• vom 26.06.2017, 17:51 Uhr

Stadtleben

Update: 26.06.2017, 17:59 Uhr

Geburtstag

Ute Bock wird 75




  • Artikel
  • Lesenswert (14)
  • Drucken
  • Leserbrief





  • Geburtstagsparty und Straßenfest für die "Mutter" der Asylwerber in Wien.


© Tina Herzl/Verein Flüchtlingsprojekt Ute B © Tina Herzl/Verein Flüchtlingsprojekt Ute B

Wien. (aum) Ute Bock feiert ihren 75. Geburtstag. Die Frau, die zu so etwas wie der österreichischen Schutzheiligen der Asylwerber geworden ist, betreibt seit 15 Jahren das nach ihr benannte Flüchtlingsprojekt. Zentrale Einrichtung ist dabei das mehr als 70 Einzelzimmer fassende Haus in der Zohmanngasse 28, wo unter anderen obdachlose Asylwerber und andere hilfsbedürftige Flüchtlinge unterkommen können. Hinzu kommen noch mehr als 50 externe Wohnungen, die in ganz Wien verteilt sind, und eine Poststelle für Menschen ohne Wohnadresse.

Um das Jubiläum gebührend zu feiern, findet am Dienstag ab 14 Uhr in der Zohmanngasse ein Straßenfest mit Open House statt. Mit dabei ist allerhand Prominenz: Kabarettisten Josef Hader, Maschek und Polkagott werden auftreten sowie die Band Wiener Blond. Ebenfalls angekündigt hat sich Hans Peter Haselsteiner. Der Strabag-Chef ist langjähriger Mäzen von Bocks Initiative. Über seine Stiftung wurde das Haus in der Zohmanngasse erworben, saniert und Ute Bock auf Lebzeiten zugesichert. Zu ihrem Geburtstag hat er diese Zusicherung nun auf den Verein Flüchtlingsprojekt Ute Bock ausgedehnt, damit dieser seine Arbeit uneingeschränkt weiterführen kann.

Eigentlich ist Ute Bock Erzieherin. Auf Drängen ihres Vaters bewarb sich die gebürtige Linzerin nach der Matura bei der Stadt Wien, um einen gesicherten Arbeitsplatz zu haben. So wurde sie Erzieherin im städtischen Heim in Biedermannsdorf, wo sie von 1962 bis 1969 tätig war, danach wechselte sie als "Heimmutter" in das Gesellenheim Zohmanngasse, in dem sich heute ihr Flüchtlingsprojekt befindet. 1976 übernahm sie die Leitung des Gesellenheims, das als letzte Station für schwierige Fälle galt. Ab den 1990er Jahren wurden dorthin auch vermehrt jugendliche Flüchtlinge aus Jugoslawien und Afrika entsandt.

Als Erzieherin habe sie "auch Detschn ausgeteilt", sagte Bock rückblickend, was nicht in Ordnung gewesen sei. Doch eine gewisse Strenge hat sie sich bis heute bewahrt. Etwa, wenn es um die Einhaltung der Hausordnung in der Zohmanngasse geht: "Ich bin jeden Tag bis zwei, drei Uhr auf. Damit ich seh, ob’s laut ist, ob wer spät heimkommt, ob jemand wen einazaht. Ich hab mir vorgenommen, die ersten fünf, die blöd sind, schmeiß ich hinaus. Damit die anderen sehen: So geht es nicht", sagte sie einmal in einem Interview.

Ute Bock wurde unter anderem mit dem UNHCR-Flüchtlingspreis, dem Dr.-Karl-Renner-Preis und dem Goldenen Verdienstzeichen der Republik ausgezeichnet.





Schlagwörter

Geburtstag, Ute Bock

Leserkommentare




Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Online-Nutzungsbedingungen an.


captcha Absenden

* Pflichtfelder (E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht)


Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-06-26 17:52:05
Letzte Änderung am 2017-06-26 17:59:46


Prozess

Kritik an Verurteilung von Sigrid Maurer

GERICHTSVERHANDLUNG WEGEN †BLER NACHREDE: MAURER / WINDHAGER - © APAweb / Hans Punz Wien. Die Kritik ließ nicht lange auf sich warten. "Eine rechtspolitische Sauerei" sei das Urteil, sagte Medienanwalt Michael Pilz... weiter




Vor Gericht

Der vergessene Patient

Die Tür zum Zimmer von M. stand immer offen, hinein ging die Heimhilfe aber kaum. - © stock.adobe.com Wien. Als die Sanitäter kamen, war Herr M. nicht mehr ansprechbar. Verwahrlost lag er im verschmutzten Bett der Ehewohnung... weiter





Werbung



Beliebte Inhalte

Meistgelesen
  1. Parkverbot-Zonen für Leih-Scooter
  2. Der erste Schnee
  3. ÖVP gegen neue Widmungskategorie geförderter Wohnbau
  4. Die Gras-Greißler
  5. "Ich bin ein Einzelkämpfer"
Meistkommentiert
  1. Wien soll 2027 Zwei-Millionen-Stadt werden
  2. Shoah-Gedenkmauer fix
  3. Nichts zu machen?
  4. Jetzt schon vorweihnachtlich
  5. Lichterbaum am Christkindlmarkt

Edip Sekowitsch

"Der Setschko war ein Fighter"

Den Sekowitschweg gibt es seit 2012 - doch jetzt wurde er offiziell eingeweiht und gesegnet. - © Schmölzer Wien. Wenn man ihn danach fragte, redete Edip Sekowitsch bereitwillig über seine alte Leidenschaft. Nur vom Äußeren her hätte dem Besitzer eines... weiter




Holzhochhaus

Hoch hinaus mit Holz

Das weltweit höchste Holzhochhaus entsteht in der Seestadt Aspern. - © RLP Ruediger Lainer und Partner Wien/Dornbirn. Das weltweit höchste Holzhochhaus soll in der Seestadt Apern entstehen. Seit mehr als einem Jahr wird an dem Bauwerk aus 24 Stockwerken... weiter




Geschichte

Bitte à la Giraffe!

Wildlife Animals - © Chris Van Lennep Wien. Die Geschichte fängt harmlos an: 1828 erhielt Kaiser Franz I. (II.) vom Vizekönig von Ägypten eine Giraffe, die dieser wiederum im Tiergarten... weiter






Lotto

Die meisten wollen dann gar keinen Ferrari mehr

Die meisten wollen dann gar keinen Ferrari mehr Wien. (aum) "Manche sagen schon, dass sie sich einen Ferrari kaufen oder sich einen anderen Kindheits- und Jugendtraum erfüllen wollen"...

Wetter

Der erste Schnee

Der erste Schnee Wien. Schnee in der zweiten Novemberhälfte im Osten Österreichs ist an sich normal. Am Montag lag eine rund ein Zentimeter hohe, gleichmäßig verteilte...




Werbung