Wien. Die Wohnungspreise in Wien steigen beharrlich. In manchen Bezirken ist es 2016 im Vergleich zum Vorjahr zu einen Anstieg in Höhe von rund zehn Prozent gekommen. Das geht aus einer Erhebung des Anzeigenportals Willhaben hervor, bei der die bundesweiten Angebotspreise von mehr als 120.000 Anzeigen verglichen wurden. Überhaupt sind 2016 die Immobilienpreise in Österreich großteils gestiegen: Die Preise haben gegenüber 2015 in 80 Prozent der analysierten Bezirke angezogen.

In nahezu allen Bezirken Wiens stiegen die Angebotspreise für Eigentumswohnungen. Am stärksten davon betroffen waren Liesing (plus 10,6 Prozent) und Meidling (plus 10 Prozent). Für beide Bezirke schnellte der durchschnittliche Angebotspreis auf mehr als 3500 Euro pro Quadratmeter hoch.

Bemerkenswert ist, dass traditionell hochwertige Bezirke kaum Anteil an der Preissteigerung hatten. In Döbling beispielsweise stiegen die Preise um lediglich 0,4 Prozent, in Hietzing um 2 Prozent. Die beiden haben im vergangenen Jahr den geringsten Preisanstieg in Wien erfahren, wobei Hernals (minus 0,2 Prozent) und die City negativ sind, Letztere hat als Sonderfall (geringe Verfügbarkeit von Objekten, Veräußerung in Paketen, starke Preisschwankungen) jedoch nicht offiziell Eingang in die Erhebung gefunden.

Umgekehrt zogen die Preise gerade in jenen Bezirken ganz stark an, die nicht unbedingt mit dem positivsten Image gesegnet sind: Rudolfsheim-Fünfhaus (plus 9,8), Favoriten (8,4), Floridsdorf (7,5), Simmering (7,3).

"Immobilien gelten auch für Privatpersonen weiterhin als sichere Anlageform", erklärte Judith Kössner, Chefin der Immobilienabteilung von Willhaben, den anhaltenden Preisanstieg gegenüber der "Wiener Zeitung". "Nachdem in den vergangenen Jahren in Wien vor allem die inneren Bezirke preislich angezogen haben, folgen nun auch gute Lagen in Flächenbezirken."

Auch im für Pendler interessanten Wiener Umland stiegen die Angebotspreise. Korneuburg hat ein Plus in Höhe von 7 Prozent zu verzeichnen, Tulln 8,2 Prozent und - mittlerweile aufgelöst - Wien Umgebung ein Plus von 6,1 Prozent. Auch in Wiener Neustadt (plus 10,9 Prozent) und Mistelbach (plus 11,6 Prozent) sind die Angebotspreise für Wohnungen gestiegen.

Bei den Mieten haben die Preise im langfristigen Vergleich zu 2007 in Wien 2016 ebenfalls kräftig angezogen. Dabei ergab sich ein den Kaufpreisen ähnliches Bild: Den höchsten Anstieg hat die Leopoldstadt erlebt, wo die Mietpreise um 34,4 Prozent gestiegen sind. Auf den weiteren Plätzen folgen die Donaustadt (plus 33,9), Floridsdorf (plus 30,7), die Brigittenau (plus 28,6) und Rudolfsheim-Fünfhaus (plus 27,3). Den geringsten Anstieg gab es in Döbling (plus 6,9), der Josefstadt (plus 11,2), der Inneren Stadt (13,4), in Hietzing 14,5) und in Währing (15,4).

Österreichweite Spitzenreiter beim Preisanstieg von Eigentumswohnungen sind Schärding in Oberösterreich und das Murtal in der Steiermark mit je rund 28 Prozent, gefolgt von Kirchdorf an der Krems (Oberösterreich) mit 23,4 Prozent sowie den niederösterreichischen Bezirken Melk (22,1) und Scheibbs (20,1). An Wert verloren haben Eigentumswohnungen unter anderem in Neusiedl am See (Burgenland) mit minus 21,1 Prozent, in Feldkirchen (Kärnten) mit minus 15,3 Prozent und in Freistadt (Oberösterreich) mit minus 13,2 Prozent.

Im Vergleich der Landeshauptstädte haben St. Pölten (plus 14,4 Prozent) und Innsbruck (10 Prozent) die größte Preissteigerung erfahren. Schlusslichter sind Salzburg (plus 0,9 Prozent) und Graz (1,2 Prozent), wobei für Bregenz und Eisenstadt zu wenig Daten vorlagen.