• vom 14.07.2017, 17:34 Uhr

Stadtleben

Update: 14.07.2017, 19:39 Uhr

Studie

Mehr als genug Gemüse




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  • Laut Umweltbundesamt produziert Wien mehr Gemüse, als in der Stadt gegessen wird.

Paprika, Paradeiser oder Melonen müssen noch immer nach Wien importiert werden. Gurken, Erbsen oder Karotten gibt es hier hingegen im Überfluss.

Paprika, Paradeiser oder Melonen müssen noch immer nach Wien importiert werden. Gurken, Erbsen oder Karotten gibt es hier hingegen im Überfluss.© apa/Hochmuth Paprika, Paradeiser oder Melonen müssen noch immer nach Wien importiert werden. Gurken, Erbsen oder Karotten gibt es hier hingegen im Überfluss.© apa/Hochmuth

Wien. (rös) Wien ist in Sachen Gemüse Selbstversorger. Das ergab eine aktuelle Studie des Umweltbundesamtes. 115 Kilogramm Gemüse verbraucht man in Wien und Umgebung pro Kopf in einem Jahr. Es wird teilweise sogar mehr Gemüse produziert, als in der Stadt benötigt wird - und zwar 80.000 Tonnen.

Allerdings wurde auch eine Unterversorgung von jährlich rund 20.000 Tonnen Gemüse festgestellt - und zwar ausgehend von den Ernährungsempfehlungen für Gemüse. Nachdem aber laut Verzehrs- und Konsumerhebungen nur rund ein Drittel der für Erwachsene empfohlenen Gemüsemengen auch tatsächlich verzehrt werden und auch von Kindern nur weniger als 50 Prozent der empfohlenen Gemüsemenge verzehrt wird, entsteht hier kein tatsächlicher Engpass, heißt es in der Studie.


Als Gemüsearten, die in der Region nicht in ausreichender Menge produziert werden, wurden Champignons und Pilze, Gurken (Cornichons oder Einlegegurken), Karfiol, Kohl, Chinakohl und andere Kohlarten, Melonen, Paprika und Pfefferoni, Paradeiser, Rote Rüben, Salat und Zucchini genannt. Bei ihnen muss auf Importe zurückgegriffen werden. Andererseits stellte sich heraus, dass Erbsen, Salatgurken, Karotten, Kraut (weiß und rot), Sellerie, Spargel, Spinat und Zwiebel im Überschuss produziert werden und exportiert werden müssen.

Gastronomie und Regionalität
Was die Gastronomie betrifft, so ergab die Studie, dass das Kriterium "Regionalität" immer wichtiger wird: "Immer mehr Restaurant-Gäste wollen wissen, woher die landwirtschaftlichen Rohstoffe stammen", heißt es in der Studie. So werde auch im Bereich des Großhandels versucht, den Bedarf so regional wie möglich zu decken, "da Nähe nicht nur höhere Frische bedeutet, sondern auch die heimische Wirtschaft stärkt". Eine Herausforderung für den Großhandel sei es, Einkaufs- wie auch Verkaufsmengen als Gewicht in Kilogramm oder Tonnen anzugeben, denn diese würden bisher auf Stück-Basis geführt. Das Gewicht der einzelnen Artikel werde zwar erfasst, lasse sich allerdings nicht zu einer Gesamtsumme auswerten, so die Kritik.

"Bessere Vernetzung nötig"
Untersucht wurde übrigens der Außer-Haus-Verzehr, zu dem Großküchen und die Gemeinschaftsverpflegung zählen, der Lebensmittel-Einzelhandel und die Direktvermarktung. Die Ergebnisse der Studie sollen nun laut MA22 zu Verbesserungsmaßnahmen führen - wie etwa die stärkere Vernetzung von Beschaffern aus der Gemeinschaftsverpflegung mit der Produktion und Vermarktung. Außerdem sollen aufgezeigte Potenziale in Zukunft besser genutzt werden, um nachhaltige Rahmenbedingungen zu schaffen, hieß es.

Die Studie "Sum-Food: Regionale Lebensmittelpfade am Beispiel der Stadt Wien für die Produktgruppe Gemüse" wurde von der Wiener Umweltschutzabteilung (MA22) gemeinsam mit der Landwirtschaftskammer Wien, der Landwirtschaftskammer NÖ und dem Amt der NÖ Landesregierung - Gruppe Land- und Forstwirtschaft beauftragt und vom Umweltbundesamt durchgeführt.

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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-07-14 17:39:06
Letzte nderung am 2017-07-14 19:39:19



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