• vom 20.10.2016, 17:48 Uhr

Stadtleben


Energie

Da kommt Bewegung rein




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Von Nina Flori

  • 2001 wurde der Strommarkt, 2002 der Gasmarkt liberalisiert. Eineinhalb Jahrzehnte später ist langsam Bewegung im Markt. Immer mehr Menschen wechseln den Anbieter und zwingen Wien Energie, sich neu Geschäftsfelder zu suchen.



Wien. Fast drei von zehn Wienerinnen haben den Stromanbieter schon einmal gewechselt. Beim Gas ist es der Aufsichtsbehörde e-control zufolge etwa jeder 9. Seit der Liberalisierung des Strommarktes im Jahr 2001 und des Gasmarktes im Jahr 2002 kommt langsam Bewegung in den Markt - die Wechselraten sind deutlich am Steigen. Im Jahr 2014 haben österreichweit mehr als 200.000 Menschen den Stromanbieter gewechselt, 2015 waren es etwas mehr als 150.000. Beim Gas waren es 2014 57.000 und 2015 46.000.

"Das größte Motiv zu wechseln ist für Kundinnen und Kunden natürlich der Preis", sagt Energieexperte Josef Thoman von der Arbeiterkammer Wien im Gespräch mit der "Wiener Zeitung". "Wir raten beim Wechsel allerdings zur Vorsicht. Viele Anbieter haben flexible Tarife, die sich sehr häufig ändern - zum Teil sogar im Stundentakt. Oder sie gewähren im ersten Jahr sehr große Rabatte, im zweiten Jahr zahlt man dann aber schon deutlich mehr." Jedes Jahr zu wechseln, sei eine Möglichkeit, um die Kosten zu optimieren, aber natürlich auch aufwendig, sagt Thoman.


Während es am Gasmarkt verhältnismäßig ruhig zugeht, ist der Strommarkt heiß umkämpft. Allein in Wien gibt es zwischen 30 und 40 aktive Anbieter. "Es gibt große Verwerfungen auf dem Markt", sagt Thoman. Das liegt zum einen daran, dass erneuerbare Energien stark gefördert werden - allein heuer mit 1,3 Milliarden Euro, wodurch immer neue Ökostromanalgen entstehen, die zu sehr günstigen Preisen anbieten können. Hinzu kommt, dass CO2 sehr gering bepreist ist, weshalb in Deutschland noch Kohlekraftwerke im Einsatz sind.

Preisverfall bei Strom als Herausforderung für Anbieter
Zusammen mit der stagnierenden Nachfrage aufgrund der wirtschaftlichen Gesamtsituation habe das seit 2009 zu einem starken Preisverfall geführt, erklärt Thoman. "Für die Kunden ist das gut, aber die Stromerzeuger stellt das vor eine große Herausforderung. Viele Kraftwerke können nicht mehr kostendeckend produzieren, vor allem, wenn sie noch nicht abgeschrieben sind." Ein Beispiel dafür ist etwa, das Verbund-Kraftwerk im steirischen Mellach, das bei der aktuellen Marktlage nicht rentabel produzieren kann und so trotz Neuwertigkeit stillsteht.

Auch Wien Energie spürt diesen Druck. Wie viele Kundinnen und Kunden der Platzhirsch durch die Liberalisierung des Marktes bereits verloren hat, will das Unternehmen allerdings nicht bekanntgeben. Und auch e-control beruft sich auf den Datenschutz und gewährt keinen Einblick auf die Verteilung der Marktanteile im Energiesektor. Eigenen Angaben zufolge hat das Unternehmen aktuell eine Million Stromkunden, knapp 600.000 Erdgaskunden und 350.000 Fernwärmekunden.

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Dokument erstellt am 2016-10-20 17:53:05



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