• vom 15.09.2017, 18:00 Uhr

Stadtleben

Update: 19.09.2017, 16:00 Uhr

Flohmarkt

Das große Fest




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Von Alexandra Laubner

  • Der Flohmarkt am Wiener Naschmarkt feiert sein 40. Jubiläum.

Seit 40 Jahren ist Edwin Zach ist jeden Samstag auf dem Flohmarkt. - © Alexandra Laubner

Seit 40 Jahren ist Edwin Zach ist jeden Samstag auf dem Flohmarkt. © Alexandra Laubner

Wien. "Das ist eine sogenannte Sackwaage, weil man sie im Hosensack getragen hat. Wenn sie aus Messing und aus dem 19. Jahrhundert ist, dann kostet sie um die 30 Euro. Aus Eisen oder Metall ist sie nur mehr fünf Euro wert, denn davon gibt es tausende", sagt Edwin Zach. Sein wertvollstes Stück ist eine gotische Truhe datiert auf das Jahr 1520. "So etwas bekommt man nicht sehr oft. Bei einer Auktion würde man einen vierstelligen Betrag erhalten. Ich verlange 800 Euro und bekomme wahrscheinlich 600 Euro dafür", erklärt er. Edwin Zach verkauft bäuerliche Werkzeuge und Gegenstände am Wiener Naschmarkt. Er ist jeden Samstag hier, seit 40 Jahren am selben Platz.

Zach ist Experte auf dem Gebiet, hat 50 Jahre selbst intensiv gesammelt und Fachbücher veröffentlicht, obwohl er hauptberuflich als Rechtsreferent bei der Sozialversicherung tätig war. Der heute 74-Jährige ist einer von sechs Initiatoren des Naschmarkt-Flohmarktes. "Wir waren damals drei Wiener und drei Steirer. Ich bin der Letzte, der noch lebt. Wir wollte den Flohmarkt eigentlich im Grazer Zentrum aufziehen, aber die Politiker winkten ab. Dann sind wir zum Wiener Bürgermeister Leopold Gratz gegangen und der ermöglichte uns einen Flohmarkt Am Hof. Anfangs waren wir zu dritt, nach sechs Monaten bereits 50. Da ist gestritten worden, kann ich mich erinnern, weil der Platz zu klein war. Dann sind wir wieder zum Bürgermeister Gratz gegangen, der hat kurz telefoniert und sagte dann: ,Ist schon geritzt, wir werden jeden Samstag den Parkplatz am Naschmarkt räumen.‘ Das war die Geburtsstunde des Flohmarktes am Naschmarkt", so Zach.


Mittlerweile gibt es 200 Altwarenhändler und bis zu 120 Privatpersonen. Woche für Woche strömen bis zu 10.000 Besucher zum Flohmarkt. "Heute bin ich schon seit 4 Uhr da, meisten aber so zwischen 5 und 6 Uhr morgens", sagt Zach, der einen Anfahrtsweg von 2,5 Stunden von der Steiermark in Kauf nimmt. Es mache Spaß, es sei viel Herzblut dabei und er mache es nicht des Geldes wegen. "Wenn man den Flohmarkt am Naschmarkt besucht, dann betritt man eine neue Welt. Ich habe im Laufe der Jahre auch sehr viele interessante Menschen kennengelernt", so Zach. "Wenn ich zurückdenke, ich bereue keine Sekunde."

Prominenzschwere Feier
Am 16. September lädt der Wiener Altwarenhandel zum großen Geburtstagsfest ein, auch um ein wenig das Image der Altwarentandler zu verbessern, wie es Karl-Heinz Kremser, der Obmann der Wiener Altwarenhändler formuliert. Eines der Highlights des Festes ist, dass Prominente auf der Festbühne, darunter Entertainer Alexander Goebel, Jetset-Spross Hubertus von Hohenlohe, Sotheby’s-Geschäftsführerin Andrea Jungmann, Wien-Tourismus-Chef Norbert Kettner, Zoom-Kindermuseumsdirektorin Elisabeth Menasse und weitere Überraschungsgäste, von ihren Flohmarkt-Erlebnissen erzählen.

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Schlagwörter

Flohmarkt, Naschmarkt

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Copyright © Wiener Zeitung Online 2018
Dokument erstellt am 2017-09-15 18:06:14
Letzte Änderung am 2017-09-19 16:00:10


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