• vom 17.03.2017, 15:33 Uhr

Stadtleben

Update: 18.03.2017, 11:01 Uhr

Franz-Josefs-Bahnhof

Öffentliche Diskussion unerwünscht




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Von Alexander Dworzak

  • Das Areal um den Franz-Josefs-Bahnhof wird neu gestaltet. Die öffentliche Diskussion bleibt aber aus.

Der Franz-Josefs-Bahnhof wird nicht gerade als die Perle des Alsergunds gesehen. Jetzt soll das komplette Areal umgestaltet werden.

Der Franz-Josefs-Bahnhof wird nicht gerade als die Perle des Alsergunds gesehen. Jetzt soll das komplette Areal umgestaltet werden.© Stadt Wien Der Franz-Josefs-Bahnhof wird nicht gerade als die Perle des Alsergunds gesehen. Jetzt soll das komplette Areal umgestaltet werden.© Stadt Wien

Wien. "Das wichtigste Projekt für den Alsergrund in den kommenden 20 Jahren" sei die Neugestaltung des Areals um den Franz-Josefs-Bahnhof. Das betonte der Grüne Christoph Chorherr am Donnerstagabend bei einer Informationsveranstaltung. Rund 150 Interessierte waren gekommen, um sich über die Ergebnisse des dialogorientierten Planungsverfahrens zu informieren. Chorherr postete ein Foto im Kurznachrichtendienst Twitter und freute sich: "Großes Interesse bei Bürgerversammlung zur Neugestaltung des Franz Josephs [sic] Bahnhofs nach Auszug der Bank Austria."

An einer öffentlichen Diskussion über die Zukunft des Areals mit enormen 30.000 Quadratmetern Grundfläche hatte Chorherr jedoch kein Interesse, ebenso wenig die anderen Referenten. Nach Statements des grünen Planungssprechers, von Bezirksvorsteher-Stellvertreter Thomas Liebich (SPÖ), Bernhard Silvestri von der MA 21 (Stadtteilplanung und Flächennutzung) und Michaela Mischek-Lainer, Prokuristin des Immobilienentwicklers und Bahnhofseigentümers 6B47 für das Projekt, wurde der öffentliche Teil der Veranstaltung für beendet erklärt. Die Interessenten mussten sich mit Einzelgesprächen in Themenkojen zufriedengeben. Auch die lautstarke Forderung der Rektorin der Akademie der bildenden Künste Wien, Eva Blimlinger, doch Wortmeldungen vor dem gesamten Publikum zuzulassen, blieb erfolglos.

Dabei gibt es viel Klärungsbedarf: Auf dem Areal, das die Bank Austria bis 2018 verlässt, sind Wohnungen, Büro und Gewerbe sowie Bahnhofsnutzung zu je einem Drittel vorgesehen. Rund 750 Wohneinheiten sollen entstehen, heißt es aus dem Büro von Planungsstadträtin Marin Vassilakou (Grüne) - auch "leistbare", wie Chorherr herausstrich. Überhaupt keine Informationen gab es bei der Veranstaltung jedoch, wie viele Wohnungen unter diese Kategorie fallen werden und in welchen Größen die günstigeren Einheiten angeboten werden sollen. Auch eine Preis-Bandbreite fehlte gänzlich.

Auf dem Nachbargrundstück, in der Nordbergstraße 15, baut 6B47 derzeit ein altes Bürogebäude zu knapp 250 Wohnungen um. Als "Althan Park" wird das Vorhaben vermarktet. "Genießen Sie die Lage, und Ihre Rendite", heißt es dort auf der Webseite. Ein Rechenbeispiel für eine Anlagewohnung liefert 6B47 dabei gleich mit: Eine 44-Quadratmeter-Wohnung kostet knapp 199.000 Euro (exkl. 20 Prozent Umsatzsteuer). Als zu erwartende Miete gibt 6B47 pro Quadratmeter 12,50 Euro an. Netto.

Orientierung am Schlot der Müllverbrennungsanlage

Das Bahnhofsareal schneidet derzeit die Alsergrunder Bezirksteile Lichtental und Althan voneinander ab und bildet eine riesige Barriere. Architekt Bernd Vlay legte ein Leitbild vor, das einen Park über den Bahngleisen, also in neun Metern Höhe, und Querungsmöglichkeiten vorsieht. Die vorhandenen 150.000 Quadratmeter Bruttogeschoßfläche sollen umgeschichtet werden und die Stadt scheint gewillt, dafür neue Hochhäuser auf dem Areal zulassen, das nun als "Althan Quartier" vermarktet wird. Als mögliche Maximalhöhe sind 126 Meter im Gespräch – so hoch ist der Schlot der nahegelegenen Müllverbrennungsanlage Spittelau. Die nächste Hochhaus-Diskussion in Wien steht somit bevor.





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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-03-17 15:42:21
Letzte Änderung am 2017-03-18 11:01:11


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