• vom 17.08.2017, 17:06 Uhr

Stadtleben

Update: 17.08.2017, 18:41 Uhr

Ranking

Wien ist Teil des dynamischsten Dutzends




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Von Martina Madner

  • Wien ist gut vernetzt und hat Aufholbedarf in Sachen Innovation.



Wien. Österreichs Hauptstadt gehört zu den dynamischsten Europas. Der Vergleich von 130 europäischen Städten des internationalen Investment-Management-Unternehmens Savills zeigt: Mit London, Paris und Cambridge sind die dynamischsten Städte zwar außerhalb Österreichs zu suchen. Aber: Wien wird auf Platz 12 gereiht — und zählt damit zum Dutzend der zukunftsfähigsten Städte Europas.

Für den sogenannten "Dynamic Cities Index" ließ sich Andreas Trumpp, Leiter der Forschungsabteilung bei Savills IM, von den Instituten 2thinknow und Timetric, 60 Werte in sechs Bereichen erheben. Und es zeigt sich: Wien ist überraschend gut vernetzt und punktet mit seiner Infrastruktur. Schlechter bestellt ist es dagegen um die Inklusion der verschiedenen Bevölkerungsgruppen und die Innovation in der Stadt.


Wien ist gut vernetzt
Den besten Wert, Rang vier hinter London, Paris und Berlin, erzielt Wien bei der Interconnection, also der Vernetzung: Hier ließ Savills IM die Anzahl der Universitäten und der Cafés als Kommunikationsplattformen mit einbeziehen. Aber auch die Anzahl der Twitter-User und Instagramm-Postings in den Städten spielten dabei eine Rolle. So landet Wien mit knapp fünf Millionen Instagramm-Postings im Jahr 2016 zwar deutlich hinter den 65 Millionen in London, im Ranking von Statista aber auf Platz 19 von 130 Städten.

Dazu kamen härtere Faktoren wie zum Beispiel die Anzahl der Flüge nach Wien und die Bahnstationen in der Stadt. Auch mit der Sicherheit und Zuverlässigkeit des öffentlichen Verkehrs kann Wien punkten: "Wiens U-Bahn-Takt mit oft drei Minuten im Vergleich zu München, wo häufig noch zehn Minuten üblich sind, zeigt schon, warum Wien hier in dieser Kategorie vor München landet", sagt Trumpp — die bayrische Landeshauptstadt rangiert in diesem Bereich auf Rang sechs.

Leuchtturm Hauptbahnhof
Tatsächlich zeigt die Eurostat-Studie Europe Urban, dass 95 Prozent der Wienerinnen und Wiener mit den öffentlichen Verkehrsmitteln der Stadt zufrieden sind. Das ist der beste Wert Europas. Helsinki landet mit 93 Prozent Zufriedenen auf Platz zwei, Oslo mit 89 Prozent auf dem dritten Rang. Den schlechtesten Wert erreicht Italiens Hauptstadt Rom, wo nur 30 Prozent sagen, dass sie mit dem öffentlichen Nahverkehr zufrieden sind.

Im Bereich der Infrastruktur landet Wien folglich auf dem achten Platz im Ranking: Mit Europas führenden Städten in diesem Bereich — London, Paris und Stockholm — und deren Stadtentwicklungsprojekte könne Wien zwar nicht mithalten. Konkrete Maßnahmen bringen die Stadt im Ranking aber immerhin vor Bern, Berlin und Amsterdam.

Als eine der bedeutendsten nennt Trumpp den neuen Hauptbahnhof, der mit seinen 109 Hektar im Vergleich zur 40 Hektar großen Europacity in Berlin ein "herausragendes Leuchtturm-Projekt" darstelle: "Der neue Wiener Hauptbahnhof erhöht die Geschwindigkeit der Verkehrsabwicklung und erleichtert die Verbindung der Verkehrsträger. Und mit den neuen Wohn-, Gewerberaum und Grünflächen zahlt die Stadt auch in den Immobilienbereich ein."

Wenig Wiener Innovation
Bei Kultur, Parks und Lebensqualität schneidet Wien wie auch in anderen Rankings gut ab, auch in Sachen Investments, sagt Trumpp: "Wien ist für internationale Anleger ein Place-to-be." Hier schneide Stadt wegen mehr Nachfrage auch besser als Cambridge und Edinburgh ab.

Unzufrieden müssten die Wienerinnen und Wiener dagegen mit den Bereichen Inklusion und Innovation sein: Wien ist wenig divers aufgestellt, Migrantinnen sind in der Stadt kaum in privat organisierte Nachbarschaftsprojekte eingebunden. Und in Sachen Innovation zeigt sich: In Brüssel werden mit 887 pro Million Einwohner und Jahr deutlich mehr Patentanträge als in Wien gestellt, da waren es 2012, dem aktuellsten verfügbaren Jahr, 228.

Wien bietet darüber hinaus auch kein besonders Start-up-freundliches Pflaster: Zwar wurden im Vorjahr 7652 neue Unternehmen gegründet. Im European Start-up-Monitor sind Finnland, Belgien, Ungarn, Irland und Großbritannien in den verschiedenen Bereichen als innovativste Länder Europas mehrmals vertreten. Österreich und damit Wien sucht man hier vergeblich.




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Dokumenten Information
Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-08-17 17:12:06
Letzte Änderung am 2017-08-17 18:41:30


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