• vom 17.10.2016, 17:49 Uhr

Stadtleben


Brand

Brandgefährlicher Häftling




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  • In der Justizanstalt Josefstadt wurde ein Feuer gelegt.


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Wien. (aum/apa) Ein Häftling hat am Sonntagabend in einer Vierpersonenzelle der Justizanstalt Josefstadt einen Brand gelegt. "Er hat mit einem Feuerzeug eine Decke angezündet", sagte Polizeisprecher Patrick Maierhofer. 14 Personen wurden verletzt. Am Montag befanden sich noch zwei Häftlinge im Krankenhaus. Einer davon - ein 44-Jähriger - war auf der Intensivstation, laut einer Sprecherin jedoch nicht in Lebensgefahr. Der Mann hatte laut Angaben der Rettung Brandverletzungen an den Händen erlitten. Diese dürfte sich der 44-Jährige bei Löschversuchen zugezogen haben. Alle anderen Verletzten hatten Rauchgasvergiftungen erlitten. Sie konnten am Montag bereits in häusliche Pflege entlassen werden. Insgesamt hatte die Berufsrettung drei Insassen und elf Justizwachebeamte ins Krankenhaus gebracht.

"Ich kann nicht sagen, wer von den Vieren den Brand ausgelöst oder verursacht hat", sagte der stellvertretende Anstaltsleiter der Justizanstalt, Peter Hofkirchner, im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". Die Polizei verdächtigt allerdings einen 32-jährigen Untersuchungshäftling, der wegen schwerer Körperverletzung und Widerstands gegen die Staatsgewalt angeklagt ist. Zwei weitere Männer des betroffenen Haftraums sind ebenfalls Untersuchungshäftlinge, ein vierter sitzt in der Justizanstalt eine zweijährige Freiheitsstrafe ab.


"Wir gehen von einer vorsätzlichen Tat aus"
Die betroffene Vierer-Zelle ist völlig ausgebrannt. Das Landeskriminalamt ermittelt nun unter anderem wegen Brandstiftung: "Nach den bisherigen Ermittlungen gehen wir von einer Vorsatz-Tat aus", sagte Maierhofer. Dass es sich um einen Fluchtversuch gehandelt haben könnte, hält man bei der Polizei nicht für wahrscheinlich. "Wenn man so eine Handlung setzt, ist die Chance größer, dass man sich selbst und andere verletzt, als dass man flüchten kann", führte Hofkirchner aus.

Dass Häftlinge im Besitz eines Feuerzeugs sind, ist in der Justizanstalt durchaus üblich. "Wir haben knapp 1100 Insassen, 75 Prozent davon sind Untersuchungshäftlinge, darunter schwere Raucher, für die die Unschuldsvermutung gilt. Wenn ich denen allen von Amtswegen das Rauchen verbiete, hätten wir massive Probleme", so Hofkirchner. "Das reicht von den Auswirkungen des Suchtmittelentzugs bis hin zu Folter." Grundsätzlich gebe es im Gefängnis natürlich einen Nichtraucherschutz, der sich aber primär auf die Mitarbeiter bezieht. "Insassen dürfen in zugewiesenen Räumen - sofern sie als Raucherhaftraum deklariert sind - auch rauchen", erklärte Hofkirchner. Bestehe ein Häftling jedoch auf einer Nichtraucher-Zelle, so werde ihm dies auch gewährt.

Der Brand war laut Peter Hofkirchner gegen 21 Uhr ausgebrochen. Das Feuer griff auf Einrichtungsgegenstände über. Auch die Feuerwehr war im Einsatz. Alle 50 in der betroffenen Abteilung Inhaftierten wurden in Sicherheit gebracht. Dazu wurde noch in der Nacht über die Generaldirektion Personal von umliegenden Justizanstalten nachbeordert. Die Häftlinge wurden in andere Hafträume verlegt. Die betroffene Abteilung war am Montag weiterhin gesperrt.




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Dokument erstellt am 2016-10-17 17:53:05



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