-Szene, aber nur wenige Veranstaltungen. Die Szene konzentriere sich hauptsächlich auf Wien, mit Akademikern und Anwälten sei diese breit durchmischt. "Es sind hier rund 150 Leute, die regelmäßig sprühen", schätzt Thomas Jöchtl. Die jungen Männer selbst sind fest im Graffiti-Kosmos verankert, seit 14 Jahren sind sie mit der Spraydose unterwegs.

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2016-08-05 17:08:05
Letzte ─nderung am 2016-08-08 12:14:04



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