• vom 10.05.2017, 17:06 Uhr

Stadtleben

Update: 11.05.2017, 17:36 Uhr

ÖBB

Tägliche Geduldsprobe




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Von Arian Faal

  • Wochenlanges Chaos bei der Schnellbahn und hunderte Ausfälle. ÖBB sind um Schadensbegrenzung bemüht.

Verspätungen stehen bei der S-Bahn derzeit an der Tagesordnung. - © Jasmin Ziegler

Verspätungen stehen bei der S-Bahn derzeit an der Tagesordnung. © Jasmin Ziegler

Wien. "Wer derzeit mit der Schnellbahn fährt, braucht Geduld, Nerven und eine Elefantenhaut. Es ist ja schon oft fast wie im Casino, ein Roulettespiel", echauffiert sich Trude Hahler aus Floridsdorf über das wochenlange Chaos bei den Wiener Schnell- und Regionalbahnlinien. Nachsatz: "Das Krisenmanagement der ÖBB hat für mich total versagt". Tatsächlich ist noch kein Ende der Verspätungs- und Ausfallswelle in Sicht. Chris Lohner - oder besser gesagt ihre digitale Stimme, war in den vergangenen dreieinhalb Wochen deswegen im Dauereinsatz. In und um Wien musste sie hunderte Zugausfälle, Störungen und Verspätungen verkünden und sich bei den teils heftig erbosten ÖBB-Passagieren entschuldigen.

Unregelmäßigkeiten
seit dem Karsamstag

Begonnen hat das Malheur am Karsamstag in Meidling nach einem Zugsunglück. Die Instandsetzungsarbeiten am Bahnhof werden noch bis 28. Mai andauern. Zwei Züge waren am 15. April kollidiert, nachdem ein Regionalexpress (REX) ein Signal überfuhr, stieß er mit einem Railjet zusammen. Rund 200 Meter Gleis wurden beschädigt und müssen seither erneuert werden.


"Die finalen Arbeiten finden am verlängerten Wochenende von 25. bis 28. Mai statt", kündigte ÖBB-Sprecher Roman Hahslinger bereits an. Bis dahin kommt es auf der Wiener S-Bahn-Stammstrecke noch zu Verzögerungen, geänderten Fahrzeiten und Zugausfällen. Bei dem Unglück waren wie berichtet neun Personen im Railjet verletzt worden, die schwerste Blessur war ein Handbruch. Der REX war leer, die beiden Lokführer blieben unverletzt. Die Schäden an Zügen, Gleisen und Oberleitung waren jedoch beträchtlich. Die Instandsetzungsarbeiten dauern unter anderem deshalb so lange, weil Weichenteile teilweise aus dem Ausland geliefert werden und Schienen neu produziert werden müssen.

"Das war ein Vorfall, den man nicht vorhersehen kann und das würde ich mir ja noch einreden lassen in Meidling", sagt Hahler. "Aber dann die nächsten Ausfälle mit dem Oberleitungsschaden am vergangenen Mittwoch und sonstigen Unregelmäßigkeiten, das ist einfach zu viel". Tatsächlich gab es auch in der Vorwoche wieder zeitweise einen Kollaps der Stammstrecke der Wiener Schnellbahn. "Noch schlimmer als die Ausfälle sind die Falschinformationen auf Scotty oder auf der Anzeigentafel, sagt Helmut Eiringer, der täglich aus Hollabrunn nach Wien in die Arbeit fährt und somit auf die S-Bahn angewiesen ist. "Besonders lustig ist es, wenn dann durchgesagt wird, dass man auf die U-Bahn-Linien ausweichen soll", meint er. "Oder wenn ich in einer kaputten alten blauen Garnitur, die besonders störungsanfällig ist sitze, und dann beim Bahnhof Floridsdorf miterleben muss, wie viele neue Garnituren leer auf dem Abstellgleis stehen".

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-05-10 17:12:05
Letzte nderung am 2017-05-11 17:36:09



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