• vom 13.04.2017, 12:29 Uhr

Stadtleben

Update: 13.04.2017, 14:43 Uhr

Religion

Alle Ämter auf Augenhöhe




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Von Mathias Ziegler

  • Die drei evangelischen Kirchen in Wien feiern heuer 500 Jahre Reformation - und am Karfreitag eines der höchsten Feste im Kirchenjahr.

Foto: Janos Szabo

Foto: Janos Szabo

Wien. Superintendentialkuratorin - mit diesem Amtstitel ist Inge Troch die höchste Frau in der evangelischen Kirche A.B. (Augsburger Bekenntnis) in Wien. Auch wenn die 1941 geborene Wienerin selbst betont: "Als wichtigste Frau würde ich mich nie bezeichnen. Niedrig und hoch gibt es in der evangelischen Kirche nicht, aber es gibt Menschen, die zur Leitung berufen sind."

Ihr Amtstitel leitet sich aus dem Lateinischen ab (superintendens = "Aufseher", curare = "Sorge tragen"). Als Ehrenamtliche bildet Troch, im zivilen Leben Professorin am Institut für Analysis und Scientific Computing an der TU Wien, gemeinsam mit dem hauptberuflichen Superintendenten Hansjörg Lein das Leitungsduo der evangelischen Kirche in Wien. Lein ist sozusagen der Diözesanbischof der Wiener Lutheraner. Damit steht er gewissermaßen auf einer Ebene mit dem katholischen Wiener Bischofsvikar Dariusz Schutzki - nur dass dieser für rund 631.000 Gläubige in 167 Pfarrgemeinden zuständig ist, während die evangelische Kirche A.B. in Wien etwa 50.200 Mitglieder in 21 Pfarrgemeinden hat. Neben den Lutheranern gibt es in Wien drei Pfarrgemeinden der evangelischen Kirche H.B. (Helvetisches Bekenntnis) und vier evangelisch-methodistische.


Demokratie von Basis bis Spitze
Über dem Wiener Leitungsteam steht nur noch Bischof Michael Bünker, das geistliche Oberhaupt der Protestanten in Österreich (sozusagen das Pendant zu Kardinal Christoph Schönborn, dem Vorsitzenden der Österreichischen Bischofskonferenz der katholischen Kirche). International gibt es zwar eine intensive Vernetzung mit anderen evangelischen Kirchen, aber kein globales Oberhaupt, das mit dem Papst oder den orthodoxen Patriarchen vergleichbar wäre. Troch spricht von einem Verhältnis "auf Augenhöhe, auch innerhalb der Ämter in Österreich".

Bezeichnend ist auch, dass das Wiener Leitungsteam ebenso wie Bischof Bünker auf demokratischem Weg in die Ämter gekommen ist: Lein wurde 2004 auf zwölf Jahre zum Superintendenten gewählt - weil er aber nur noch zwei Jahre bis zur Pensionierung hat, darf er sein Amt noch bis dahin weiter bekleiden, ehe sein Nachfolger bestimmt wird. Troch wurde 2006 und dann noch einmal 2012 auf jeweils sechs Jahre zur Superintendentialkuratorin gewählt. Ob sie 2018 eine weitere Periode anhängen will, ist noch nicht entschieden. "So weit habe ich noch nicht gedacht", sagt sie. "Das liegt aber auch gar nicht an mir, weil die Pfarrgemeinden Kandidaten aufstellen."

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Dokument erstellt am 2017-04-13 12:33:10
Letzte nderung am 2017-04-13 14:43:55




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