• vom 13.06.2017, 17:15 Uhr

Stadtleben

Update: 26.06.2017, 16:37 Uhr

Pilotprojekt

Vorsicht, toter Winkel




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Von Alexandra Laubner

  • Schüler lernen in einem Pilotprojekt spielerisch, wo sie im Straßenverkehr in der Nähe von Bussen oder Lkw sicher sind und wo nicht.

- © Laubner

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Mobilitätsagentur Wien

Mobilitätsagentur Wien Mobilitätsagentur Wien

Wien. "Jetzt zeige ich euch ein tolles Versteck", sagt Martin Winkelbauer vom Kuratorium für Verkehrssicherheit zu den Schülern der Liesinger Volksschule Korbgasse. Während ein Mädchen auf den Fahrersitz des Busses klettert, verstecken sich ihre Mitschüler in jenen Bereichen rund um den Bus, die mit gelb-schwarzen Warnmarkierungen gekennzeichnet sind. Die Kinder setzen sich auf den Asphalt, knien sich nieder oder gehen in die Hocke. Sie versuchen sich, so klein wie möglich zu machen, obwohl das eigentlich nicht notwendig wäre. Denn auch wenn die Schüler aufrecht stehen würden - das Mädchen auf dem Fahrersitz würde sie nicht sehen. Auch nicht in einem der Außenspiegel.

Sinnvolles Versteckspiel
Das Versteckspiel soll den Kindern vermitteln, was es mit dem toten Winkel auf sich hat. Es ist ein gemeinsames Pilotprojekt der Wirtschaftskammer Wien, des Wiener Stadtschulrates, der Mobilitätsagentur Wien und dem Kuratorium für Verkehrssicherheit, das wienweit Schule machen soll. Nach Testläufen und positivem Echo im 18., 19. und nun im 23. Bezirk sind im Herbst weitere Aktionstage im 4. Bezirk geplant.


"Wir versuchen, den Kindern in der Praxis zu zeigen, wo bei Lastautos und Omnibussen die gefährlichen Bereiche sind. Wo die Kinder nicht gesehen werden, beispielsweise, wenn das Fahrzeuge abbiegt, aber auch, wenn das Fahrzeug geradeaus weiterfährt und die Kinder unter das Auto geraten könnten", erklärt Martin Winkelbauer.



Insgesamt schult der Experte an einem Aktionstag 16 Schulklassen. "Was passiert, wenn ihr neben dem Bus steht und dieser rechts einbiegt? In welche Richtung fahren die Hinterräder?", fragt Winkelbauer die Kinder. "In unsere Richtung", antworten diese. "Alle, die nun in diesem Bereich stehen, sind in Gefahr" erklärt Winkelbauer weiter. "Das nennt man nicht umsonst toter Winkel", hakt ein Bub ein.

"Wir haben gelernt, dass man nicht vor dem Bus stehen darf und auch nicht hinter dem Bus. Und, wenn man ein paar Meter vom Bus weiter weg ist, dann wird man auch nicht gesehen. Das ist dann der tote Winkel", sagt der 10-jährige Kevin. Hat Kevin gewusst, was der tote Winkel ist? "Nein", sagt er.

Schulweg mit Kindern üben
Dass Kinder einen anderen Blickwinkel haben, wenn sie die Straße überqueren, weiß auch Pädagogin Elfriede Novak, die im Stadtschulrat für Verkehrserziehung und Sicherheitspädagogik zuständig ist. "Wenn Kinder zwischen zwei Autos stehen, sieht der Autofahrer die Kinder nicht und die Kinder können weder das Tempo noch die Entfernung des Autos einschätzen. Und die Kinder lassen sich auch sehr leicht ablenken", erklärt Novak, die den Eltern rät, mit den Kindern den Schulweg so oft es möglich ist zu üben. Und zwar noch bevor die Kinder in die Schule kommen. "Der kürzeste Weg ist nicht immer der sicherste. Man muss auch manchmal Umwege in Kauf nehmen, damit die Kinder sicher ans Ziel kommen", erläutert Novak.

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2019
Dokument erstellt am 2017-06-13 17:20:10
Letzte Änderung am 2017-06-26 16:37:12



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